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Soldaten helfen Flüchtlingen in Camps

Stadtallendorf Soldaten helfen Flüchtlingen in Camps

Seit Mitte September sind Soldaten der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 als „helfende Hände“ der Bundeswehr im Einsatz, zuerst am Standort Stadtallendorf, jetzt im Vogelsbergkreis.

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Soldaten der 4. Kompanie führen in der Herrenwaldkaserne Reparaturarbeiten an einem Bundeswehr-Fahrzeug aus.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Seit Juli gibt es am Bundeswehrstandort Stadtallendorf einen „weiteren Arbeitsmuskel“, wie es Kompaniechef Hauptmann Dr. David Bender formuliert. Aktuell gehören 90 Soldaten zur 4. Kompanie des in Unna beheimateten Versorgungsbataillons 7.

Die Hauptaufgaben der Kompanie in der Herrenwaldkaserne sind eigentlich Transport, Logistik und Instandsetzung von Material, vor allem von Fahrzeugen. Seit Mitte September sind Soldaten der Kompanie bei der Flüchtlingsunterbringung im Einsatz.

Soldaten unterstützen Katastrophenschutz im Nachbarkreis

Sie waren dabei, als das Flüchtlingscamp am Bundeswehr-Hallenbad mit dem Katastrophenschutz des Kreises in Windeseile eingerichtet wurde, ohne langen Vorlauf, Tag und Nacht. Seit 30. September ist das Camp übergeben, Ruhe ist aber für die Soldaten deshalb nicht eingekehrt. Sie unterstützen Katastrophenschutz und Land im benachbarten Vogelsbergkreis.

„Wir bauen Camps mit auf, unterstützen bei der Essensausgabe oder beraten bei logistischen Fragen oder Transportproblemen“, nennt Kompaniechef Bender einige Beispiele. Das passiert rund um die Uhr und wie beim Start in Stadtallendorf an sieben Tagen in der Woche, also auch an Wochenenden. All das läuft unter dem Einsatz-Stichwort „helfende Hände“, seit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Bundeswehr-Soldaten dafür bereitstellt. Immer wieder musste sich die Kompanie auf neue Situationen und weitere Camps einstellen.

Kompanie soll bis 1. Juli Grundbetrieb aufnehmen

Aktuell sind ihre Soldaten in Alsfeld, Lauterbach und seit Montag auch in den Notunterkünften in Homberg/Ohm im Einsatz. Bei der 4. Kompanie beruht bei diesem Einsatz viel auf Freiwilligkeit, gerade was die Nachtschichten oder die Wochenenden betrifft. „Ich habe keine Probleme, genügend Freiwillige zu finden“, freut sich Kompaniechef Bender. Viele seiner Soldaten haben ihre Wurzeln in Hessen. Das motiviere die Freiwilligen zusätzlich.

Am 2. November sollen die Stadtallendorfer von Soldaten einer anderen Kompanie ihres Bataillons abgelöst werden, um mal zur Ruhe zu kommen. Federführend ist bei diesen Unterstützungseinsätzen die Panzerbrigade 21, die zur 1. Panzerdivision gehört, unter Einbindung des Landeskommandos Hessen in Wiesbaden.

Die 4. Kompanie wird am Ende mit 239 Soldaten am Standort Stadtallendorf vertreten sein. Bis 1. Juli nächsten Jahres, so das gesteckte Ziel, soll sie ihren Grundbetrieb aufnehmen.

Einheit besteht ausschließlich aus Zeit- und Berufssoldaten

Wer nicht als „helfende Hand“ im Einsatz ist, der durchläuft seine Ausbildung, zum Beispiel bei der Instandsetzung. Ausschließlich Zeit- und Berufssoldaten bilden diese Einheit, die über besondere Fähigkeiten verfügen wird. Zug um Zug trifft in diesen Monaten das nötige Material am Standort ein.

Die Kompanie ist im Technikbereich der Herrenwaldkaserne untergebracht, nutzt dort derzeit drei Hallen und zwei Unterkunftsgebäude. Der Kontakt mit dem „Hausherrn“, der Division Schnelle Kräfte und deren Stabs- und Fernmeldekompanie am Standort, war gleich da. Die Versorgungsspezialisten sind in die üblichen Wachdienste mit eingebunden. „Es ist ein gegenseitiges Nehmen und Geben“, sagt Bender.

Möglichst schnell möchte die 4. Kompanie am Standort und auch in der Region ankommen. Da traf es sich hervorragend, dass bei der Stadt Neustadt ein Interesse an einer neuerlichen Patenschaft bestand. Die soll im November vom Neustädter Stadtparlament noch besiegelt werden, was als Formsache gelten dürfte. Bender freut sich über diese Entwicklung sehr. „Wir möchten uns hier integrieren“, unterstreicht er im Gespräch mit dieser Zeitung. Bald solle es gemeinsame Veranstaltungen mit der Stadt Neustadt, jahrzehntelang Garnisonsstadt, geben.

von Michael Rinde

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