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Spannungen abbauen, Gewalt stoppen

Gewaltprävention Spannungen abbauen, Gewalt stoppen

Mit einer Klasse begann an der Alfred-Wegener-Schule im Jahr 2007 das Gewaltpräventionsprojekt PiT-Hessen. Sechs Jahre später profitiert die ganze Schulgemeinde von PiT.

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Schüler, Lehrer und Begleiter feierten den Abschluss des laufenden „PiT“-Projektes. Foto: Karin Waldhüter

Kirchhain. Konflikte sind allgegenwärtig. Doch was kann man tun, wenn man plötzlich unvermutet in einen Konflikt gerät? Simon aus der Klasse FH1 weiß Rat. „Ich würde nicht mit dem Angreifer sprechen und den Blickkontakt vermeiden“, erklärt der 14-Jährige. Gelernt hat Simon das richtige Verhalten im Projekt PiT-Hessen. PiT steht für Prävention im Team und ist ein opferzentriertes Gewaltpräventionsprogramm der hessischen Landesregierung. Doch Simon hat nicht nur gelernt einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. „Früher hätte ich auch zurückgetreten und mich so in Gefahr gebracht, das würde ich heute nicht mehr tun“, betont der Schüler.

Insgesamt absolvierten 110 Schüler der Jahrgangsstufe 7 aus allen Schulzweigen das Programm. Erstmals nahm eine Klasse der Förderschule an dem Projekt teil. Alle Schüler wurden am Ende für ihre erfolgreiche Teilnahme mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Das Besondere des Programms: Lehrer der AWS, Polizei, Jugendpflege und ein Mitarbeiter des Kirchenkreises Kirchhain arbeiten im Team zusammen.

Während des Projektes erlernten die Schüler anhand von praktischen Übungen Gewaltsituationen frühzeitig zu erkennen, sich nicht in solche hineinziehen zu lassen, eigene Handlungsoptionen für einen Ausstieg zu entwickeln und erfolgreich um Hilfe zu bitten. Dem Thema Gewaltvorbeugung wird an der Gesamtschule seit Jahren besondere Aufmerksamkeit gewidmet - mit einer nachhaltigen Wirkung auf das Schulklima, wie Lehrerin Katharina Dening betont. „Das Programm wirkt sich in Zusammenarbeit mit Mediation und Streitschlichtung positiv auf das Schulklima aus“, erklärt sie. Gemeinsam mit den Lehrern Gerd Huntemann, Antonella Lucifero und Matthias Schmidt, Silke Baumgardt von der Jugendhilfe, Marco Hinz vom Kirchenkreis Kirchhain und den beiden Oberkommissaren Bernd Frieb und Thomas Bartel von der Polizeistation Stadtallendorf wurde das Projekt umgesetzt. „Berührungsängste gegenüber der Polizei konnten abgebaut und Vertrauen aufgebaut werden“, berichtet Oberkommissar Bernd Frieb. „Seitdem das Projekt an der Schule verankert ist, ist es kaum noch zu nennenswert relevanten Auffälligkeiten gekommen“, hebt Frieb die Nachhaltigkeit des Projektes hervor und beschreibt einen weiteren positiven Effekt. „In ihrer Gesamtheit werden die Schüler zu Multiplikatoren die das Gelernte weitergeben, das bekommen wir zu spüren“.

Während fünf Projekttagen mit jeweils sechs Schulstunden, verteilt auf das gesamte Schuljahr, beschäftigten sich die Schüler mit dem Programm. Der stellvertretende Schulleiter Andreas Kühn überreichte zum Abschluss die Urkunden an die Schüler. „Legt sie mit in eure Bewerbungsmappe“, riet Thomas Bartel den Schülern.

von Karin Waldhüter

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