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„Sozialdemokratin durch und durch“

Özgüven rückt für Spies in Landtag nach „Sozialdemokratin durch und durch“

Für den neuen Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) zieht die in Stadtallendorf lebende Handan Özgüven in die sozialdemokratische Fraktion des Hessischen Landtags ein.

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Die neue SPD-Landtagsabgeordnete Handan Özgüven im Gespräch mit OP-Redakteur Carsten Beckmann.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. „Als sich Anfang des Jahres Thomas Spies für seine OB-Kandidatur entschied, war mir gleich klar, dass er die Wahl auch gewinnt“, sagt Handan Özgüven. Schon in der Phase vor der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 hatte es Gedankenspiele gegeben, die – ein Sieg für die SPD vorausgesetzt – die 42-Jährige als Spies-Nachrückerin in Wiesbaden ins Gespräch gebracht hätten.

Die Sozialdemokraten blieben auf Landesebene bekanntermaßen in der Opposition, und so wurde es erst jetzt „ernst“ für die Juristin, als Spies ins Rathaus der Universitätsstadt einzog. Als „Sozialdemokratin durch und durch“ bezeichnet sich Özgüven selbst: „Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, meine Eltern kamen nach Deutschland, um in einer Fabrik Geld zu verdienen und mir und meiner Schwester das Studium zu finanzieren.“

Die sozialdemokratische Idee der Chancengleichheit für alle Gesellschaftsschichten ist für die neue Landtagsabgeordnete also eng mit der eigenen Vita verbunden. Die im Rheinland aufgewachsene Handan Özgüven verschlug es Anfang der 90er-Jahre zum Studium der Rechtswissenschaften nach Marburg. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen – mit ihm und weiteren 
Partnern betreibt sie in Stadtallendorf eine Anwaltskanzlei.

„Ernstfall“ in der Familie durchgespielt

Die Familienrechtlerin wird dort in den kommenden Monaten nicht mehr allzu häufig am Schreibtisch sitzen, nachdem sie in dieser Woche ihr neues Büro im Hessischen Landtag bezogen hat.

„Ich habe zwar noch laufende Mandate, doch in den zurückliegenden Monaten habe ich versucht, vor dem Start in Wiesbaden möglichst viele Sachen abzuarbeiten“, sagt die Mutter eines Sohnes. Der und sein Vater hatten natürlich auch ein Wörtchen mitzureden, als es um die Entscheidung ging, in den Landtag einzuziehen: „Wir haben das in der Familie sehr ernstgenommen und das alles intensiv durchgespielt – die beiden stärken mir da wirklich den Rücken.“

Lebensmittelpunkt soll für Handan Özgüven auf jeden Fall weiter Stadtallendorf bleiben – dort sitzt die SPD-Politikerin seit 2006 im Parlament und zusätzlich seit vergangenem Jahr im Kreistag von Marburg-Biedenkopf.
Zurzeit arbeitet sich die Sozialdemokratin in die Aufgaben des rechtspolitischen Ausschusses und des Petitionsausschusses ein, darüber hinaus hat sie den Sitz im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst quasi von Thomas Spies „geerbt“. Seit der letzten Fraktionsklausur der Landtags-SPD im November nimmt Handan Özgüven an den Fraktionssitzungen teil, ist also zumindest theoretisch in der Landeshauptstadt bereits angekommen.

Ehrenamt wertschätzen

Zu tun gibt‘s genug im Landtag, auch für die Opposition, da ist sich Handan Özgüven sicher: Da ist etwa die große Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung, bei der ihr hauptsächlich eine adäquate finanzielle Unterstützung der Kommunen am Herzen liegt: „Es muss das Ziel sein, dass die Pauschalen nicht nur für Unterkunft, Ernährung und Bekleidung ausreichen, sondern auch Geld für die Integrationsarbeit da ist.“

In diesem Zusammenhang will sich die SPD-Abgeordnete auch für eine größere Wertschätzung des Ehrenamts einsetzen: „Ohne die vielen Ehrenamtlichen ist die Betreuung nicht zu bewältigen, und das muss noch stärker anerkannt werden.“

Die Grünen will Handan Özgüven insbesondere im Zusammenhang mit dem NSU-Ausschuss in die Pflicht nehmen: „Die Landesregierung vertuscht dort Dinge mit geschwärzten Akten, und insbesondere die Grünen sehe ich in der Verantwortung, nicht gegen, sondern für den Ausschuss zu arbeiten.“

von Carsten Beckmann

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