Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Schweinebraten macht Mattes weich

Kolping spielt Theater Schweinebraten macht Mattes weich

Eine großartige Leistung lieferten die Laienschauspieler der Niederkleiner Kolpingfamilie bei zwei Aufführungen des Lustspiels „Wer nicht hören will, muss fühlen“ ab.

Voriger Artikel
Der Großvater: ein Name in Zeile vier
Nächster Artikel
Defizit schrumpft, Bürger zahlen

Wie die sieben Plagen der Menschheit bricht Radka (Mitte, Ursula Schlitt) in das Leben von Mattes (zweiter von links, Fritz Gnau) hinein und verpasst dem alten Hagestolz erst einmal eine richtige Rasur (kleines Foto). Fotos: Klaus Böttcher

Niederklein. In der Ankündigung hatten die Gastgeber die Besucher vorsorglich vor einem Frontalangriff auf deren Lachmuskeln gewarnt - und nicht übertrieben. Die Lachsalven der Zuschauer waren bei den jeweils zweieinhalbstündigen Aufführungen im zweimal fast ausverkauften Bürgerhaus ­sogar auf der Straße zu hören.

Das turbulente Stück spielt in der Stube des alten Mattes. Dort gibt es ein heilloses Durcheinander mit vielen Verwechslungen, flotten Sprüchen, einem Happy End und vor allen Dingen ausgezeichnete schauspielerische Leistungen zu bewundern. Die neun Akteure beeindrucken durch Ausdrucksstärke, großartiger Gestik und Mimik und Textsicherheit. Die Besucher dankten es den Schauspielern mit Szenenapplaus und langanhaltendem stürmischen Beifall am Ende. Die Theatergruppe der Niederkleiner Kolpingfamilie schafft es immer wieder, zu den bewährten Darstellern junge Talente aufzubauen.

Im Mittelpunkt des Stückes stehen Onkel Mattes (Fritz Gnau) und sein verlotterter Haushalt. Weil sie ihrer Mutter auf dem Totenbett versprochen haben, sich um Mattes zu kümmern, engagieren dessen Nichten Helma (Kristin Ludwig) und Josefa (Selina Rudolf) für ihren nervigen Onkel eine „Rundumbetreuung“ aus Polen. Dabei werden sie von der Nachbarin Erna Greulich (Marion Gnau) unterstützt. Erna ist mit Harry, dem nicht immer treuen Gigolo, (Wolfgang Gnau) verheiratet, der sich für ein „Blind Date“ in Onkel Mattes’ Haus verabredet hat.

Die beiden Nichten versprechen dem Onkel eine junge adrette Polin als Rundumbetreuung. Er stimmt schließlich zu und ist zusammen mit Ernas Vater und seinem Saufkumpan Alfons (Erwin Grimmel) sehr gespannt und schließlich freudig erregt, als die attraktive Ludmilla (Angela Brand) erscheint, die in Wirklichkeit aber Harrys Verabredung ist. Es taucht die echte Polin Radka (Ursula Schlitt) auf. Die erweist sich als ein herrisches Mannweib, und so möchte der alte Mattes sie schnell wieder los werden.

In das Durcheinander und die ganzen Verwechslungen platzt immer wieder der Staubsaugervertreter Swirl (Aline Horner) hinein. Trotz ständigen Niesens wegen einer Katzenhaarallergie bringt er den Staubsauger „Tiger“ an den Mann. Der ­alte ­Mattes gewöhnt sich schließlich an gutes Frühstück, Ordnung im Haushalt und die Aussicht auf Schweinebraten. Deshalb gibt er am Ende seine ablehnende Haltung gegenüber Radka auf.

von Klaus Böttcher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr