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Seniorengerechte Wohnungen über dem Kirchhainer Bürgerhaus

17 Parteien Seniorengerechte Wohnungen über dem Kirchhainer Bürgerhaus

Das Projekt ist ehrgeizig und ziemlich einzigartig: Über einem Teil des Kirchhainer Bürgerhauses soll ein neues Gebäude für 17 seniorengerechte Wohnungen entstehen.

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Jochen Schröder zeigt die Seiten- und die Vorderansicht des Gebäudes, das die Großseelheimer Firma Gade Schlüsselfertigbau über einem Teil des Bürgerhauses für seniorengerechte Wohnungen errichten wird. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Die Großseelheimer Firma Gade Schlüsselfertigbau, die bereits die „Alte Schule“ in seniorengerechte Wohnungen umgebaut hat, will als Bauträger das Projekt verwirklichen. Während die Arbeiten am künftig von der Stadt genutzten Gebäudeteil im vollen Gange sind, hat Gade Schlüsselfertigbau mit den Arbeiten dort noch nicht begonnen. Im Gespräch mit der OP nennt Geschäftsführer Jochen Schröder dafür rechtliche Voraussetzungen, die zum Teil erst in diesen Tagen geschaffen werden. In der Tat ist das Vertragswerk zur Aufteilung und Nutzungsänderung des Gebäudes hoch kompliziert. Es regelt selbst kleinste Details wie den Lärmschutz. So dürfen künftig vom großen Saal des Bürgerhauses nur an zwei Tagen im Jahr Lärmbelästigungen ausgehen, die über das in Wohngebieten übliche Maß hinausgehen.

OP: Nach Ihrer ursprünglichen Planung sollten die Bauarbeiten für das neue Gebäude über Teilen des Kirchhainer Bürgerhauses im Mai beginnen, noch hat sich nichts Sichtbares getan. Wo klemmt‘s?

Jochen Schröder: Der rechtskräftige Vollzug des Kaufvertrags zwischen der Stadt Kirchhain und uns ist unter anderem an zwei rechtliche Voraussetzungen geknüpft: Es muss für unser Gemeinschaftsprojekt seitens der Stadt ein Bebauungsplan aufgestellt werden, zusätzlich muss auf dieser Basis eine Baugenehmigung erteilt sein. Das Verfahren des Bebauungsplans hat sich verzögert, der hierfür notwendige Satzungsbeschluss wurde erst am 22. April gefasst. Aus diesem Grund konnte auch die bereits im Oktober letzten Jahres beantragte Baugenehmigung erst danach ausgestellt werden, diese liegt uns seit wenigen Tagen vor.

OP: Sie haben ja schon Wohnungen für dieses Projekt verkauft, sind an Fristen gebunden. Was bedeuten die Verzögerungen für das Projekt?

Schröder: Aus Erfahrungen mit solchen Projekten haben wir gewisse Verzögerungen im Vorfeld eingeplant und in unseren Kaufverträgen berücksichtigt. Nach jetzigem Sachstand ist alles im grünen Bereich, so dass die Verträge fristgerecht umgesetzt werden können. Als Bauträger setzen wir einen gewissen Verkaufsstand zum Projektstart voraus, da sind wir auf einem sehr guten Weg. Die bereits beurkundeten Kaufverträge versetzen uns zusammen mit den anstehenden Beurkundungen in die Lage, das Projekt auf jeden Fall umzusetzen. Erste Bauarbeiten könnte es im August geben. Wir haben uns für eine Holzmassivbauweise entschieden, die einen hohen Vorfertigungsgrad erfordert, aber die Arbeiten vor Ort deutlich reduziert. Planung, vorbereitende Arbeiten und die Fertigung der Bauteile werden sicherlich drei Monate in Anspruch nehmen, so dass wir im Oktober mit dem Errichten des Gebäudes beginnen könnten. Den vertraglich zugesicherten Einzugstermin Dezember 2014 können wir aus heutiger Sicht dann ebenfalls einhalten.

OP: Die Stadt Kirchhain hat während der Entstehungsphase des neuen Bebauungsplans gegen Ihren Widerstand die Rechtsform von einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan hin zu einem angebotsbezogenen Bebauungsplan geändert. Was ist aus Ihrer Sicht an diesem Wechsel für Sie so schädlich?

Schröder: Ein solcher Wechsel im Verfahren - das ist zumindest unsere Erfahrung - ist nicht üblich. Wir hätten uns einen solchen Vorhabenbezug gewünscht, weil dieser unter anderem die Position des Investors stärkt. Nur mit dem Investor, welcher in den bei diesem Verfahren zu erarbeitenden Verträgen eingebunden wird, ist das Projekt dann auch umsetzbar. Die Stadt hat sich auf der Strecke anders entschieden, auch um sich die Möglichkeit offenzuhalten, das Projekt bei Bedarf mit einem anderem Investor umsetzen zu können - eine Absicht, die auch so publiziert wurde. Das hat uns als Investor und Mitinitiator für dieses Projekt verständlicherweise nicht erfreut. Gleichwohl können wir die Argumente der Stadt nachvollziehen.

OP: Es gibt einen einstimmigen Beschluss des Stadtparlaments für das Projekt, für den Bau von seniorengerechten Wohnungen im Stadtzentrum und für die Verkleinerung der von der Stadt zu unterhaltenden Bürgerhaus-Nutzfläche zusammen mit Ihrem Unternehmen, das in Kirchhain seine Gewerbesteuer bezahlt. Nun sucht die Stadt einen Notausgang zur Kooperation mit einem anderen Investor. Wie passt das zusammen?

Schröder: Das war auch für uns nicht plausibel, zumal der Satzungsbeschluss für die Aufstellung des Bebauungsplans einen Vorhabenbezug beinhaltete. Ich kann nur mutmaßen. Die abgeschlossenen Verträge zwischen der Stadt und uns beinhalten einige aus unserer Sicht notwendige Klauseln, welche Baurecht, Baugene hmigung und einen ausreichenden Verkaufsstand zur Umsetzung des Projektes bedingen. Diese Klauseln haben die Stadt zum damaligen Zeitpunkt möglicherweise dazu bewogen zu sagen: Wenn die Firma Gade es nicht hinbekommt, können wir das Projekt wenigstens mit einem anderen Investor umsetzen. Für uns war das eine wenig erfreuliche Erfahrung, aber wir müssen diese Entscheidung akzeptieren. Die Aufstellung von Bebauungsplänen obliegt der Kommune, da müssen wir uns fügen.

von Matthias Mayer

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