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Schüler organisieren eine Typisierungsaktion

Aktion Schüler organisieren eine Typisierungsaktion

Am Dienstag in einer Woche geht es an der Alfred-Wegener-Schule um die Themen Blutkrebs und Stammzellenspenden. Schüler bekommen dann auch die Möglichkeit, sich typisieren zu lassen.

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Fußball-Bundesligist Mainz 05 machte am vergangenen Spieltag Werbung für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.Foto: Silz

Quelle: Torsten Silz

Kirchhain. Gezwungen wird natürlich niemand. Eigentlich zu nichts, betont Hartmut Huber, schränkt dann aber ein: Nur dazu, sich mit den Themen Blutkrebs und Stammzellenspenden auseinanderzusetzen.

Der Landkreis hatte das Projekt „Leben spenden macht Schule“ an die Alfred-Wegener-Schule herangetragen - und das Mitglied der Schulleitung musste nicht lange nachdenken, sondern erklärte sich sofort bereit, sich um die Organisation der Aktion in Kirchhain zu kümmern. Dafür habe es zwei Gründe gegeben, erläutert er im Gespräch mit dieser Zeitung: Zum einen sei er persönlich von der Thematik betroffen gewesen, als ein Familienmitglied an Blutkrebs erkrankte. Zum anderen sei es ihm ein pädagogisches Anliegen, Schüler zu sensibilisieren. Sie können sich typisieren lassen und zu möglichen Lebensrettern werden. Allein schon die Auseinandersetzung mit der Frage, ob sie dazu bereit sind, bedeute auch, dass sie darüber nachdenken, inwieweit sie Verantwortung übernehmen wollen. Ist es zum Beispiel eine gesellschaftspolitische Pflicht, sich typisieren zu lassen und die Chancen erkrankter Menschen auf eine Heilung prozentual steigen zu lassen? Fragen dieser Art, aber auch viele andere Aspekte bearbeiten die Zwölftklässler entsprechend im Ethik- und Religionsunterricht. „Junge Menschen setzen sich natürlich noch nicht so intensiv mit der Frage der Stammzellen- oder auch Organspende auseinander -das wollen wir durch die Vorbereitung und die Teilnahme an der Aktion ändern“, so Huber.

Nur der Blutkrebs-Vortrag ist Pflichtprogramm

„Man verliert ja eigentlich nichts, wenn man sich typisieren lässt - und gegebenenfalls auch tatsächlich zum Spender wird.“ Dies sei das primäre Fazit der Diskussionen im Unterricht gewesen, berichtet er. Dennoch wird niemand verpflichtet, an der Typisierungsaktion teilzunehmen. Die Zwölftklässler müssen den kommenden Dienstag organisieren und einem Vortrag zum Thema „Leukämie/Blutkrebs und Stammzellenspende“ (10 bis 10.45 Uhr) beiwohnen, zu dem die Deutsche Knochemarkspenderdatei (DKMS) auch einen ehemaligen Stammzellenspender einlädt, der vermitteln soll, was eine Stammzellenspende und damit Leben spenden wirklich bedeute.

Von 10.45 bis 11.45 Uhr findet eine freiwillige Registrierungsaktion statt. Schüler ab 17 Jahren bekommen die Möglichkeit, sich als potentielle Stammzellenspender registrieren zu lassen. Die Daten der 17-jährigen werden bis zu ihrem 18. Geburtstag gesperrt und erst mit ihrer Volljährigkeit für den Suchlauf freigegeben.

Die Registrierung erfolgt per Wangenschleimhautabstrich mit einem Wattestäbchen. Die Gewebemerkmale werden nach der Aktion in einem Labor analysiert und für die weltweite Spendersuche zur Verfügung gestellt.

Je nach Alter können auch Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 13 sich typisieren lassen - in diesem Fall werden auch sie für diese Zeit vom Unterricht befreit. Auch seine Kollegen seien natürlich willkommen, an der Aktion teilzunehmen, wirft Huber ein.

Inzwischen hat er Briefe an die Eltern geschrieben, um diese rundum zu informieren. Ein Punkt liegt ihm in diesem Zusammenhang besonders am Herzen: Am Ende schreibt Huber, dass eine Typisierung 50 Euro kostet. Diesen Betrag trägt die DKMS - allerdings benötige der weltweit größte Dateienverbund jederzeit Unterstützung, entsprechend seien Spenden gerne gesehen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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