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Solidarität mit Opfern bleibt riesig

Stadtallendorf Solidarität mit Opfern bleibt riesig

Die Hilfsbereitschaft für die Opfer der Brandkatas-trophe vom vergangenen Dienstag ist in Stadtallendorf weiter ungebrochen. Im Jugendzentrum türmen sich bereits Kleidung und Spielzeug.

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Eine Bewohnerin des Brandhauses steht vor gespendeten Kleidungsstücken. Ihre frühere Wohnung gehört zu denen, die in jedem Falle komplett zerstört wurden, wie sie berichtete.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es brandete am Donnerstagnachmittag im Jugendzentrum spontan Beifall auf, als Bürgermeister Christian Somogyi bei aller Tragik der Ereignisse die Leistung von Feuerwehr und Rettungsdienst würdigte. Die gekommenen Bewohner der Wohnungen im Brandhaus In der Spaltanlage 1a treibt im Moment vor allem eine Frage um: „Wann könnte ich wieder zurück in meine Wohnung?“ Diese Frage kann im Moment leider keiner verlässlich beantworten. Derzeit laufen die weiteren Ermittlungen der Brandermittler, keiner darf in das Gebäude. „Wir können nicht absehen, wie lange die Brandermittler noch brauchen“, sagte gestern Ute Sehlbach-Schellenberg, Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft, gegenüber der OP.

Außerdem wird sich auch noch die Bauaufsicht des Kreises mit den Schäden im Haus befassen. Erst dann wird das Haus, das in seiner Substanz rund 70 Jahre als ist, an seinen Eigentümer wieder übergeben. Und erst dann könnte eine Sanierung der Wohnungen beginnen - Ausgang ungewiss. „Wichtig ist erstmal, dass wir lebend rausgekommen sind“, formulierte es eine Betroffene gestern im Jugendzentrum. Die Mutter sprach mit Blick auf die Erinnerungen an die schrecklichen Augenblicke während des Brandes vom „Kopfkino“.

In Folge seiner erlittenen Verletzungen war gestern ein 58-jähriger Hausbewohner verstorben. Ein weiterer Schwerstverletzter befindet sich noch auf der Intensivstation, ein anderer erlitt nach seinem Sprung aus dem Fenster schlimme Knochenbrüche. Neue Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden könnten am Freitag vorliegen.

Vier Stadtallendorfer, Tobias Kindermann, Nadine Schneider, Katrin Ullmer und Sebastian Habura, hatten bereits am Mittwoch auf eigene Initiative um Hilfe und Spenden geworben. Und die Hilfsbereitschaft wie auch Anteilnahme in Stadtallendorf, bei den Bürgern wie auch angesprochenen Unternehmen ist gigantisch. Im Jugendzentrum gab es gestern einen Eindruck davon, tischeweise lagerten Kleidung, Spielzeug für die fünf betroffenen Kinder und viele Dinge des täglichen Bedarfs. Betroffene Hausbewohner deckten sich gerne mit dem Nötigsten ein. Das Team der Kleiderkammer der evangelischen Kirchengemeinde spendete 1000 Euro, der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt hat ebenfalls zu Spenden aufgerufen. Das Marburger Gebrauchtwaren-Kaufhaus von „Integral“ wird ebenfalls helfen, die Stadtwerke Stadtallendorf unterstützen die Betroffenen nach entsprechender Koordinierung beim Transport.

Tobias Kindermann und seine Mitstreiter planen eine gemeinsame Veranstaltung von Betroffenen, Rettungskräften und Gästen, bei denen es ebenfalls auch Spendenmöglichkeiten geben werden. In dem Haus In der Spaltanlage lebten 38 Menschen. Für die Veranstaltung gibt es auch schon zahlreiche Spenden wie Grillwürstchen und Getränke. Außer der schon angekündigten Spende von 10000 Euro sammelten Kindermann und seine Mitstreiter in nur 24 Stunden weitere 2430 Euro ein. Das Geld solle gerecht verteilt werden, betonte Kindermann. Zuallererst geht es im Moment um die Familie des Verstorbenen, eine Frau und ein Kind, die in Polen leben. Es muss zunächst die Überführung finanziert werden. Es soll regelmäßige Treffen zusammen mit Bürgermeister Somogyi geben, bei denen über die Verteilung der Spendengelder gesprochen wird. „Wir werden darüber informieren, was mit dem Geld passiert“, sagte Somogyi.

von Michael Rinde

Hilfsangebote
Die Stadt richtet eine Hotline ein, an die sich Betroffene und Spender wenden können: 06428/707-222 während der Dienstzeiten des Rathauses. Dort werden auch Spendenkonten genannt. Wer Sachspenden hat, kann sich von montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr an Daniel Witt vom Jugendzentrum, Telefon 447588 wenden. Wer Möbel spenden könnte, wenn die Betroffenen wieder Wohnungen haben, kann im Jugendzentrum eine Nachricht mit Angaben hinterlassen. Außerdem steht im Geschäft „Zeitschriften und mehr“ (Straße Am Bahnhof) eine Spendendose bereit. Die Awo sammelt ebenfalls Spenden, Informationen bei Helmut Heyn, Telefon 06428/446744, E-Mail awo-stadtallendorf@gmx.de.

 

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