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Schüler setzen sich für Solidarität ein

Nacht der Kunst Schüler setzen sich für Solidarität ein

Trotz tropischer Temperaturen erfreuten sich rund 200 Zuschauer an den exzellenten Darbietungen von rund 100 Schülern aus dem Bereich Musik und Theater der Alfred-Wegener-Schule.

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Im Beitrag „Wohin würdest Du gehen?“ setzten sich Schüler und Geflüchtete mit dem Thema Flucht auseinander.Fotos: Wellner

Kirchhain. Zum Abschluss des Schuljahres präsentierten die Schüler der AWS mit der „Nacht der Kultur“ die Ergebnisse aus den Wahlkursen des Bereichs Musik und Theater. Verschiedene Gruppen stellten ihre Stücke vor, die sie im Laufe des Schuljahres vorbereitet und zu verschiedenen Anlässen aufgeführt hatten. Laut Moderator Sebastian Sack hat es Tradition, dass die Schule Gesicht zeigt, sich einmischt und für Solidarität und Mitmenschlichkeit einsetzt. Dies bewies das etwa zweistündige Programm des Abends. Die Schüler hatten keine Angst, sich mit schwierigen und aktuell kontrovers diskutierten Themen auseinanderzusetzen. So beschäftigten sie sich musikalisch und szenisch mit den Themen Diskriminierung, Religion, Digitalisierung, Krieg und Flucht.

Vorurteile und Klischees

Den Anfang machte der Kurs Darstellendes Spiel der zehnten Klassen, unterstützt vom Musikkurs der neunten Klassen, mit dem Beitrag „Irgendwie anders“. Dieses Stück entstand anlässlich der Siegelverleihung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ (9. März). Die Schüler konfrontierten das ­Publikum mit verbreiteten Vorurteilen und Klischees wie „Ich bin blond und blöd“ oder „Ich bin Türke, also komme ich aus Stadtallendorf“ und mahnten: „Rassismus und ­Vorurteile finden sich überall, auch in ­deinem Kopf“. Abschließend riefen sie die Zuschauer musikalisch zu „Just a little bit respect“ (Aretha Franklin) auf.

Die Frage, die der Kurs Darstellendes Spiel der 13. Klassen an das Publikum stellte, kennt wohl jeder, der in der Schule Faust lesen durfte: „Wie hältst du’s mit der Religion?“ Dieses Bühnenwerk war ein Beitrag zum im Vorfeld kontrovers diskutierten „Trialog der Religionen“. Zu dieser Veranstaltung hatte die Schule Vertreter der drei monotheistischen Religionen eingeladen, um in der Aula miteinander zu diskutieren und durch Gespräche und Informationen Vorurteile und Ängste abzubauen (OP-Bericht 8. März). Die Schüler zeigten mit ihrer Darbietung die Komplexität dieses Themas und schlossen mit der Aussage „Jeder glaubt an irgendwas“.

Die digitale neue Welt

Der Musikleistungskurs und der Kurs Darstellendes Spiel der zwölften Klassen zeigten einen Ausschnitt aus „Jugend ohne Gott“ und machten damit Appetit auf mehr. Das Stück basiert auf einem Roman von Ödön von Horvath, den die Schüler adaptiert und aktualisiert haben. In diesem Musik-Theaterstück gehen die Schüler unter anderem der Frage nach, ob das Digitale die neue Wirklichkeit ist. Wer die Aufführung in voller Länge genießen möchte, hat ab 14. September die Gelegenheit dazu (Karten ab sofort erhältlich). Das Publikum erwartet selbst entwickelte und geschriebene Szenen sowie selbst komponierte, arrangierte und getextete Songs.

Der Musikkurs und der Kurs Darstellendes Spiel der elften Klassen und junge Geflüchtete aus der Intensivklasse der beruflichen Schulen Kirchhain präsentierten das Stück „Wohin würdest du gehen?“, mit dem sie zu den Gewinnern des Kreativwettbewerbes der Kasseler Musiktage 2017 zählten. In diesem Rahmen bekamen sie auch die Möglichkeit, ihren Beitrag am 22. Juni auf der großen Bühne des Opernhauses des Staatstheaters Kassel zu präsentieren. In ihrer Produktion betrachten die Schüler das Flüchtlingsthema aus der entgegengesetzten Perspektive: In Europa bricht ein Krieg aus und es entsteht eine Flüchtlingswelle in den arabischen Raum. Sie thematisieren den Begriff Heimat und schließen mit der Feststellung „Heimat wird nicht weniger, wenn man sie teilt“.

Wieder einmal hätte ein fantastischer Theaterabend mit gehobener Unterhaltung nicht ohne die Unterstützung der Technik AG und die Hilfe der Lehrer Janette Biba (BSK), Torsten Mihr. Silke Trukx und Julia Popovic stattfinden können. Das Kollegium des Fachbereichs Musik und Theater nutzte die Gelegenheit, um das Leitungsteam der Technik AG, Urs Heine und Dominik Mittelstädt, zu verabschieden und für dessen gute Arbeit zu loben.

von Stefanie Wellner

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