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Schönheitskur für Floß und Wagen

Engagement für Kinderprojekt Schönheitskur für Floß und Wagen

Im Rahmen einer Projektwoche haben Kirchhainer Schüler das Marburger Kinderfloß auf Vordermann gebracht.

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Der alte Bauwagen dient als Materiallager für das Marburger Kinderfloß. Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule ­verschönten diesen mit Graffiti. Foto: Yannic Bakhtari

Kirchhain. Eine Meerjungfrau sitzt auf einem Felsen, im Wasser fährt ein Schiff unter englischer Flagge, Fische und Seepferdchen schwimmen vorbei und im Hintergrund ist eine Insel mit Sandstrand und Palmen zu erkennen.

So paradiesisch mag es an der Lahn zwar nicht aussehen, doch versuchten 25 Schülerinnen und Schüler der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule (AWS) zumindest, diese Illusion zu schaffen.

Sie gaben dem Wagen, der als Stützpunkt des Floßes fungiert, einen neuen Anstrich. Dieser sei auch dringend nötig gewesen, erzählte Michael Hüls vom Zentrum für frühe Bildung beim bsj (Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit). Denn an der Wagentreppe fehlte eine Stufe, der Lack blätterte ab und das Floß hatte morsche Sitze. „Der Wagen stand ewig herum und war voller Schmierereien. Wir wollten ihn endlich mal kindgerecht gestalten“, erklärte Hüls.

Mit Sprühdosen versuchten sich die Schüler an dem Wagen als Graffiti-Künstler - viele zum ersten Mal. „Vorher hatte ich eine schlechte Meinung über Graffiti, aber wenn Kunstwerke entstehen, finde ich es schön“, sagte die 16-jährige Kirchhainerin Michelle-Sophie Seiler. Weil sie das Sprayen ausprobieren wollte und die Aktion als „tolle Sache für die Kinder“ empfand, habe sie sich in die AG eingewählt. In der letzten Schulwoche hatte die AWS eine Projektwoche zum Thema Wasser veranstaltet, die unter anderem die AG hervorbrachte, die den bsj unterstützen wollte.

Zusammen mit ihren Lehrern Gerd Huntemann und Michael Spurk sind die Siebt- bis Neuntklässler und ein E-Phasen-Schüler jeden Tag für vier Stunden zu den Afföllerwiesen gefahren, um an Floß und Wagen zu arbeiten. Unterstützt wurden sie dabei von den Schulsozialarbeitern Carlina Hinz und Patrick Schmidt, die vom Landkreis für das Projekt abgeordnet worden waren. Der Landkreis finanzierte die Aktion auch.

Das Marburger Kinderfloß schippert seit 2009 als „schwimmender Lernort“ zwischen dem Afföller- und dem Wehrdaerwehr, wie es in einer Info-Broschüre des bsj heißt. Hüls erläuterte, dass das Floß bei den Kindergärten Marburgs sehr beliebt sei, „den ganzen Sommer über fahren wir mit den Kindern raus auf die Lahn und lassen sie die Natur und Wasserwelt kennenlernen“.

Für die meisten der Teilnehmenden stand fest, dass für sie das Verschönern des Wagens und das Erneuern der Sitzbänke des Floßes eine kreative und spannende Angelegenheit war. Auch Michael Hüls fand Gefallen an dem neuen Design. Und er ist davon überzeugt, dass die Arbeit der Jugendlichen auch bei den Kindern gut ankommen wird.

von Yannic Bakhtari

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