Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
„So schlimm sind die Spannungen nicht“

Stadtallendorf „So schlimm sind die Spannungen nicht“

Der frisch gewählte Vorsitzende des TSV Eintracht Stadtallendorf, Bernd Weitzel, will die Diskussion über die Stadtallendorfer Sportstätten versachlichen.

Voriger Artikel
„Unser Ludwig“ streut Mardorfer Platt ein
Nächster Artikel
Notlösung nimmt Gestalt an

13 Jahre lang war Bernd Weitzel Stellvertreter, seit einigen Wochen führt er den TSV Eintracht Stadtallendorf.

Quelle: Weigel

Stadtallendorf. Seit dem 3. Juli ist Bernd Weitzel Vorsitzender des TSV Eintracht Stadtallendorf. Die OP sprach mit dem 44-Jährigen über seine Ziele, die ständigen Querelen mit der Stadt und den Hessentag.

OP: Wie fühlen Sie sich nach dem Schritt vom Stellvertreter zum Vorsitzenden eines der größten Sportvereine des Landkreises?
Bernd Weitzel: Ich fühle mich gut. Im alten wie im neuen Vorstand pflegen wir eine enge Zusammenarbeit, besprechen alles, was ansteht, gemeinsam. Natürlich ist es eine Umstellung für mich gewesen, aus der zweiten Reihe nach vorne zu treten. Jetzt muss ich vieles von dem auffangen, was vor mir Helmut Rohm übernommen hatte. Das ist schon eine große Herausforderung für mich, bei der mir das deutliche Mitgliedervotum sehr gut tut.

OP: Worin werden Sie sich von Helmut Rohm unterscheiden?
Weitzel: Mit dieser Frage hatte ich gerechnet. Das ist aber gar nicht so einfach zu beantworten. Jeder Mensch hat seine Eigenarten und Vorstellungen, und ich werde sicherlich im Laufe der Zeit meine eigenen Akzente setzen. Die 90 Jahre Vereinsgeschichte sind mir dabei aber nicht egal, sie spornen mich an.

OP: Wohin wollen Sie die Eintracht sportlich führen?
Weitzel: Ich wünsche mir, das wir auf dem, was wir im Leis tungssport geschafft haben, aufbauen. Unsere erste Fußballmannschaft spielt in der Hessenliga, die Rhönradturnerinnen haben eine beeindruckende Erfolgsbilanz, und unsere Schwimmer und Leichtathleten sind bei Wettkämpfen auch ganz vorne mit dabei. Aber mir ist es genauso wichtig, dass wir im Breitensport vorankommen. Jeder soll in unserem Verein eine Möglichkeit finden, mit Freude Sport zu treiben. Das wird auch so bleiben, denn „Eintracht ist Sport und Sport ist Eintracht“.

OP: In der jüngsten Vergangenheit hat es wieder einmal massive Spannungen zwischen Eintracht-Führung und der Stadt Stadtallendorf gegeben. Sind diese zahlreichen Risse, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben, eigentlich noch zu kitten?
Weitzel: So schlimm sind die Spannungen nicht. Helmut Rohm hat sich in seiner Abschiedsrede bei der Jahreshauptversammlung schließlich ja auch ausdrücklich bei der Stadt für ihr Engagement für den Sport bedankt. Warum es in der Vergangenheit eher nach einem Scherbenhaufen statt nach einer glatten Ebene zwischen Stadt und Verein aussah, lässt sich schwer beurteilen. Wir als Verein nehmen auf vielen Ebenen Aufgaben wahr, die eigentlich Sache der Stadt sind. Und dort klappt die Zusammenarbeit sehr gut.

OP: Es sind aber immer wieder die Sportstätten, die für Zündstoff in der Öffentlichkeit sorgen.
Weitzel: Das wir als engagierter, in der Stadt verwurzelter Verein unsere Vorstellungen äußern und über Mängel bei den Hallen wie am Herrenwaldstadion klagen, halte ich für normal. Beide Seiten müssen jetzt aber sehen, dass die Diskussionen versachlicht werden und man nach gemeinsamen Wegen sucht. Manche öffentlichen Äußerungen in den vergangenen Wochen machen uns das aber nicht unbedingt leichter.

OP: Viele Beobachter haben die Spannungen der Vergangenheit auf die zerbrochene Männerfreundschaft zwischen Helmut Rohm und Bürgermeister Manfred Vollmer zurückgeführt. Lag dort das Hauptproblem?
Weitzel: Wie Menschen miteinander umgehen, und wie sehr sie ihr Gegenüber respektieren, ist oft ausschlaggebend für das Ergebnis von Diskussionen. Ich meine, das Problem lässt sich nicht auf zwei Personen reduzieren. Eine Stadt wird nicht von einer Person geführt, ein Verein wie die Eintracht hat ebenfalls viele verschiedene Facetten und Menschen, die Verantwortung übernommen haben.

OP: Wo hapert es Ihnen denn noch bei den Sportstätten?
Weitzel: Knackpunkt ist sicherlich weiterhin das Herrenwald-Stadion. Mit zwei Kunstrasen-Plätzen und dem zweiten Teil des Funktionsgebäudes ist es sicherlich zukunftsorientiert geplant und ausgebaut worden. Allerdings ist seit mehr als 20 Jahren geplant, den Rasenplatz neu zu gestalten, die Tribüne zu erneuern und zeitgemäße Laufbahnen zu schaffen, auf der wir auch Sommerwettkämpfe ausrichten können. Dass die Leichtathleten trotz dieser Widrigkeiten besonders gute Leistungen bringen, verdient besondere Anerkennung.

OP: Was ist mit der Bärenbachhalle? Glücklich war die Eintracht über die Sanierung nicht. Sie wollten einen Neubau.
Weitzel: Das Thema ist für mich abgehakt. Jeder kennt die Diskussion im Vorfeld und unsere Position. Jetzt ist die Halle saniert worden, und wir leben damit.

von Michael Rinde

Das vollständige Interview lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr