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Seelsorger erscheint in Lederkleidung

Motorrad-Gottesdienst Seelsorger erscheint in Lederkleidung

Mit steigenden Temperaturen beginnt alljährlich die Motorradsaison: 200 Motorradfahrer holten sich in der Kirche Christkönig den Segen für ihre bevorstehenden Fahrten ab.

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Pfarrer Diethelm Vogel übernahm die obligatorische Segnung
der Maschinen vor der Ausfahrt. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Schwarze Lederkluft und heiße Öfen dominierten am Samstag rund um das Gelände der katholischen Pfarrkirche Christkönig, die zum Treffpunkt für rund 200 Motorradfreunde aus ganz Hessen geworden ist. Vor dem Altar reihte sich Motorradhelm an Motorradhelm, kleine Mini­bikes waren aufgebaut, und während die Biker in das Gotteshaus strömten, begann die 13-köpfige Gruppe GosPop aus Rabenau bekannte Hit wie „Walking in Memphis“ oder das Spiritual „This little light of mine“ zu spielen.

Leadsänger Sascha Klein und Christa Schnecker schaffen es gemeinsam mit Chor und Band und mit Liedern, die ins Ohr gehen und von dort direkt in die Füße, für eine ganz besonders lockere Atmosphäre zu sorgen.

Die Motorradfreunde Mar­burger Land hatten zum 18. ökumenischen Motorradgottesdienst mit einer anschließenden 35 Kilometer langen Ausfahrt in Richtung Rauschenberg und zu obligatorischen „Benzingesprächen“ bei Grillwurst und Getränken eingeladen.

Doch nicht nur die Gottesdienstbesucher trugen überwiegend Lederkluft, auch bei Pfarrer Diethelm Vogel lugten unter dem Messgewand schwarze Biker-Stiefel hervor und sein evangelischer Kollege Olaf Schmidt, Motorradseelsorger der Evangelischen Kirche in Kurhessen Nassau, trat ganz in schwarzem Leder vor den Altar. Während des Gottesdienstes geht es locker zu und es wird geklatscht und mitgesungen. „Wir wissen um die reichen Freuden, die uns das Motorradfahren bringt, aber auch um die Gefahren im Straßenverkehr“, rief Stadtpfarrer Vogel in seiner Begrüßung ins Gedächtnis. Den Epheserbrief Kap. 4 über die Einheit im Geist stellte Pfarrer Olaf Schmidt an den Beginn seiner Predigt und beleuchtete die Tradition des Motorradgrußes. „Ich habe dich gesehen, uns verbindet etwas“, zeige der Gruß. „Wir wissen, dass uns die Vorfahrt nichts nutzt, wir wissen, dass es auch immer darum geht, uns nicht zu überschätzen, wir wissen, dass wir in Gottes Hand sind“, so Schmidt.

Im Psalm 122 für Biker und den Fürbitten finden die Mitglieder der Motorradfreunde die passenden Worte. „Sei du unser Navi auf dem Weg durchs Leben“, heißt es da. Weiter bitten Jürgen Wasserberg, Günter Köller, Matthias Schneider, Marianne Pitz und Ludger Pitz um gegenseitigen Respekt im Straßenverkehr und um Schutz auf allen Wegen.

Bevor sich der imponierende Konvoi von 200 Motorrädern, begleitet von der Motorradstaffel des Polizeipräsidiums Mittelhessen, auf den Weg macht, besprengt Pfarrer Vogel die Fahrzeuge mit Weihwasser. Da die Gruppe GosPop auf die Gage verzichtete, geht die Kollekte an das Elisabeth-Hospiz in Marburg.

von Karin Waldhüter

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