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"Sie sind ein Glücksfall für Roßdorf"

Bundesverdienstkreuz "Sie sind ein Glücksfall für Roßdorf"

Joseph Jansen war 40 Jahre lang in der Kommunal-politik tätig, besonderen Eindruck hinterließen jedoch die 60 Jahre, die er sich im Vorstand der von ihm mitgegründeten Musikgruppe engagierte.

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Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (Mitte) beobachtet, wie Landrätin Kirsten Fründt dem Roß­dorfer Joseph Jansen das Bundesverdienstkreuz am Bande ansteckt.Fotos: Florian Lerchbacher

Roßdorf. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer war beeindruckt: Er habe ja schon einige Auszeichnungen überreicht - aber 60 Jahre im Vorstand eines Vereins, das gebe es selten. „War doch nur Hobby“, kommentierte Joseph Jansen sein Engagement in der Musikgruppe Roßdorf, zu deren Gründungsmitgliedern er gehört.

Dabei gibt es keinen Grund, bescheiden aufzutreten - fand auch Nikola Orth, seine Nachfolgerin als Vorsitzende des Vereins, die Jansen für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte: „Allein das, was du für die Musikgruppe getan hast, hätte für das Bundesverdienstkreuz gereicht“, betonte sie während der gestrigen Feier.

„Sie sind ein Glücksfall für Roßdorf“, lobte Landrätin Kirsten Fründt den 80-Jähri­gen, während Schäfer ihn als „tragende Säule der Ehren­amtskultur“ bezeichnete. Jansen hatte sich schließlich nicht nur um die Musikgruppe verdient gemacht, sondern auch in der Kommunalpolitik weit mehr als eine Duftmarke gesetzt: 24 Jahre lang gehörte er dem Ortsbeirat Roßdorf an, 12 Jahre war er Stadtverordneter für die CDU und weitere fünf Jahre Stadtrat im Magistrat. In dieser Zeit brachte er verschiedene Projekte zur Weiterentwicklung Amöneburgs und seiner Heimat mit auf den Weg - herausragend war dabei sein Einsatz bei der Sanierung und dem Neubau städtischer Einrichtungen. Und das nicht nur als Theoretiker, wie Schäfer sich freute: Nein, der Roßdorfer habe auch mit angepackt und mit Eigenleistungen die Umsetzung zahlreicher Projekte vorangetrieben, zum Beispiel die Sanierung der Mehrzweckhalle und des Heiligenhäuschens, die Gestaltung des Kirchhainer Platzes oder den Bau von Parkplätzen am Haus der Vereine.

Großes Lob für „Urgestein“

Doch damit nicht genug: Das alles habe Jansen neben seiner eigentlichen Arbeit als Landwirt geleistet, lobte der Finanzminister. Das mache die Leistungen noch „einen Tick aner­kennenswerter“. Die Landrätin bezeichnete den Roßdorfer als „Urgestein“, das mit seinem Ort und der Umgebung verwurzelt sei und die Entwicklung mit präge. „In den vergangenen Jahren hat sich in der Amöneburger Kommunalpolitik viel getan - auch durch Menschen wie dich“, lobte Dr. Stefan Heck, Mitglied des Bundestages und Stadtverordnetenvorsteher von Amöneburg. Jansen habe es „auf beeindruckende Weise“ geschafft, die Interessen Roßdorfs zu vertreten und sich gleichzeitig bei Fragen, welche die Großgemeinde betreffen, Gehör zu verschaffen. Das liege an seiner ruhigen, besonnenen Art, die die Menschen zum Zuhören bringe, fasste Heck zusammen.

Der Geehrte gab sich weiterhin bescheiden und sagte, er teile den Ruhm mit seiner Frau Regine, die sein vielfältiges Engagement mitgetragen und entsprechend genauso großen Anteil an seinen Verdiensten habe.

Anschließend genoss er ein Ständchen seines langjährigen musikalischen Wegbegleiters Ewald Bieker und darf sich nun auf morgen freuen: Dann gibt die Musikgruppe Roßdorf ihm zu Ehren ein kleines Hofkonzert.

Blickpunkt

Joseph Jansen war von 1977 bis 2001 Mitglied des Ortsbeirates Roßdorf, von 1981 bis 1993 Stadtverordneter und von 2001 bis 2006 Stadtrat. Von 1971 bis 2003 engagierte er sich im Roßdorfer Pfarrgemeinderat, dessen Sprecher er 16 Jahre lang war. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der 1953 aus der Taufe gehobenen Musikgruppe Roßdorf. Im Vorstand war er unter anderem von 1953 bis 1975 Kassierer und Schriftführer und von 1996 bis 2013 Vorsitzender – inzwischen ist er Ehrenvorsitzender. Darüber hinaus brachte sich Jansen im Gesangverein Sängerlust ein, in der Freiwilligen Feuerwehr Roßdorf, im Sportverein sowie im Carnevalsclub. 2003 wurde er mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet, im Jahr 2007 nahm er die Bürger­medaille Amöneburgs entgegen. Zudem ist er Ehrenstadtrat.

von Florian Lerchbacher

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