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Spektakel bekommt einen "Contest"

Kultur Spektakel bekommt einen "Contest"

Jazzmusiker, Rocker, Tenöre und, so die Hoffnung, vielversprechende Gesangstalente aus der Region stehen während des achten Amöneburger Kulturspektakels im Juni auf der Bühne.

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Bei einem Song-Contest müssen Toni di Napoli (links) und Pietro Pato nicht mehr mitmachen. Sie haben als „Tenöre4you“ Bekanntheit erreicht.Privatfoto

Amöneburg. „The Voice of Germany“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ begeistern die Fernsehzuschauer - und fördern (teilweise) hervorragende Gesangstalente zutage. Auf diesen Zug wollen die Organisatoren des achten Amöneburger Kulturspektakels aufspringen. Drohten sie vor einigen Wochen nach der Kritik aus der Stadtverordnetenversammlung auseinanderzubrechen, so haben sie nun Großes vor - und sind bereit, sich jede Menge Arbeit aufzuhalsen. „Da wartet einiges auf uns“, sagt Kassierer Winfried Kaul, ist sich aber sicher: „Das soll eine tolle Show werden - und wird es bestimmt auch.“

Wettbewerb ist offen für alle Sänger ab 16 Jahren

Das Kulturspektakel bekommt also mit „Songster - die Stimme der Region“ einen Song Contest, der am Freitag, 12. Juni, ab 20 Uhr vor allem junge Menschen in die Schlossruine locken soll -wobei sich die Veranstaltung eigentlich an alle Altersgruppen richtet, wirft Michael Richter-Plettenberg - Bürgermeister und Vorsitzender des Kulturspektakel-Vereins - ein. Ein spezielles Ziel sei es allerdings, mit dem „Contest“ junge Menschen für die Veranstaltungsreihe neu zu gewinnen.

Teilnehmen an dem Wettbewerb können alle Menschen ab 16 Jahren, die singen können - oder zumindest an ihr Gesangstalent glauben. Sie müssen bis zum 30. April auf der Facebook-Seite „Songster - Stimme der Region“ ein Video hochladen, auf dem sie einen Song ihrer Wahl zum Besten geben. Die Musikrichtung spielt dabei keine Rolle, kann aber natürlich zum Tragen kommen, wenn sich die Vorstandsmitglieder an die Vorauswahl der zehn Teilnehmer von „Songster“ machen, schließlich die Bandbreite an Stilen während des Wettbewerbes möglichst groß sein. „Aber es wird keine Shameshow geben. Wir wollen Gesangstalente aus der Region fördern“, hebt Kaul hervor.

Professionelle Produktion ist der Contest-Hauptpreis

Zu gewinnen gibt es dann auch den Traum eines jeden Sängers: eine professionelle Studioproduktion. Apropos professionell: So werden auch die Rahmenbedingungen des Abends sein, da die Firma Flashlight die Licht- und Tontechnik für das am 13. Juni ebenfalls im Zwinger stattfindende Softeis-Konzert bereits tags zuvor aufbaut. Noch dazu soll in Akina Ingold in der Jury eine junge Frau sitzen, die sich bei „The Voice of Germany“ im „Team Samu“ bereits einen Namen gemacht hat -den Kontakt hat der Bürgermeister über private Kontakte hergestellt. Sie will dann auch ein Mini-Konzert geben.

„Songster - Stimme der Region“ klingt mit einer Party in der Schlossruine aus. Einen Tag später, also am Samstag, 13. Juni, findet ab 20 Uhr dort wieder das obligatorische Rock-Konzert statt. Hauptact ist natürlich wieder Publikumsmagnet Softeis, der diesmal als Gastsänger Michael Richter-Plettenberg aufbietet. Als Vorband treten die Glassbowstones aus Mardorf auf.

„Tenöre4you“ geben ein „super Angebot“ ab

Ohnehin dominiert Musik in diesem Jahr das Programm: Den Auftakt macht am Mittwoch, 10. Juni, um 20 Uhr „Tenöre4you“. Toni di Napoli und Pietro Pato verknüpfen dabei die Welt der Klassik mit der des Pops. „Eigentlich hatten wir für den Kern des Kulturspektakels nur vier Tage geplant - aber dann kam das Angebot von tenöre4you. Das war super und passt zum Thema ,Stimme‘, das dieses Jahr im Mittelpunkt steht. Daher haben wir das Programm erweitert“, berichtet Birgit Gruß von der Stadtverwaltung und ergänzt: „Die Chorabende waren in der Vergangenheit sehr beliebt. Aus diesem Grund hielten wir die Tenöre für einen Auftritt für sehr geeignet.“

Rauischholzhäuser Theaterverein tritt auf

Am Donnerstag, 11. Juni, gastiert ab 19.30 Uhr der Dramatische Verein Rauischholzhausen mit seiner Hommage an Loriot „Und morgen bringe ich sie um...“ in Amöneburg. „Wir wollen Kultur aus der Region für die Region bieten“, sagt Richter-Plettenberg. Die Rauischholzhäuser nutzten Raabs Saal in Mardorf seit vielen Jahren für Proben und Aufführungen. „Endlich hat es dann auch geklappt, die Gruppe beim Kulturspektakel auf die Bühne zu bekommen“, freut sich der Rathauschef und spricht von einer „urkomischen“ und „richtig genialen“ Darbietung, die „teilweise besser als das Original“ sei.

