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Schüler erleben einen heißen Tag

Stadtallendorf Schüler erleben einen heißen Tag

Praxisnah gaben Auszubildende der Eisengießerei Winter Schülern der Georg-Büchner-Schule außergewöhnliche Einblicke in die Berufe des Gießereimechanikers und des Technischen Modellbauers.

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Ein aufregender Moment: In Silberschutzkleidung lässt Schüler Dominick Möller unter Aufsicht von Orhan Cermjani, Gießereimechaniker im vierten Lehrjahr, das 800 Grad heiße Aluminium gleichmäßig in den vorbereiteten Formkasten fließen.Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Einen ganz besonderen Schultag erlebten 25 Schüler der Vorabgangsklassen H8, R9 und G9: Anstatt die Schulbank zu drücken, stampften sie Ölsand in eine Kastenform, um später mit rund 800 Grad heißem Aluminium eine Medaille selbst zu gießen.

Vierzehn Auszubildende der Eisengießerei Fritz Winter und ihre Ausbilder gaben einen praxisnahen Einblick in die Arbeitswelt des Gießereimechanikers und des Technischen Modellbauers. Sie ergänzten die Informationen mit wertvollen Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung.

Erstes Ziel der Veranstaltung, die in dieser Form erstmals an der Georg-Büchner-Schule angeboten wurde, war es, Einblicke, in verschiedene Ausbildungsberufe der Stadtallendorfer Firma Fritz Winter zu geben: „Teilnehmen konnte jeder Schüler, der ernsthaft überlegt, bei der Firma Fritz Winter einen Beruf auszuüben“, berichtete Amanda Chisnell, die Leiterin der Stufen 9 und 10.

Mitgebracht hatten die Mitarbeiter der Firma Fritz Winter zwei kleine Aluminium-Schmelzöfen und die nötige Silberschutzkleidung. Die Schüler kleideten sich wie echte Gießereimitarbeiter und durften auch die Öfen testen. Am Ende hielten sie eine selbstgefertigte Medaille in der Hand, die als Schlüsselanhänger mit nach Hause nehmen durften.

Später demonstrierten die Schüler das Aluminiumgießen auch noch auf dem Schulhof, um so noch mehr Schüler anzusprechen. „Unser Ziel ist es, den Schülern die oft unbekannten Kernberufe der Eisengießerei nahezubringen und dabei das Interesse der Schüler wecken“, verdeutlichte Vincent Schmerberg, Ausbilder der Gießereimechaniker.

Dieter Heiner, Leiter der Produktion, ergänzte noch einen weiteren Punkt: „Wir wollen Schülern, die technisch begabt sind, aber vielleicht nicht so gute Noten haben, die Möglichkeit geben, sich zu zeigen.“ Vorteil sei, dass auch er dann einen Blick „hinter die Noten“ werfen könne.

Schüler Dominick Möller (R9a) aus Hatzbach war von beiden vorgestellten Berufen angetan: „Ich mag handwerkliches Arbeiten, das macht mir Spaß, und ich könnte mir vorstellen, am Ende der Schulzeit einen der Berufe ins Auge zu fassen.“

Dass sich durchaus auch Mädchen für den Beruf des Technischen Modellbauers begeistern können, belegte die Auszubildende Kristin Modes. „Ich will heute den Mädels zeigen, dass dies kein reiner Männerberuf ist“, erklärte sie. Lisa Otte und Lisa Winter, Auszubildende zur Industriekauffrau im dritten Lehrjahr, ergänzten den handwerklichen Teil mit Informationen rund um die Firma Winter und gaben wertvolle Tipps für Bewerbungsgespräche und Bewerbungstests. Die Firma Winter bildet jährlich sechs Gießereimechaniker und vier Technische Modellbauer aus. Zu Ende ging der außergewöhnliche Tag mit einer Besprechung und einem Film über den Beruf des Gießereimechanikers.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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