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Selbst ist der Himmelsberger

Dorf verwaltet sein Gemeinschaftshaus Selbst ist der Himmelsberger

Wozu braucht ein 200-Seelen-Dorf wie Himmelsberg für sein Dorfgemeinschaftshaus eine komplette Seminar- und Tagungsausstattung? Ganz einfach: um das Haus für die Dorfgemeinschaft zu erhalten.

Himmelsberg. Seit dem 13. Oktober ist der Förderverein Dorfgemeinschaftshaus Himmelsberg Besitzer des frisch sanierten Gebäudes - mit allen Rechten und Pflichten. Zu den Pflichten gehört die Unterhaltung des Hauses, und für diese muss der jüngste Spross der Himmelsberger Vereinsgemeinschaft Mieteinnahmen erwirtschaften. Da die Vermietung an Himmelsberger Bürger und vereine allein nicht ausreichen, ist der 44 Mitglieder zählende Verein unternehmerisch auf dem Markt tätig geworden und hat Nutzer aus der Region für sein Objekt angeworben. Mit Erfolg.

„Früher wurde das Haus fast ausschließlich durch Himmelsberger genutzt. Seitdem wir das Dorfgemeinschaftshaus betreiben, haben wir es schon siebenmal an Auswärtige vermietet. Und für das kommende Jahr sind bereits sechs Termine extern vergeben“, berichtet der Vereinsvorsitzende Frank Werner von den erfolgreichen Bemühungen um eine höhere Auslastung.

Damit diese nachhaltig gegeben ist, hat der Verein kräftig investiert in einen Beamer, Leinwand, zwei TV-Geräte, Beschallungsanlage mit schnurlosen Mikrofonen, Heimkinoanlage, Terrassenmöbel, Geschirr und Besteck sowie in eine Beschattungsanlage.

Wie kann sich ein so junger Verein solche Ausgaben leisten? Adrian Bader, 2. Vorsitzender des Fördervereins, klärt auf: „Die ortsansässigen Vereine haben uns nicht im Regen stehen lassen und uns mit einer Anschubfinanzierung enorm geholfen, wobei der Heimatverein mit seiner 2000-Euro-Spende den Anstoß gab.“ Weitere Spenden gaben die Freiwillige Feuerwehr und der Verschönerungsverein (je 2000 Euro) sowie die Eheleute Arnulf und Marion Preis (500 Euro). Und - ganz aktuell - Willibald Preis. Der Himmelsberger Bürger und Kirchhainer Stadtverordnetenvorsteher hatte zu seinem 70. Geburtstag anstelle von Geschenken um Spenden für den Förderverein gebeten. Dabei kamen 2209 Euro zusammen, die Willibald Preis an den nun schon mit fast 9000 Euro aus dem Ort bedachten Verein übergab.

Die Übernahme der Hausbetreuung durch den Verein war Bedingung der Stadt Kirchhain für deren Beteiligung an den Sanierungskosten. Auf diese Art und Weise spart die Stadt Geld; dieses Modell gibt es auch in Burgholz und Schönbach. Ermöglicht wurde die Sanierung wiederum durch die 2003 erfolgte Aufnahme Himmelsbergs in das Dorferneuerungsprogramm, deren Königsprojekt die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses ist.

„Mit Dorferneuerung haben wir in Himmelsberg Erfahrung. Eigentlich betreiben wir seit dem 15. Dezember 1975 permanent Dorferneuerung. Damals haben wir den Verschönerungsverein gegründet und angefangen, das ganze Dorf auf den Kopf zu stellen“, blickt Willibald Preis in der Historie weit zurück. Die Anstrengungen der Dorfgemeinschaft für ein schöneres und zukunftsfestes Himmelsberg wurden zweimal herausragend belohnt: 1998 mit dem zweiten Platz im Bundeswettbewerb „Unser Dorf“ und 2003 mit der Aufnahme in die Dorferneuerung.

Eigenleistung spielte damals wie heute die zentrale Rolle. Für die Dorferneuerung hatte eine Arbeitsgemeinschaft zwölf Projekte erarbeitet, für deren Verwirklichung die Investitionsbank dem Ort 430000 Euro zur Verfügung gestellt hatten. Nach dem Abschluss des elften Projekts waren davon erst 79000 Euro ausgegeben. Allein die großen Eigenleistungen, darin sind sich Ortsvorsteherin Lioba Fabian und Willibald Preis einig, haben es ermöglicht, dass so viel Geld für das Bürgerhaus als zwölftes und letztes Projekt übrigblieb.

Noch teilen sich Frank Werner und Adrian Bader die Aufgaben rund um die Vermietung. Später soll diese Aufgabe monatlich unter Vereinsmitgliedern wechseln, wobei die Telefonnummer für Buchungen stets gleich bleibt: 06422/ 898788. Eine Internetseite ist derzeit noch imAufbau:www.dgh-himmelsberg.de

von Matthias Mayer

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