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„Schneiders Baum“ muss dran glauben

Kolping-Theater „Schneiders Baum“ muss dran glauben

Zum 22. Mal führte die Stadtallendorfer Kolpingfamilie ein Theaterstück auf. Diesmal ging es rückblickend um den ganz normalen Weihnachtsstress - und eine enorm wichtige Frage.

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Andrea (von links), Luzia, die sich zurechtgemacht hat, Werner und Hans freuen sich auf die Bescherung. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Wann kommt denn jetzt eigentlich der Papst? Die Antwort auf diese Frage kennt am Ende des Abends jeder der 530 Zuschauer des Theaterstücks „Und morgen kommt der Papst“. „Wie immer am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem ersten Programm“, weiß Hans Kapp, gespielt vom Vorsitzenden der Kolpingfamilie Alfred Fink, die Antwort.

Fast schon mantramäßig muss er ein Dutzend Mal wiederholen, dass die Weihnachtsansprache des Pontifex jährlich am 25. Dezember im Fernsehen läuft. Denn seine vergessliche Mutter Berta (gespielt von Maria Sulkowski) scheint sich das Datum einfach nicht einprägen zu können - und geht ihrem Sohn deshalb mit der immer gleichen Frage zusehends auf die Nerven.

Ist ja nicht so, als hätte Hans nicht schon genug Stress. Es ist Heiligabend, und kurz vor der Bescherung im Hause Kapp sieht sich der Familienvater mit zwei ernsthaften Problemen konfrontiert. Erstens: Hans hat noch keinen Weihnachtsbaum besorgt. Zweitens: Er hat die Bratpfanne im Geschäft liegen lassen, die er seiner Frau Andrea (Sylvia Ossinger) schenken wollte. Selbige ahnt von all dem Durcheinander noch nichts. Für beide Probleme bieten sich allerdings vermeintlich einfache Lösungen an: Neulich im Baumarkt hat Hans gratis zum Einkauf eine goldene, wohl aber nicht allzu wertvolle Armbanduhr geschenkt bekommen. Punkt zwei hätte sich damit schon mal erledigt.

Wie aber jetzt noch einen Baum besorgen? „Beim Schneider“, seinem Nachbarn, „und der alten Beißzange“, dessen Frau, „steht eine Tanne im Garten“, stellt er zynisch fest. Sympathien hegt Hans offenkundig nicht für die Schneiders, und deshalb hat er auch keine Skrupel, kurzerhand den Baum abzusägen und in sein Wohnzimmer zu verfrachten. Es sind chaotische, mitunter tollpatschige Stunden vor dem Abendessen.

Paar findet sich unter dem Mistelzweig

Denn ausgerechnet Hans‘ Sohn Tobias (Karl-Heinz Schröder), ein Polizeibeamter, ermittelt nach dem Tannen-Diebstahl und damit gegen seinen Vater. Außerdem bringt Tobias seine neue Freundin Anna (Tanja Palkis) mit, die seine Eltern bis dahin gar nicht kannten.

Andrea und Hans vermuten, sie könnte sogar schon schwanger sein, doch dieser Verdacht bewahrheitet sich im Laufe des Theaterstückes nicht. Unterdessen hat Andrea ihre Arbeitskollegin Luzia Storz (Susanne Görge) eingeladen, um sie mit Werner (Alfons Schold), Andreas Bruder, zu verkuppeln. Der ist nämlich seit geraumer Zeit glücklos bei den Frauen. Auf kuriose Weise geht der Plan von Andrea auf. Denn pünktlich zur Bescherung finden der schüchterne Werner und die aufdringliche Luzia unter dem Mistelzweig tatsächlich zusammen. Das Publikum in der Stadthalle lachte während der Aufführung fast unentwegt über die Ereignisse auf der Bühne der Stadthalle. Es war begeistert von Hans‘ plumpen Versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist und von dem Auf und Ab in der Liaison zwischen Werner und Luzia.

Alfred Fink, der seit 22 Jahren beim Stadtallendorfer Kolpingtheater engagiert ist, war am Ende voll zufrieden. „Das Leben ist so ernst. Da möchten wir einfach ein wenig Freude verbreiten“, sagte er.

von Yanik Schick

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