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Soziales Netzwerk erfährt Würdigung

10000 Euro Förderung Soziales Netzwerk erfährt Würdigung

Im Sozialen Netzwerk Kirchhain gab es etwas zu feiern. Dies geschah stilecht in den neuen Räumen des für das Gemeinwohl wirkenden Vereins bei einer Tasse koffeinfreien Tees.

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Adelheid Sauer (rechts) zeigt den Förderbescheid über 10 000 Euro für das Soziale Netzwerk Kirchhain. Mit der Vorsitzenden freuen sich (von links) Bürgermeister Jochen Kirchner, Dr. Renate Buchenauer, Friederike Nebel und Birgit Jacobsen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Grund für die Freude im Hause Biegenstraße 7: Erstmals hat der Verein, der mit Ausnahme von Spenden keine Einnahmen hat, richtig Geld in der Kasse. Zunächst wurde die Vereinsvorsitzende Adelheid Sauer - wie die Kirchhainerin Kerstin Ebert als Vorsitzende des im gleichem Haus untergebrachten Heimat- und Geschichtsvereins - von der Volksbank als „Heimliche Heldin“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1000 Euro für den Verein dotiert. Und dann setzte sich das Soziale Netzwerk noch in dem Wettbewerb 2013 des Bundesfamilienministeriums „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ durch. Der Förderbescheid in Höhe von 10000 Euro liegt jetzt vor.

„Wir können mit dem Geld Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Honorarkräfte für Weiterbildung auf dem Feld der Demenz-Betreuung bezahlen“, erklärte Adelheid Sauer. Ziel sei es, den Alltag von Demenzpatienten zu bereichern und gleichzeitig deren Familien zu entlasten. Wie wichtig gerade der letztgenannte Punkt ist, unterstrich die Öffentlichkeitsbeauftragte Birgit Jacobsen, indem sie ein Hilfe suchendes Ehepaar zitierte: „Als wir dringend Hilfe brauchten, sind wir in die helfenden Hände des Sozialen Netzwerks gefallen.“

Und so fällt es Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) leicht zu sagen: „Die 10000 Euro sind gut angelegtes Geld. Es kommt direkt den Menschen zugute - sowohl Demenz-Patienten als auch deren Familie.“

Die Stadt unterstützt das Soziale Netzwerk durch die Mietzahlungen für die neuen und großzügigen Räume und durch die Gehaltszahlung an Friederike Nebel, die als Koordinatorin für das Netzwerk nebenamtlich tätig ist, unter anderen die 19 ausgebildeten Alltagshelfer mit dementen Menschen und deren Familien zusammenbringt. Und indirekt ist die Stadt auch an der Förderung beteiligt, denn die Marburger Stadtplanerin Dr. Renate Buchenauer hat bei der Antragsstellung entscheiden geholfen, als sie gerade im städtischen Auftrag dabei war, die bleibenden Erfolge aus dem Kirchhainer Seniorenforum zusammenzutragen. „Es passte alles zusammen. Das Netzwerk hatte gerade neue Räume bezogen, 19 frisch ausgebildete Alltagshelfer und die Trägerstruktur, die Helfer mit hilfebedürftigen Familien zusammenzubringen“, erinnerte Dr. Renate Buchenauer an die Antragszeit im Frühjahr dieses Jahres.

Die Hilfsangebote des Netzwerkes werden inzwischen weiter über die Stadtgrenzen hinaus nachgefragt. Hilfeleistungen würden zwischen Bracht und Schweinsberg erbracht; auch aus Marburg gebe es Anfragen, sagte Friederike Nebel, der es mit ihrer 40-jährigen Erfahrung als Krankenschwester bisher immer gelungen ist, für jeden Patienten und dessen Familie den richtigen ehrenamtlichen Alltagshelfer zu finden.

Die Hilfen zur Alltagsbewältigung sind nur eine Säule der Netzwerk-Arbeit. Genauso wichtig sind die Aktivitäten für Begegnung und Bildung mit Erzählcafé, Hausaufgabenbetreuung, Lesekreis, Spiel und Spaß und Lesepatenschaften in Kitas. Bei einigen ihrer älteren Besucher gebe es Anzeichen für eine beginnende Demenz. Deshalb werde das Netzwerk weitere Alltagshelfer ausbilden und erwäge zudem die Ausbildung von Pflegebegleitern, erklärte Adelheid Sauer. Außerdem sei die Ausbildung von Übungsleitern geplant für mentales und motorisches Training, das Menschen mit Demenz mehr Bewegungsformen erschließen soll.

n Kontakt: 06422/ 8986036.

von Matthias Mayer

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