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Schuften bis zum letzten Stein

Eigenleistung Schuften bis zum letzten Stein

Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel. Kein Schatten weit und breit. Fünf Männer, die ihr Arbeitsleben schon hinter sich haben, leisten beidiesen Bedingungen Schwerstarbeit für dieAllgemeinheit.

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Die Helden der ehrenamtlichen Arbeit pflastern sich der Ziellinie am Bürgersteig entgegen (von links): Helmut Wittekindt, Wilhelm Wittekindt, Gerhard Schein, Manfred Hampach und Karl Schein.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Karl Schein steht auf dem Außengelände des Rauschenberger Gemeinschaftshauses Kratz‘sche Scheune an der Kreissäge und schneidet Randstein auf Randstein auf das erforderliche Maß zu. Manfred Hampach und Helmut Wittekindt laden unermüdlich die abseits auf Paletten lagernden Pflastersteine in eine Schubkarre und auf eine eigens umgebaute Sackkarre um und schieben die schwere Last zur Einsatzstelle. Dort reicht Gerhard Schein Stein auf Stein an Wilhelm Wittekindt weiter, der diese in das Kiesplanum setzt. So sieht die Aufgabenverteilung beim Baustellenbesuch der OP aus.

Auf Baustelle wird viel gearbeitet und wenig gesprochen

Abgesehen vom Kreischen der Kreissäge geht es auf der Baustelle ruhig zu. Es wird wenig gesprochen. Die ehrenamtlichen Pflasterer wissen genau, was zu tun ist. Kein Wunder, werden sie doch am Ende des Tages auf dem Außengelände knapp 2000 Quadratmeter Verbundpflaster und Ökopflaster verlegt haben. Keine Angst vor der riesigen Fläche? „Das ist schon ein ziemliches Gebuckele. Besondern wenn man bedenkt, wie klein so ein Stein ist“, gibt Gerhard Schein zu. Und der ehemalige Elektriker räumt ein: „Heute könnten wir ein paar Leute mehr sein.“ Aber die Fehlenden aus der acht- bis zehnköpfigen Stammmannschaft haben sich entschuldigt.

So dauert der Arbeitstag eben länger. Um 20.15 Uhr wird der allerletzte Stein von den Paletten geholt und gesetzt. Material aus, Arbeit aus.

Pensum der 30 ehrenamtlichen Helfer ist gewaltig

Schon gestern früh steht Gerhard Schein bei Bürgermeister Michael Emmerich auf der Matte und sagt: „Wir brauchen noch fünf Paletten. Wenn Du es erlaubst, bestelle ich die gleich.“ Der Bürgermeister erlaubt es sofort und mit Freuden. „Es ist einfach toll, was da läuft. Das geht weit über das hinaus, was man von Ehrenamtlichen erwarten kann“, sagt Michael Emmerich dieser Zeitung. Und er würdigt das eigenständige und fachkundige Arbeiten der Männer, die ihre eigene Bauleitung sind. „Das entlastet uns nicht nur finanziell, sondern auch in der Verwaltung auf ganzer Linie.“

Und das Pensum ist gewaltig: 30 Helfer leisteten für den Ausbau der Kratz‘schen Scheune 2650 Arbeitsstunden, 15 Helfer buckelten 2450 Arbeitsstunden. Das ergibt 5100 ehrenamtliche Arbeitsstunden. „Am Ende werden es wohl 6500 Arbeitsstunden sein“, sagt Gerhard Schein. Die restlichen Pflasterarbeiten, die Beete, der kleine Festplatz und der Zaun warten bereits . . .

von Matthias Mayer

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