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Schon jetzt hat das Dorf gewonnen

Unser Dorf hat Zukunft Schon jetzt hat das Dorf gewonnen

Die Identifikation mit dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist im kleinen Speckswinkel bereits in Runde eins groß. Rund 80 Bürger beteiligten sich gestern am Rundgang durch ihre Heimat.

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Ortsvorsteher Karl Stehl (vorne, rechts) informiert unter den neugierigen Augen der Speckswinkler einen Teil der Jury über die Pläne für die Dorfmitte.Foto: Florian Lerchbacher

Speckswinkel. Ob‘s am Erfolg des Nachbardorfes Mengsberg im vergangenen Wettbewerb lag oder an der Erkenntnis, dass sich nach dem Verlust von Schule, Lebensmittelmarkt und Kindergarten vor Ort etwas tun muss: Letztendlich ist der Grund für die große Motivation der Speckswinkler, sich in ihrem Dorf zu engagieren, völlig egal. Fakt ist: Die Bürger packen an und wollen den kleinsten Neustädter Stadtteil fit für die Zukunft machen. Und das allem Anschein nach auch nachhaltig.

Zumindest hatten sie sich in der Vorbereitung auf den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zahlreiche Projekte überlegt, die sie entweder bereits umsetzten und weiter pflegen, derzeit auf den Weg bringen oder schlicht für die nächsten Monate oder Jahre auf der Agenda haben.

Neu ist zum Beispiel die offizielle Nachbarschaftshilfe: Das heißt, die Bürger unterstützen einander - sei es beim Einkaufen, beim Arztbesuch oder beim Babysitten. Neu ist der informationsreiche Energie-Natur-Lehrpfad, mit dem die Speckswinkler das zeigen, was bei ihnen am augenfälligsten ist: die Mischung aus Wald, Wiesen und Windrädern. Neu ist aber auch der mobile Supermarkt, der das geschlossene Lebensmittelgeschäft ersetzt und hervorragend angenommen wird. Sogar so gut, dass er montags nicht mehr nur auf dem Parkplatz am Friedhof, sondern auch an anderen Stellen im Ort Station macht.

Sind diese Projekte bereits im Leben der Speckswinkler verankert, so sind andere derzeit in der Mache: zum Beispiel eine Maschinengemeinschaft, die es bald geben und Bürgern ermöglichen soll, sich vor Ort Mulcher oder Häcksler ausleihen zu können. Ebenfalls steht schon fest, dass Speckswinkel seine Bekanntheit als Bestandteil des Elisabeth-Pfades verbessern will. Ein neues Café hat sich bereits etabliert, nun möchten die Bürger den Pilgern auch noch einen Unterstand bauen - und bemühen sich zudem, bei Privatleuten kleine Unterkünfte einzurichten.

Noch Zukunftsmusik ist derweil der Plan, den Trachten ein neues Gewicht in der Bedeutung zu geben. Aber auch die Wiederbelebung der Dorfmitte, in der Gehöfte und Scheunen entweder leer stehen oder nur noch von Einzelpersonen bewohnt werden. Die Speckswinkler stehen jedoch zu diesen „Baustellen“ im Dorf, haben sie als eine Aufgabe für die Zukunft akzeptiert und sprachen sie während des Besuches der Wettbewerbs-Jury entsprechend offen an.

Im Vordergrund standen aber natürlich die Besonderheiten und allem voran die Menschen, die sich für ihre Heimat einsetzen. Fast 80 Bürger nahmen an dem Rundgang teil und zeigten eine für die erste Runde außergewöhnliche Identifikation mit dem Wettbewerb und seinen Zielen - viele von ihnen trugen dabei sogar ein extra angefertigtes T-Shirt mit dem Slogan „Wir sind dabei“. Rund 20 waren dabei aktiv an der Präsentation des Ortes beteiligt - von den Sängern des Gemischten Chores Frohsinn und ihren Liedbeiträgen und den Bürgern, die zwar eigentlich nur Begleiter waren, dann aber bereitwillig Fragen beantworteten und Auskunft gaben ganz abgesehen.

Am Ende war Margot Schneider, der Kopf des Regionalentscheides, durchaus beeindruckt: Es sei imposant, wie viele Bürger die Kommission begleiteten, betonte sie. Ob‘s wieder zur Überschrift „Speckswinkel erobert Spitze“ reicht, die Bürgermeister Thomas Groll im Sportteil der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung entdeckt hatte und fröhlich den Gästen entgegenreckte, steht natürlich noch in den Sternen: Am Montag, 6. Oktober, gibt die Jury die Ergebnisse preis. Aber Fakt ist, das betonte auch Schneider: Speckswinkel hat allein schon durch das Auseinandersetzen mit den Fragen der Zukunft, das Engagement der Bürger und die Projekte gewonnen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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