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Sehen, hören, tasten, riechen, schmecken

Kindergarten-Kinder erkunden Stadtkirche Sehen, hören, tasten, riechen, schmecken

Groß und mächtig thront die Rauschenberger Stadtkirche über der Stadt. Trotz seiner exponierten Lage ist das Gotteshaus vielen Kindern noch fremd. Das will dieKirchengemeinde jetzt ändern.

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Fertigmachen zur Motivsuche: Die künftigen Schulanfänger der Kita Mäuseburg zeigen Elemente ihrer Kirche, die sie gleich im Original aufspüren werden. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Julia Weber verteilt vor der Kirche Fotos mit Detailaufnahmen der Rauschenberger Kirche. Die 20 Kinder der „großen“ Gruppe der evangelischen Kita Mäuseburg, die im Sommer eingeschult werden, sind kaum zu halten. Sie wollen am liebsten gleich losstürmen, um das Detail der Kirche zu finden, das auf ihrem Foto abgebildet ist. Das Bilder-Memory steht am Anfang eines mehrwöchigen Projekts, das am 13. Juli mit einem Kindergartenfest auf dem Gelände rund um die Stadtkirche enden wird.

„Die Kinder sollen ihre Kirche mit allen Sinnen erfahren und erleben“, skizziert Pfarrerin Kathrin Wittich das Ziel des Projekts. Die Projektinhalte erarbeitete die Pfarrerin gemeinsam mit der Erzieherin Ilona Gerbitz-Mess, der Erzieherin Heidrun Goldbach, der Praktikantin Julia Weber und dem Großvater eines Kindergarten-Kindes.

Die Vorgabe „mit allen Sinnen“ ist durchaus wörtlich gemeint. Am Anfang ist der Sehsinn gefragt. Die Kinder werden ihre Kirche erst von außen, dann aber auch von innen erkunden. Das Innere der Kirche lernen die Kinder aus den unterschiedlichsten Perspektiven kennen: Von der Kanzel, von der Orgelempore, aus den Ecken und von den Kirchenbänken aus. Eine besondere Aufgabe: Die Kinder sollen die Gerippe-Bögen des Deckengewölbes im Chorraum studieren und diese als Mandala zeichnen.

Dann ist der Tastsinn gefragt. „In der nächsten Woche bauen wir ein Modell der Kirche aus Pappmaschee“, kündigt Kathrin Wittich an. Und wie sich die Kirche anfühlt, wird ertastet: spröder Stein, glattes Holz, kühles Metall.

Abendmahl zum Schluss

Natürlich gibt es während der Projektwochen auch was auf die Ohren. Die Orgel wird so laut spielen, dass die Kinder sie schon von der Kita aus hören. Klingt die Orgel überall im Kirchenschiff gleich? Hier muss genau hingehört werden. Und der gemeinsam gesungene Kanon vermittelt den Kindern, wie sehr die Akustik ihre Stimmen trägt.

Zu riechen gibt es auch was, denn das alte Gemäuer riecht bei jedem Wetter anders. Und zu schmecken natürlich. „Wir feiern mit den Kindern das heilige Abendmahl mit Brot und Traubensaft“, kündigt die Pfarrerin an. Zuvor werden die Kinder den leeren Altar mit den Dingen bestücken, dir für einen Abendmahlsgottesdienst notwendig sind: Kreuz, Bibel, Kerzen, Blumen, Abendmahlsgeräte, Brot und Saft. Auch das ist eine sinnliche Erfahrung.

Eine Wanderung nach Schwabendorf mit der Besichtigung der Kirche steht ebenfalls auf dem Programm. Zum Abschluss übernachtet die ganze Mannschaft gemeinsam in der Stadtkirche. Dabei können die Kinder erkunden, wie man in der Kirche träumt.

von Matthias Mayer

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