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Späte Vaterfreuden lösen Chaos aus

Kolpingtheater Neustadt Späte Vaterfreuden lösen Chaos aus

Die „Senorina aus Messina“ sorgte in dem beschaulichen Butzebach für viel Wirbel. Das amüsierte die Besucher bei den zwei ausverkauften Vorstellungen im Haus der Begegnung.

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Auf der Bühne im Haus der Begegnung gab es immer wieder turbulente Szenen in der Gaststätte „Wilder Eber“ in Butzebach –
die Darsteller waren gefordert. Foto: Klaus Böttcher

Neustadt. Die Theatergruppe der Kolpingfamilie spielt jeweils an zwei Abenden ihr Stück. Das war auch nötig, damit alle den Schwank verfolgen konnten. Es gab an beiden Abenden ein volles Haus. Die Akteure entführten das Publikum in die Dorfgaststätte „Zum wilden Eber“. Die Kulisse war sehr realitätsnah aufgebaut, mit der Schanktheke, den typischen Tischen und Stühlen einer Dorfkneipe sowie einem Spielautomaten und einer Musikbox. Dem Namen entsprechend hingen Jagdtrophäen an den Wänden und eine Treppe führte zu den Gästezimmern.

Die Wirtin des Gasthofes Emma Obermeier (dargestellt von Sabine Launer) lebt in dem Haus zusammen mit ihrem Bruder Emil Obermeier (Sebastian Henkel) und ihrem Neffen Wolfi (Phillip Dippel). Emil, der Vertreter für Damenunterwäsche, wird von seiner Schwester geknechtet, wenn er nicht auf ­Verkaufstour ist.

Unter der Knute seiner Ehefrau steht auch Emils Freund, der Bäckermeister Silvester Schlitz (Michael Lengsfeld). Die rabiate Bäckersfrau Agathe Schlitz (Michaela Krapp) jagt und schlägt ihren Mann gerne mit dem Brotschieber. Zur Bäckersfamilie gehört noch die Tochter Traudel (Stephanie Schmittdiel), die mit Wolfi, dem Neffen der Wirtin, verlobt ist.

Die beiden Freunde ertränken gerne den Kummer mit der Ehefrau, beziehungsweise der Schwester, wobei ihnen der ledige und überkorrekte Beamte Otto Steinbeißer (Christian Drescher) gerne Gesellschaft leistet.

Die Verkleidung als Frau hilft nicht weiter

Dieser himmelt die Wirtin an, die ihn schließlich heiraten will. Dann schlägt in das eigentlich recht beschauliche Leben in der Dorfgaststätte eine Bombe ein, in Form der jungen hübschen Italienerin Isabella del Saliba (Lena Nees). Sie sucht ihren leiblichen Vater, der vor 19 Jahren Urlaub in Riccione gemacht hat. Zu den damaligen Urlaubern gehörten die Freunde Silvester Schlitz und Emil Obermeier, die jetzt in großen Nöten sind, da sie durch einen damaligen Fehltritt der Vater sein könnten. Der Gast im wilden Eber Robert Kummer (Ruwen Backhausen) gibt den beiden in bestem sächsischen Dialekt den Rat, sich als Frau zu verkleiden. Sie werden nicht erkannt, aber ganz turbulent wird es, als Isabellas Mutter Felicitas del Saliba (Kerstin Wermann) auch noch auftaucht und bei der Suche nach dem Vater helfen will.

Die Freunde geben ihre Frauenrolle auf, als sie erfahren, dass Isabella Millionärin ist und ihrem Vater was zukommen lassen möchte. Doch es wird nichts mit der Vaterrolle, denn Felicitas hat den beiden total Betrunkenen am nächsten Tag eine Liebesnacht vorgegaukelt. Als leiblicher Vater stellt sich schließlich der Beamte Steinbeißer heraus, der auch in Italien seinen Urlaub verbrachte.

Alle zehn Darsteller boten auch bei diesem Schwank wieder eine großartige Leistung unter der bewährten Regie von Michael Lengsfeld. Viel Gelächter, Szenenapplaus und nicht enden wollender Beifall am Ende dankten den Laienschauspielern für ihre Arbeit. Als Souffleuse fungierte Christina Schmittdiel, Silvia Gawlitta war für die Bühnentechnik zuständig und Diana Habich sorgte zusammen mit Michaela Krapp für das passende gute Aussehen der Laien-Schauspieler.

von Klaus Böttcher

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