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Schüler schaffen Träume und Albträume

Alfred-Wegener-Schule Schüler schaffen Träume und Albträume

Die „Kulturnacht“ der Alfred-Wegener-Schule zog zahlreiche Besucher an. Sie erwartete eine faszinierend surreale Vorstellung des Kurses „Darstellendes Spiel“ sowie eine Ausstellung über Protest und Widerstand in der deutschen Geschichte.

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Schüler präsentierten ihr surreales Stück „Vielleicht auch träumen“.

Quelle: Alisa Roller

Kirchhain. Die Besucher drängten sich vor einem Klassenraum, welchen der Kurs „Darstellendes Spiel“ der Jahrgangsstufe 11 von Lehrerin Silke Trux zum „Cafe Déjà-vu“ umgestaltet hatte. Wer einen Platz fand, konnte sich glücklich schätzen – denn einige der noch Anstehenden wurden auf die beiden anderen Vorstellungen des Abends verwiesen, so zahlreich war das Interesse.

Im Cafe Déjà-vu selbst herrschte eine surreale Atmosphäre, welche die Besucher die ganze Vorstellung faszinierte. „…Vielleicht auch träumen“ war der Titel des Stückes, in denen die Hauptdarsteller Schneewittchen (Elena Hofacker), der Sandmann (Alex Preis) und Dornröschen (Anna Kauffeld) die Gastgeber waren.

Das Stück handelte von Träumen, aber auch von Albträumen. Manchmal erschreckend real, manchmal lustig, dann auf einmal vor Ausdruck fast beängstigend, wurden die Zuschauer von einem Moment auf den anderen in die unterschiedlichsten Stimmungen versetzt. Durch eine Collagentechnik ließen die Schüler Theatralik entstehen, bei der Zwischenapplaus keinen Platz fand. Eine Ausnahme bildete der beeindruckende und Gänsehaut hervorrufende Gesang von Laura Göttig mit Julian Völker an der Gitarre.

Sogar der Text des Stückes sowie die Rahmenhandlung wurde von den Schülern selbst entworfen. „Wir waren ein recht motivierter Kurs, wir wollten etwas selber schreiben“, sagte Alex Preis. Umso erstaunlicher, wie dichterisch manche Passagen anmuteten und gleichzeitig zum Nachdenken anregten. Ob der Weltfriede, das Schinkenbrot, schwebende Elefanten oder die Forderung nach der Abschaffung der Kommaregel – alles fand in dem Stück seinen Platz.

Der Lohn des Stückes waren staunende Mitschüler, die schlicht sagten: „Das war der Hammer.“ Noch-Schulleiter Wilhelm Werner, der von einer „phantastischen Aufführung“ sprach, schloss sich dem vielen Lob an.

Zur Kulturnacht trug ebenfalls der Kurs „Widerstand, Protest und Verweigerung in der deutschen Geschichte seit 1933“ bei. Wie der Kurs „Darstellendes Spiel“ ist er einer der angebotenen Wahlpflichtfächer. „Die Schüler sollten lernen, selbstständig zu recherchieren, zu präsentieren und wissenschaftlich zu arbeiten“, sagte Dr. Barbara Sonnenberger.

Neben Präsentationen gehörte ebenso das Schreiben einer Facharbeit dazu. Plakate boten während der Kulturnacht chronologisch Einblicke in den Widerstand zu Zeiten des Nationalsozialismus, in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Schülerin Franziska Huse hatte sich mit den Kommunarden beschäftigt. „Man hat das Präsentieren und das eigenständige Arbeiten gelernt. Jetzt könnte ich mir auch eine Präsentation oder eine besondere Lernleistung im Abitur vorstellen“, sagte sie.

von Alisa Roller

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