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Soziales Engagement ist sein Antrieb

Bürgermeisterkandidat Soziales Engagement ist sein Antrieb

Vor einigen Wochen fällte der 18-jährige Mubarik Sabir für sich die Entscheidung, bei der ­Bürgermeisterwahl in Stadtallendorf anzutreten. In seiner Jugend sieht er dabei kein Hindernis.

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Mubarik Sabir will Bürgermeister von Stadtallendorf werden. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Er engagierte sich für Kinderrechte, organisierte Hilfsaktionen für Flüchtlinge mit und ist im Vorstand der Ahmadiya Gemeinde in Marburg aktiv. Ein kleiner Auszug aus seinem sozialen Engagement. Vielen Stadtallendorfer ist Mubarik Sabir durch die Gruppe „Fightforrights“ bekanntgeworden. Sie forderte unter anderem, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern oder engagierte sich gegen höhere Kindergartengebühren in Stadtallendorf.

Jetzt will der 18 Jahre alte Mubarik Sabir Bürgermeister in Stadtallendorf werden. „Wenn ich mir das nicht zutraute, dann würde ich es nicht versuchen“, sagt er im Gespräch mit der OP. Er sei überzeugt davon, dass mit ihm ein frischer Wind ins Rathaus käme und das er die anstehenden Aufgaben gemeinsam mithilfe der Verwaltung bewältigen könne.

Inhaltlich gibt sich Sabir noch zurückhaltend, sein Wahlprogramm soll zu einem wesentlichen Teil aus Anregungen der Bürger heraus entstehen. Ein Thema werden natürlich die Belange von Kindern und Jugendlichen sein - auch wenn Sabir ausdrücklich das vorhandene Angebot der Stadtjugendpflege lobt.

Auf seiner Facebook-Seite erwähnt Sabir die Situation beim öffentlichen Personennahverkehr, wo er aus eigenem Erleben Probleme sieht. Etwa bei der Tatsache, dass Pendler, die in Stadtallendorf ankommen, mitunter 50 Minuten auf einen Stadtbus warten. Sabir selbst lebt noch bei seinen Eltern im alten Dorf. Für ihn ist das kein Problem. „Aber was ist mit Schülern, die in die Stadtteile weiter müssen“, fragt Sabir? Er muss 74 Unterstützungsunterschriften vorlegen, um vom Wahlausschuss am Ende zugelassen zu werden. Annahmeschluss ist Mitte Juli, Sabir will aber Ende des Monats die Listen in der Verwaltung abgeben. „Ich habe schon fast alle zusammen“, sagt er. Ziel seien über 100 Unterschriften. Mubarik Sabir baut auf einen kleinen privaten Unterstützerkreis, der nach seinen Worten anwächst.

Für seinen Wahlkampf hat sich der Schüler vorgenommen, „möglichst jeden Stadtallendorfer zu erreichen“. Ein ehrgeiziges Ziel, das sich nur über unzählige Hausbesuche wird erreichen lassen. Direkter Kontakt zu den Menschen ist für ihn allerdings von elementarer Bedeutung. Sabir tritt als Parteiloser an, aus der SPD ist er extra aus Anlass der Wahl ausgetreten. Anders wäre es angesichts der Tatsache, dass die Sozialdemokraten auf Bürgermeister Christian Somogyi setzen, ohnehin problematisch geworden. Eigene politische Erfahrung hat Sabir nicht. Aber: „Seit der Grundschule arbeite ich in der Schülervertretung, war unter anderem drei Jahre Sprecher der Georg-Büchner-Schule“, sagt er.

Rückendeckung von der Familie

Seine Familie lebt seit drei Jahrzehnten in Stadtallendorf, Sabir hat noch vier Geschwister. Drei von ihnen leben an verschiedenen Orten in Deutschland. Eine 19 Jahre alte Schwester lebt noch wie er im gemeinsamen Elternhaus. „Sie alle unterstützen mich bei dem, was ich vorhabe“, sagt der 18-Jährige. Seinen Migrationshintergrund, sprich die pakistanischen Wurzeln der Familie, betrachtet er für den Fall seiner Wahl als einen sehr großen Vorteil. „Das passt in einer so internationalen Stadt wie Stadtallendorf“, sagt der 18-Jährige. Derzeit besucht er den Zweig „Wirtschaft und Verwaltung“ der Kaufmännischen Schulen Marburg, im nächsten Jahr hätte Sabir die Fachhochschulreife geschafft. Die Georg-Büchner-Schule verließ er mit dem Realschulabschluss.

Mubarik Sabir wünscht sich, dass es in den nächsten Monaten einen fairen Wahlkampf in Stadtallendorf gibt. „Und das mich die anderen Kandidaten ernstnehmen“.

von Michael Rinde

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