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"Schnecke auf Glatteis" ist noch aktuell

Politik "Schnecke auf Glatteis" ist noch aktuell

Mit dem Jahresempfang läutete die SPD Kirchhain den Wahlkampf ein. Festrednerin Familienministerin Christina Kampmann (NRW) forderte dazu auf, "geschlechterspezifische Benachteiligungen" abzubauen.

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Nordrhein-Westfalens Familienministerin Christina Kampmann trat beim Jahresempfang der SPD Kirchhain als Festrednerin auf.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. „Der Blick von hier oben ist schön! Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind und das Bürgerhaus so gut gefüllt ist“, erklärte der Stadtverbandsvorsitzende Konrad Hankel mit Blick auf rund 200 Besucher, unter denen sich auch die Prominenz der SPD im Landkreis befand.

Zunächst sprach Hankel die anstehende Kommunalwahl am 6. März an. Ziel sei, wieder die stärkste Fraktion im Stadtparlament zu werden. In den nächsten Tagen werde das Wahlprogramm an alle Haushalte verteilt - für jeden Kirchhainer Stadtteil sei ein individuelles Plakat gemacht worden.

Zwei Stunden Programm

Durch das zweistündige Programm, das eine Mischung aus Reden und musikalischer Unterhaltung war, führte der Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Olaf Hausmann. Musikalische Highlights setze der Chor „Chorage“ aus Großseelheim unter der Leitung von Hèlène Moelo mit einer tollen Liedauswahl (The Flintstones, Heute hier morgen dort). Moelo ließ es sich nicht nehmen, ein Wort an die anwesenden Politiker zu richten. Sie forderte mit Blick auf den wenig präsentablen Bühnenhintergrund und die spärliche Beleuchtung, die schnelle Fertigstellung der Bühne.

In ihrer gut 20-minütigen Festrede widmete sich Familienministerin Christina Kampmann aus Nordrhein-Westfalen dem Thema „Frauen- und Familienpolitik“.

„Die Gleichberechtigung der Frau kommt voran, wie eine Schnecke auf Glatteis“, sei ein treffendes und leider noch immer gültiges Bild Willy Brandts, erklärte sie. Noch immer gebe es keine Lohngerechtigkeit bei Führungspositionen, Frauen verdienten noch immer weniger als Männer für die gleiche Arbeit. Und Frauen übernähmen einen Großteil der unbezahlten Haus-, Erziehungs- und Pflege­arbeiten - und würden noch immer ausgebremst, wenn sie Kinder bekämen, sagte Kampmann und forderte dazu auf, geschlechterspezifische Benachteiligungen abzubauen. Sie unterstütze Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei der Durchsetzung der Frauenquote und bei ihrem Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit, erklärte sie.

Auch die Kölner Silvesternacht kam zur Sprache

Mehr gute Kitas und Schulen mit guten Ganztagsangeboten, genügend Plätze und flexible Öffnungszeiten, lauten weitere Forderung. Zudem müssten Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, um kluge Modelle für eine bessere Vereinbarkeit zu entwickeln - auch im Interesse der Arbeitgeber, da Familienfreundlichkeit gegenüber finanziellen Anreizen an Bedeutung gewinne. „Wir können heute nicht mehr auf qualifizierte Frauen verzichten“, betonte sie und erinnerte an die Marburger Sozialdemokratin Elisabeth Selbert, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Grundstein für die rechtliche Gleichstellung der Frau gelegt habe.

In ihrer Rede ging Kampmann auch auf die Geschehnisse in der Silvesternacht in Köln ein. „Ich lasse nicht zu, dass meine Rechte und die Rechte anderer Frauen von Rassisten für ihre menschenverachtende Hetze instrumentalisiert werden“, sagte sie und bekam dafür viel Applaus vom Publikum.

Das Schlusswort gehörte dem Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Olaf Hausmann. Zunächst wünschte er sich, eine größere Beteiligung der Bürger zu erreichen. So konnte jeder Besucher seine Ideen und Anregungen gleich vor Ort auf eine Liste eintragen.

Zudem sprach er Ziele an, zum Beispiel sei er für eine Belebung des Gewerbegebietes Ost und eine Belebung der Dorfmitten. Gemeinsam mit dem Verkehrsverein strebe er eine Belebung der Fußgängerzone an.

Musikalisch beschloss das Jazz Duo Gabriel und Milan Stein den Abend.

von Karin Waldhüter

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