Zum Abschluss gibt es „Brunch & Brass“

Zum Abschluss des Kern-Kulturspektakels steht am Sonntag, 14 Juni, ab 11 Uhr „Brunch & Brass“ auf dem Programm. „Wir haben sonntags schon viel probiert, vom Kunsthandwerkermarkt bis zum Familientag. Diesmal steht der ,normale‘ Mensch im Fokus, der bei schönem Wetter gerne rausgeht“, so Richter-Plettenberg. Die Vereinsgemeinschaft Erfurtshausen, die beim gesamten Spektakel für das Catering verantwortlich ist, bietet einen Brunch an. Dazu spielt die Stable Sound Jazzband zwei Stunden lang auf. „Essen, Musik und Ambiente - was will man mehr?“, fragt der Vater des Kulturspektakels und verweist darauf, dass es für diese Veranstaltung nur 100 Eintrittskarten gibt - die im Rathaus erhältlich sind.

Kinder-Kulturspektakel ist „ein Selbstläufer“

Im Anschluss an das Kern-Spektakel geht das vom Kinderkultursommer geförderte Kinder-Kulturspektakel über die Bühne. Am Montag, 15. Juni, gibt es ab 10 Uhr „Die Olchis räumen auf“, ein Musical für Kinder ab vier Jahren. „Alle lieben die Olchis“, betont Werner Eismann, der zweite Vorsitzende des Kulturspektakelvereins.

Am Dienstag, 16. Juni, spielt die „Pia-Nino Band“ ab 11 Uhr dann Kindermusik „zum mitrocken“ - nach den Kindergärten sind an diesem Tag die Grundschulen die Zielgruppe. „Die Veranstaltungen sind Selbstläufer“, freut sich Richter-Plettenberg.

„Nacht der Keller“ schließt das Spektakel ab

Das Ende des Spektakels bildet knapp drei Monate später, am 5. Juni ab 19.30 Uhr, die Nacht der Keller - in der Zwischenzeit (16. Juli bis 2. August) finden noch die Schlossfestspiele statt, bei denen Depro diesmal auf dem „Berg“ die Peter-Radestock-Inszenierung von „Amadeus“ zeigt.

Selbstverständlich planen die Spektakel-Organisatoren auch wieder eine Kunstaktion: Die Federführung hat in guter Tradition Inge Eismann-Nolte, Künstlerin aus Mardorf, inne. Sie will mit ihren Mitmenschen Skulpturen in der Form von Mündern gestalten, die dann am Turm der Ruine ausgestellt werden. Wann die gemeinsame Bastel-Aktion stattfindet, steht noch nicht fest.

Halle der Stiftsschule ist Ausweichguartier

Da aus politischer Sicht noch ebenso unklar ist, wie es mit einer Überdachung für den Zwinger aussieht, bildet die Halle der Stiftsschule in diesem Jahr das Ausweichquartier bei schlechtem Wetter. Ausnahmen sind die Veranstaltungen für Kinder, die im Falle von Regen in der Mehrzweckhalle Roßdorf ausgerichtet werden.

Satzungsänderung: Verein ist nun ein „Förderverein“

Apropos Ausrichter: Der Kulturspektakel-Verein hat, wie angekündigt, während seiner Jahreshauptversammlung die Satzung geändert. Nun gilt er als Förderverein und kommt für eine Ausrichtung des Spektakels nicht mehr in Frage. So reagierten die Mitglieder auf die Kritik der Stadtverordneten, die in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Anfänge des Spektakels und den Plan verwiesen hatten, dass die Stadt irgendwann nicht mehr als Ausrichter der kulturellen Veranstaltungsreihe fungiert. Die Mitglieder lehnten dieses Anliegen allerdings strikt ab.

Während der Jahreshauptversammlung bestätigten sie Michael Richter-Plettenberg als Vorsitzenden, Werner Eismann als Stellvertreter, Winfried Kaul als Kassierer sowie Gabriele Clement und Inge Eismann-Nolte als Beisitzer. Zudem ernannten sie Dr. Rita Hörl-Eberl ebenfalls zur Beisitzerin.

Eine Kontaktaufnahme zur Stadt wegen des Song-Contestes ist per E-Mail an die Adresse Songster@amoeneburg.de möglich. Karten für alle Veranstaltungen gibt es im Rathaus. Ansprechpartnerin ist Birgit Gruß, Telefon 06422/929533.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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