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"Seniorenbegleiter" helfen Mitmenschen

Soziales Projekt "Seniorenbegleiter" helfen Mitmenschen

"Mit einer Hand lässt sich kein Knoten öffnen", sagte Adelheid Sauer, die Vorsitzende des Vereins "Soziales Netzwerk Kirchhain", und rief die unterschiedlichen Generationen zur Zusammenarbeit auf.

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Die „Seniorenbegleiter“ nahmen stolz ihre Urkunden entgegen, mit denen ihre Fortbildung bescheinigt wird.Foto: Jonas Hielscher

Kirchhain. Ein „Erzählcafé“, die „Büchertauschbörse“, das Projekt „Lesepaten“ und eine Hausaufgabenbetreuung hat das „Soziale Netzwerk Kirchhain“ mit seinen 40 aktiven Ehrenamtlichen bereits eingerichtet. Nun plant der Verein einen „Computer-Kurs für ältere Menschen“, wie Vorsitzende Adelheid Sauer berichtete. Im Mittelpunkt steht aber zunächst der Start eines völlig neuen Projektes für die Ohmstadt: Es trägt den Titel „Seniorenbegleiter“.

Ganz oben auf der Prioritätenliste der Ehrenamtlichen stehe schließlich die Betreuung von älteren Menschen, erklärte Sauer und freute sich, dass 17 Frauen und ein Mann ihre Ausbildung zum „Seniorenbegleiter“ absolvierten.

Ingrid Labitzke, Mitarbeiterin des Pflegestützpunkt Marburg und tatkräftig Mitwirkende am Kirchhainer Projekt, erläuterte die Aufgaben und Ziele der „Seniorenbegleiter“: Es geht darum, seinen Mitmenschen zu helfen und sie in ihrer Selbständigkeit zu unterstützen oder ihnen schlicht als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. Zunächst müsse zwischen „ehrenamtlicher Arbeit“ und „niederschwelligen Dienstleistungen“ unterschieden werden. Ehrenamtlich sei ein einfühlsames Gespräch, das gemeinsame Spielen oder Spazierengehen. Eine „Dienstleistung“ sei hingegen zum Beispiel der Hausputz oder Einkauf. Auch diese Aufgaben würden die „Seniorenbegleiter“ übernehmen - dafür erhielten sie allerdings eine Vergütung, betonte Labitzke.

Friederike Nebel koordiniert Angebot und Nachfrage

Als die 18 Bürger, die sich zu „Seniorenbegleitern“ ausbilden ließen, kürzlich ihre Zertifikate erhielten, wurden Nägel mit Köpfen gemacht und ein Termin für den Start des Projektes festgelegt: Ab dem 15. April sollen ältere und bedürftige Menschen die Möglichkeit haben, beim Sozialen Netzwerk um Begleitung und Betreuung zu ersuchen. Ab dann soll es eine Art Sprechstunde geben: Friederike Nebel wird im neuen Domizil des Netzwerkes in der Biegenstraße zu bestimmten Zeiten als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Die genauen Uhrzeiten und weitere Details stehen zwar noch nicht fest, werden aber noch bekanntgegeben.

18 „Seniorenbegleiter“ werden sich künftig offiziell um das Wohl ihrer Mitmenschen bemühen. Sauer ist stolz, dass sich so viele Bürger - aus Kirchhain, den Stadtteilen aber auch aus Nachbarstädten - für das Projekt begeisterten und an der Ausbildung teilnahmen. Einen besonderen Akzent setzte Sauer mit dem Satz „Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen“. Damit wollte sie die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Generationen herausstellen - eine Grundlage des Projektes.

Seit September 2012 hatten die ehrenamtlich Engagierten Schulungen zu unterschiedlichsten Themenfeldern besucht. Unter anderem ging es um wichtige Grundlagen zu Themen wie „Demenz“, „allgemeine Betreuung“ oder „Erste Hilfe bei alten Menschen“. Inzwischen haben alle „Seniorenbegleiter“ ihre Qualifizierung abgeschlossen. Aus diesem Grund gab es ein kleines Fest im Altenheim „Haus Elisabeth“, bei dem die Teilnehmer Urkunden erhielten.

von Jonas Hielscher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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