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Sohn David übt sich bereits als Knappe

Mittelalter Sohn David übt sich bereits als Knappe

Bei ihrem dritten Mittelaltertag am Samstag drehte die Ritterschaft vom Uhlenhorst zu Betzichendorph die Zeit zurück: Besucher sahen historisches Handwerk und probierten es selbst aus.

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Susan, Jan-Luca, Anna, Alina und Nele probieren das Stricken mit einer mittelalterlichen Nadelgabel. Selina Schulz-Sonnenschein (hinten) zeigte , wie es geht.Fotos: Karin Waldhüter

Betziesdorf. Kein Handy klingelt, kein Computer summt, kein Radio dröhnt und kein Fernseher läuft. Stattdessen beißt der Rauch des offenen Feuers in den Augen, mittelalterlich Gewandete üben sich im Bogenschießen und knallen mit den Peitschen.

Was macht sie aus, die Faszination des Mittelalters? Für Martinus Eggihard Ritter derselben vom Uhlenhorst, Söldner der Hunnenburg, hinter dem fantasievollen Namen versteckt sich Martin Eckart, sind es zwei Dinge, die ihn gepackt haben. Zum einen ist es der Applaus des Publikums nach einer gelungenen Vorführung. Zum anderen sieht er darin eine Art Gegenpol zu seinem realen Leben. „Ich habe einen sehr technischen Beruf gelernt, das Leben hier ist für mich Entspannung pur“, sagt er.

Zum dritten Mal lud die Ritterschaft vom Uhlenhorst zu Betzichendorph am Samstag zum Mittelaltertag ein. Entstanden ist die Ritterschaft, die 23 Mitglieder zählt, aus der Theatergruppe des Heimatvereins.

Der Gluthitze war es zu verdanken, dass Besucher Martin Eckart im „Bruche“ zu sehen bekamen. Das ist eine Art mittelalterliches Untergewand aus Leinenstoff. „Das Wetter ist sonst kaum auszuhalten“, klagte er am Samstag.

Deswegen waren am Samstagnachmittag auch keine Ritter in ihren schweren Rüstungen unterwegs und auch die Schwertkämpfe und das geplante Kinderritterturnier mussten warten. Für die Besucher des Mittelaltertages gab es dennoch eine Menge zu bestaunen.

Sie sahen zum Beispiel den Pfeil- und Bogenmachern Sabine und Andreas Mann aus Neustadt über die Schulter oder betrachteten den selbst gefertigten Knochenschmuck von Tamara Kunz.

Adalbert von der Furth, hinter dem Namen steckt Albert Metzger, zeigte, wie man einen Beutel aus Leder näht. Ein Stück weiter bearbeitete Steinmetz Alan Primo Plebis Justo alias Andreas Meye einen Stein.

Am nächsten Stand zeigten Ilona Dreer und Selina Schulz-Sonnenschein den jüngeren Besuchern, wie im Mittelalter mit einer Nadelgabel gestrickt wurde. Ein Stück weiter strömte Schmied Oliver Emmerich der Schweiß beim Bearbeiten des Stahls nur so vom Gesicht.

Der Ritterschaft vom Uhlenhorst steht Vogt Georg Ritter von den Dreer vor. Sein Sohn David Dreer wurde im vergangenen Jahr zum Knappen geschlagen und macht jetzt eine Ausbildung zum Ritter, erlernt den Schwertkampf und die richtigen Umgangsformen.

Einen Blick konnten die Besucher auch in die 18 mittelalterlichen Zelte werfen, die rund um den Turnierplatz aufgestellt sind. Felle auf dem Boden, handgewebte Decken, Holzbetten, zusammengehalten von festen Stricken und handgearbeitete Truhen spiegelten das Leben im Mittelalter wider.

„Normalerweise schlief man im Mittelalter auf einem Strohsack, heute behelfen wir uns lieber mit einer Hartschaummatratze, weil das Stroh so schnell Feuchtigkeit anzieht und viele zu Allergien neigten“, berichtet Eckart von den eingegangenen Kompromissen mit der heutigen Zeit.

„Wir wollen nicht mit Gewalt authentisch sein“, ergänzt er. Wichtiger sei es, dass auch diejenigen mitmachen könnten, die nicht so viel Geld für eine komplette Ausstattung haben. Von Mittwoch bis Sonntag lagerten 35 Ritter, edle Frauen, Handwerksleute und Mägde auf der Wiese am Ortseingang des Kirchhainer Stadtteils.

Darunter waren auch Mitglieder der Gastritterschaft Semper Comunies aus Göppingen und weit gereiste Anhänger des mittelalterlichen Lebens aus Berlin, Nürnberg und Leipzig. Mit Einbruch der Nacht zeigte die Gruppe „Discrahelios“ eine Feuershow. Der Heimatverein Betziesdorf sorgte für die Bewirtung der Besucher.

von Karin Waldhüter

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