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Schweinsberger müssen länger warten

Bürgerhaus-Sanierung Schweinsberger müssen länger warten

Die Realitäten haben die Zeitplanung der Stadt­verwaltung bei der Sanierung des Bürgerhauses Schweinsberg überholt. Wann das Gebäude wieder nutzbar sein wird, ist inzwischen gänzlich offen.

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Das Bürgerhaus Schweinsberg ist seit Juli vergangenen Jahres geschlossen und wird es auch noch unbestimmte Zeit bleiben. Archivfoto: Michael Rinde

Schweinsberg. Die Sanierung des Bürgerhauses Schweinsberg bekommt den Charakter einer unendlich werdenden Geschichte. Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Bürgermeister Christian Somogyi noch für die Stadtverwaltung erklärt, dass das Gebäude ab Ende Februar wieder zur Verfügung stehen wird. Davon ist inzwischen keine Rede mehr. Einen neuen Termin will Somogyi auch nicht mehr nennen. „Wir wagen keine Prognose derzeit“, sagt der Verwaltungschef auf Anfrage der OP.

Was hat den Zeitplan abermals durcheinandergebracht? Wie die OP mehrfach berichtete, hatten sich bei der geplanten Sanierung im Inneren des Bürgerhauses schwerwiegende Mängel bei Brandschutz und Elektrik gefunden.

Darauf hin leitete der städtische Eigenbetrieb Dienstleistungen und Immobilien (kurz DuI) ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren ein. Gutachter müssen die Mängel bewerten und dabei feststellen, ob Planungsbüros in den Jahren 1995/96 gegen schon damals geltende Vorschriften verstießen. Doch auf diese Gutachten wartet die Stadt weiterhin. Der vom Landgericht Marburg benannte Sachverständige für den Brandschutz wird nun in einer Woche zum ersten Besichtigungstermin nach Schweinsberg kommen. Für die Untersuchung der Elektrik, die unter Zwischendecken verborgen ist, ist jedoch noch kein neuer Sachverständiger bestellt. Nach Informationen der OP hatte das Gericht auch für die Elektroanlagen im Dezember bereits einen unabhängigen Sachverständigen benannt. Dieser hat den Auftrag jedoch kurzfristig wieder zurückgegeben.

Bürgermeister Somogyi wollte das nicht kommentieren, zu Einzelheiten des laufenden Verfahrens äußere er sich nicht öffentlich. Fakt bleibt: Bevor die Gutachter die Baustelle nicht besichtigt und wieder freigegeben haben, darf nicht weitergebaut werden. Und das kann nun noch dauern. „Wir hatten einen anderen Zeitplan, der ist jetzt aus dem Ruder gelaufen“, bringt es Stadtallendorfs Bürgermeister auf den Punkt. Andererseits könne es sich die Stadt nicht leisten, möglicherweise auf einen Betrag von rund 300000 Euro zu verzichten. Diese Summe könnte die Stadt offenbar geltend machen, wenn die Gutachter tatsächlich Fehler der damaligen Planungsbüros nachwiesen. Schweinsbergs Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer ist erwartungsgemäß von der neuen Entwicklung „alles andere als begeistert. Das alles geht auch auf Kosten der Vereine.“ Selbst wenn die Gutachter ihre Arbeit getan hätten, sei noch nicht klar, wann es mit der Sanierung weitergehe. Schließlich stünden die beauftragten Unternehmen ja auch nicht kurzfristig wieder zur Verfügung. Zwar halten die Schweinsberger Vereine ihre Hauptversammlungen aktuell im Schulungsraum der Feuerwehr ab. Das wurde auch von der Verwaltung genehmigt.

Andere Vereine sind aus Sicht des Ortsvorstehers schmerzlicher von der andauernden Bürgerhausschließung betroffen. Als Beispiel führt er den SV Schweinsberg an. Der Verein muss für seine Faschingsveranstaltungen im Saal Schwab Miete zahlen.

„Und das geht für einen Verein natürlich an die Substanz“, meint Ortsvorsteher Fleischhauer. Die beiden Fastnachtsveranstaltungen des SV Schweinsberg finden am 6. und 7. Februar (Prunksitzung) statt. Der Verein hatte sich für zwei Veranstaltungen entschieden, da der Saal Schwab deutlich kleiner ist als der Saal im Bürgerhaus. Am 1. Juli wird es ein Jahr her sein, dass das Schweinsberger Bürgerhaus geschlossen wurde. „Sollte es wirklich so lange mit der Sanierung dauern, dann wird es für manche Schweinsberger Gruppe echt eng“, blickt Fleischhauer schon mal nach vorne. Er denkt dabei insbesondere an die Kegelbahn im Bürgerhaus, die nicht mehr genutzt werden kann.

Bürgermeister Christian Somogyi bedauert die Folgen für die Schweinsberger Vereine. „Aber ich freue mich, dass es zumindest für den Schweinsberger Fasching gelungen ist, eine Lösung zu finden“, ergänzt er.

von Michael Rinde

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