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Seit 25 Jahren auf der Bühne

Mitmensch Seit 25 Jahren auf der Bühne

Er ist ein Hans Dampf in allen Gassen und aus dem Anzefahrer Dorfgeschehen überhaupt nicht wegzudenken. Jeder im Ort kennt ihn, er ist Mitglied in vielen Vereinen und er gehört zu der Sorte, die nicht nur ihren Beitrag zahlen.

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In diesem Jahr glänzte Winfried Bauerbach als schrulliger, blinder Klavierstimmer Mr. Phips.

Quelle: Alfons Wieber

Anzefahr. Winfried Bauerbach hat viele Interessen, aber seine ganz große Leidenschaft gehört der Laienschauspielerei – und der frönt er seit genau 25 Jahren.

Seit das Theaterspiel in der Kolpingsfamilie in 1992 wiedergeboren wurde, ist er mit dabei. Mittlerweile ist er der Einzige, der von dem damaligen Ensemble übrig geblieben ist. Und er ist auch der Einzige, der bei allen 25 Aufführungen der Vergangenheit mitgespielt hat:

1992 stand er als Georg Senkpiel in der Posse „Mit Küchenbenutzung“ von Hans Kirchhoff auf der Bühne, wenig später spielte er den hoffnungslos überforderten Teddy Brewster in dem bekannten Lustspiel „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring.

Textsicherheit ist phänomenal

2006 verkörperte er Dr. Hubert Bender in „Und alles auf Krankenschein“ von Ray Cooney und in seiner jüngsten Rolle war er als der blinde Klavierstimmer Mr. Phips in dem Lustspiel „Hexenschuss oder Der Bandscheiben-Vorfall-“ zu sehen. Da stand er sogar an seinem 58. Geburtstag auf der Bühne.

Dabei gelang es Bauerbach mit der ihm eigenen ausdrucksstarken Gestik und Mimik sowie seinem hintergründigen Humor, die Zuschauer – die stets in großen Scharen zu den Aufführungen der Anzefahrer Theatergruppe in die Mehrzweckhalle kommen – zum Staunen und Lachen zu bringen.

Dank seiner großen Erfahrung kann ihn mittlerweile kaum mehr etwas erschüttern. Seine Textsicherheit ist phänomenal und immer wieder würzt er die Szenen mit nicht geplanten schlagfertigen Bemerkungen. Alfons Kießling, der Vorsitzende der Anzefahrer Kolpingfamilie, bezeichnet Bauerbach als einen Mann, der sich überall auskennt, der anpacken kann und auf den unbedingt Verlass ist.

„Wenn Winfried zu einer Unterstützung angesprochen wird sagt er ja. Und wenn er ja gesagt hat, ist er auch da und hilft“, freute sich Kißling über sein zuverlässiges Mitglied. Nach 25 Jahren will Bauerbach aber nun Schluss machen mit der Schauspielerei. „25 Jahre sind genug. Jetzt müssen Jüngere ran“, meint er.

Das zweite große Steckenpferd des Laienschauspielers ist der Gesangverein. Seit vielen Jahren gehört er beim MGV 1903 Cäcilia Anzefahr, der in 2013 sein 110-jähriges Bestehen feiern konnte, zu den treuesten Sängern. Von 1986 bis 1991 war er 2. Kassierer. Seit 1991 ist er nun 2. Vorsitzender bei den Anzefahrer Sängern.

Kommunalpolitisch war Bauerbach von 1993 bis 1997 und von 2001 bis 2011 als Ortsbeiratsmitglied tätig. Ortsvorsteher Peter Thiel schätzt an ihm besonders seine offene und direkte Art, seine Meinung zu äußern sowie die Art und Weise, wie er gestellte Aufgaben und Probleme im Ort mit eigenen Lösungsvorschlägen angeht.

Beim Anzefahrer Fasching ist Bauerbach seit 1985 aktiv: Man kennt ihn als „Protokoller“ ( Foto: Wieber). Im weißen Hemd und mit Fliege berichtet er alljährlich in der Bütt in lustiger und gereimter Form über das Dorfgeschehen aus dem jeweils vergangenen Jahr und erntet dabei immer wieder Lachsalven und großen Applaus.

Auch sonst engagiert sich Bauerbach gerne fürs Allgemeinwohl. Beispielsweise war der Fußweg zum Friedhof an der Sindersfelder Straße jahrelang ein Ärgernis und Sicherheitsrisiko für die Anzefahrer gewesen. Auch an der Herstellung von rund 140 Metern Pflasterweg, der an der Mehrzweckhalle beginnt und am Friedhof endet, war Bauerbach aktiv beteiligt. Darüber hinaus arbeitete er von 1985 bis 2012 im Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde mit.

von Alfons Wieber

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