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Schulleiter erwarten große Belastungen

Grundschul-Betreuung Schulleiter erwarten große Belastungen

Die Leiter der beiden Grundschulen in Wohratal sehen die vom Gemeindevorstand beabsichtigten Einschränkungen bei der Grundschulbetreuung mit großer Sorge.

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Die Mittelpunktschule ist einer der beiden Wohrataler Grundschulstandorte. Archivfoto

Wohratal. Der Wohrataler Gemeindevorstand beabsichtigt, die Beteiligung der Gemeinde an der Grundschulbetreuung zum Schuljahr 2015/2016 zu beenden (die OP berichtete am Samstag). Seit Jahren finanziert Wohratal die Randzeiten des Betreuungsangebotes an der Grundschule Wohra und der Mittelpunktschule in Halsdorf.

Der Leiter der Mittelpunktschule, Michael Vaupel, gab sich am Montag überrascht. „Dass dies schon beschlossen ist, das habe ich so erst aus der OP erfahren“, erklärt er. Bei einem Telefonat habe ihm der Bürgermeister nur angekündigt, dass es entsprechende Überlegungen gibt.

Inhaltlich hat Vaupel große Bedenken gegen die Entscheidung. Allerdings kenne er als langjähriger Kommunalpolitiker die Zwänge, unter denen die Politik in den Städten und Gemeinden stehe. Der gesellschaftliche Umbruch, durch den beide Elternteile häufig berufstätig sind, sei längst auf dem flachen Land angekommen. „Deshalb sind die von der Gemeinde bisher finanzierten langen Betreuungszeiten bis 17 Uhr teilweise einfach notwendig“, sagt Vaupel. Ob der von Landrätin Kirsten Fründt angesprochene „Pakt für den Nachmittag“ des Landes eine Lösung bringen werde, könne er nicht absehen.

Marina Lerch, die Leiterin der Grundschule Wohra, sieht sich, anders als ihr Kollege Michael Vaupel, über die Entscheidung ausreichend informiert. Doch einbezogen in den Entscheidungsprozess des Gemeindevorstands fühlt sie sich ebenfalls nicht. „Das war im vergangenen Jahr anders, als es eine öffentliche Debatte über die Zukunft der beiden Grundschulen gegeben hat“, sagt sie im Gespräch mit der OP. Sie will sich, nach Rücksprache mit ihrem Kollegen, auch noch einmal formell gegenüber dem Wohrataler Gemeindevorstand äußern und Position beziehen. Vor allem die Randzeiten, die die Gemeinde derzeit finanziere, seien es, die die Eltern benötigten, unterstreicht Lerch.

Auch sie sieht eine gute und umfangreiche Grundschulbetreuung als einen wichtigen Standortfaktor für Familien. Ob der Landkreis als Träger zukünftig den wegfallenden Anteil der Gemeinde ausgleichen kann und wird, vermag sie nicht zu sagen. „Natürlich wäre das schön“, äußert sie den Wunsch.

Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) wiederholte am Montag gegenüber der OP sein Bedauern über die Entscheidung des Gemeindevorstandes. Doch finanziell gesehen sieht er keine Alternative. Was die Kritik von Schulleiter Vaupel angeht, sieht er aber keinerlei Versäumnis: „Ich habe ihn bei einem Telefonat darüber informiert, dass wir das beabsichtigen.“

Im nächsten Schritt will Hartmann im Haushaltsentwurf 2015 entsprechend weniger Geld für die Grundschulbetreuung vorsehen. Bis Ende Juli ist die Gemeinde aufgrund gültiger Vereinbarungen und Arbeitsverträge in jedem Falle noch in der Pflicht. „Dann wird man sehen, wie das Parlament letztlich mit dem Thema umgeht. Erst dann beginnt der politische Diskussionsprozess“, sagt Hartmann.

Die Gemeinde Wohratal finanziert derzeit die Grundschulbetreuung in der Zeit von 7 Uhr bis 8.30 Uhr und von 15 bis 17 Uhr an beiden Grundschulstandorten. Die Kernzeit wird vom Landkreis als Träger des Betreuungsangebotes abgedeckt.

von Michael Rinde

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