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Schuldenfrei, aber nicht sorgenfrei

TSV Eintracht Stadtallendorf Schuldenfrei, aber nicht sorgenfrei

Der TSV Eintracht Stadtallendorf ist sportlich breit aufgestellt, besitzt eine vom Zusammenhalt geprägte gute Vereinsstruktur und ist wirtschaftlich kerngesund. Und doch plagen den zweitgrößten Sportverein des Landkreises einige Probleme.

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Das „Kleeblatt“ arbeitet für 2129 Eintracht-Mitglieder (von links): Manfred Handstein, Tobias Gies, Britta Novosad und Bernd Weitzel.

Quelle: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Dies wurde während der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins deutlich, die am Freitagabend in der vollbesetzten Stadiongaststätte stattfand. Geladen hatte dazu das „Kleeblatt“, wie der vierköpfige Vorstand des Gesamtvereins genannt wird. Vorsitzender Bernd Weitzel berichtete von einem harmonischen Miteinander im „Kleeblatt.“ „Aber auch die gute Zusammenarbeit mit Euch macht einfach nur Spaß“, sagte er an die Adresse der Mitglieder aus den acht Abteilungen. Weitzel würdigte besonders das Engagement der ehrenamtlichen Übungsleiter und Betreuer, die es dem Verein erst ermöglichten, Jugend-, Sozial- und Integrationsarbeit im besten Sinne anzubieten und dem Nachwuchs durch gute Ausbildung sportliche Perspektiven aufzuzeigen.

Mit 2129 Mitgliedern hat die Eintracht einen stabilen Mitgliederbestand, wie Schriftführer Wolfgang Genz mitteilte. 960 Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren stellten die stärkste Altersgruppe des Vereins. Diese Zahl verdeutliche die soziale Aufgabe, die die Eintracht zu stemmen habe. In der Altersgruppe zwischen 15 und 40 Jahren gebe es einige Lücken. Die Altersgruppen Ü40 und Ü60 seien dagegen mit 630 und 300 Mitglieder stark vertreten.

Engpässe bei den Sportstätten beklagte Tobias Gies. Die Eintracht werde vereinsintern die Hallenbelegungspläne neu strukturieren, um die Ausfallzeiten der durch das Feuer in der Mehrzweckhalle besonders betroffenen Abteilungen zu reduzieren, kündigte der 2. Vorsitzende an. Der Verein werde sich auch an den Beratungen zum Sportstättenplan beteiligen, obwohl schon einige Festlegungen getroffen worden seien, sagte Gies und nannte den Wiederaufbau der Mehrzweckhalle, die geplante Sanierung des Hallenbades und die Erneuerung des zweiten Kunstrasenplatzes.

Die Sportstätten-Problematik zog sich wie ein roter Faden durch die Berichte der Abteilungsleiter. So beklagte Klaus-Peter Rädel für die 250 Leichtathleten die Zerstückelung der Trainingsstätten, die eine kontinuierliche Trainingsarbeit erschwere. Wesentlich schwieriger ist die Situation für die Eintracht-Handballer, die am Karfreitag 2010 beim Brand der Mehrzweckhalle ihre Trainings- und Spielstätte verloren. Zum Teil müssten sich drei Mannschaften im Training eine Halle teilen. Das sei untragbar, klagte Martin Schneider. Wegen fehlender Hallenkapazitäten habe die Abteilung zwei Jugendmannschaften abmelden müssen. Und dies, obwohl die Abteilung mit ihrer Jugend höhere Ziele anstrebe. So stehe die männliche A-Jugend vor der Qualifikation für die Oberliga.

Die anstehende Sanierung des Hallenbades sieht Michael Schudy für die 200 Mitglieder starke Schwimmabteilung, die seit vielen Jahren immer wieder Schwimmer in die deutsche Spitzenklasse geführt hat, als existenzbedrohend an. Die 30-köpfige Leistungsgruppe von Trainer Wolfgang Schüddemage lasse sich in einem anderen Bad unterbringen, nicht aber die 170 Kinder. Während einer zweijährigen Sanierungsphase des Hallenbades drohe der Abteilung hier ein Totalverlust.

Positive Nachrichten gab es aus der Fußball- und der Turnabteilung. Fußball-Chef Reiner Bremer berichtete nicht nur vom aktuellen Höhenflug des Hessenliga-Teams, sondern auch von der Absicht, mit Hilfe der DFB-Stützpunkttrainer ein einzigartiges Talentförderprogramm aufzubauen. Die 797 Mitglieder starke Turnabteilung zeigt sich nicht nur innovativ und breit aufgestellt, sie weist auch im Leistungssport mit ihrer großen Rhönradgruppe große Erfolge auf.

von Matthias Mayer

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