Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Schönbacher feiern "ihr" neues Haus

Neuerung II Schönbacher feiern "ihr" neues Haus

Mit einem bunten Fest feierten die Schönbacher am Samstag die Einweihung des sanierten Dorfgemeinschaftshauses. Damit ist der erste Schritt getan, um das Haus mit Leben zu füllen.

Voriger Artikel
Ein langgehegter Wunsch geht in Erfüllung
Nächster Artikel
Chor und Sängerkreis leiden unter Überalterung

Henricke Kärcher aus Marburg, die Drittplatzierte der Deutschen Speed-Stacking-Meisterschaften, zeigte, wie Becherstapeln geht. Mira Bartelmeß (Zweite von rechts), Elias Kurz und Anabel Lauer schauen fasziniert zu.

Schönbach. Den meisten, die im Saal des Dorfgemeinschaftshauses aus einem der neuen bodentiefen Fenster blicken, entfährt unwillkürlich ein Laut der Begeisterung. Denn die Aussicht hin zur Amöneburg ist idyllisch. Das Motiv könnte eine Postkarte zieren. „Eine Außenterrasse wäre wunderbar“, sagt dann auch Walter Hansen, der Vorsitzende des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus. Die Kosten für dieses Projekt seien im Haushaltsplan vorgesehen, die Umsetzung ist aber noch unklar.

„Das Haus mit Leben füllen“, lautete das Motto der Schönbacher. Am Samstag ist dies vortrefflich gelungen. Tische und Bänke waren gut belegt, und der Duft von frisch gebackenen Waffeln und Gegrilltem zog verlockend über den Platz.

Erst wenige Monate ist es her, da drohte dem maroden Dorfgemeinschaftshaus noch die Schließung. Die Stadt Kirchhain hatte ihr finanzielles Engagement für die Sanierung von der Bereitschaft der Schönbacher Bürger abhängig gemacht, ihr Haus nach der Renovierung in Eigenregie zu verwalten und zu vermarkten. Der enorme Einsatz vieler freiwilliger Helfer, die rund 700 Arbeitsstunden leisteten, sorgte dafür, dass die Stadt etwa 10000 Euro unter den veranschlagten Kosten blieb. Insgesamt verschlang das Projekt 267000 Euro.

Nach der Sanierung und der Unterzeichnung des Überlassungsvertrages betreibt der Schönbacher Bürger- und Verschönerungsverein jetzt mit der Abteilung Trägerschaft Dorfgemeinschaftshaus das Haus.

Zusammenhalt zeigen - das gelang den Schönbachern auch beim Traktorziehen. Nach einem Aufruf von Walter Hansen fanden sich noch einige Kurzentschlossene - für Andere war die Teilnahme Ehrensache.

Für alle war es sicherlich ein Kraftakt, trotzdem wagten sich auch zwei Gruppen mit jüngeren Teilnehmern an das Seil. Auf dem gut eine Tonne schweren Deutz saß Ortsvorsteher Dieter Lauer, der seine gemütliche Position sichtlich genoss, während die Schönbacher um die Wette zogen. Dabei ging es weniger um den Sieg als vielmehr um Spaß und Unterhaltung.

Auch auf dem angrenzenden Mehrgenerationenspielplatz war viel los. Dort stellten die jüngeren Besucher ihre Sportlichkeit an der Kletterwand, beim Pendelkegeln oder Brunnenwerfen unter Beweis. Speed-Stacking Profi Henricke Kärcher aus Marburg gab Tipps, wie sich bei dem beliebten Spiel zwölf Becher am schnellsten in einer bestimmten Reihenfolge auf- und wieder abbauen lassen.

Die Gäste konnten an einem Stand die neu gestalteten Schönbach-T-Shirts kaufen oder ihr Wissen über den Heimatort bei einem Schönbach-Quiz überprüfen.

Schönbacher suchen einen Namen für ihr Haus

Zur Identifikation soll in Zukunft auch ein neuer Name für das Haus beitragen, denn der Verein will weg von dem „drögen Namen“. Aus den 23 Vorschlägen für die Namensgebung wurden drei Favoriten auserkoren. Über den endgültigen Namen wird später eine Jury entscheiden. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel „Guckinsland“, „Villa Hügel“ sowie „Dorftreff“.

Proppenvoll war der Saal dann zum offiziellen Teil des Abends mit etwa 80 Besuchern. Landrat Robert Fischbach verwies auf die demographische Entwicklung. Er betonte, wie wichtig die Dorfentwicklung als lebenswichtiger Raum für die Zukunft sei und wie sehr die Eigeninitiative der Bürger dazu beitrage.

Mit konkreten Beispielen wartete Magistratsmitglied Reinhard Stöber auf: Er belegte den Erfolg der energetischen Sanierung mit Zahlen. Anhand einer bebilderten Präsentation berichteten Architekt Christian Spitzner und Ortsvorsteher Dieter Lauer über die Sanierung und die historische Entwicklung vom Schulgebäude in den 50er Jahren bis hin zum heutigen modernen Dorfgemeinschaftshaus.

Walter Hansen und seine Stellvertreterin Karin Petzold-Treibert blickten auf die Sanierung des Hauses zurück und informierten über das angedachte Nutzungskonzept. Bisher haben die Schönbacher einige Ideen gesammelt, die von einer Lesenacht, einen Fotowettbewerb, bis hin zu einer Pflanzenbörse reichen.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr