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Schlüsselworte Vielfalt und Kreativität

Unser Dorf hat Zukunft Schlüsselworte Vielfalt und Kreativität

Großseelheim ist Kirchhains größter Außenstadtteil und hat entsprechend viel zu bieten. Das wurde am Donnerstag bei der Präsentation Großseelheims für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" klar.

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Architekt Christian Spitzner (rechts) stellte der Kommission die heutige Nutzung von „Hamersch Hob“ vor, dem größten Hof im 2 000 Einwohner zählenden Großseelheim. Foto: Matthias Mayer

Großseelheim. „Unser Ort hat unabhängig vom Ergebnis schon jetzt gewonnen, denn wir haben auf Anregung der Kommission aus dem Jahr 2011 Aufgaben umgesetzt, die wir ohne den Wettbewerb nicht angefasst hätten, sagte Ortsvorsteher Helmut Hofmann zum Abschluss des dreistündigen Besuchs der von Margot Schneider angeführten Wettbewerbskommission. 2011 hatte Großseelheim beim Regionalentscheid auf Anhieb den dritten Platz erreicht.

Damals war die Kommission bis in die Randzonen des Ortes gefahren und unterwegs mit Informationen geradezu überschüttet worden. Da weniger manchmal mehr ist, beschränkte sich die Arbeitsgemeinschaft aus Ortsbeirat, Kirche, Schule, Vereinen und Landwirtschaft diesmal auf einen Rundgang durch den Ortskern. Dieser folgte dem neu geschaffenen Kulturpfad zu den wichtigsten Orten im Dorf.

Unterwegs brachte ein breit aufgestelltes Moderatoren-Team den Gästen Großseelheims Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nahe. Zu diesem gehörten Helmut Hofmann, Pfarrerin Evelyn Koch, Schulleiterin Simone Reuber, Heinz-Wilhelm Leinweber, Jochen Schröder, Jürgen Wenz, Christian Spitzner, Christian Ludwig, Günter Böth, Dr. Charly Firsching, Ludwig Klingelhöfer und Evelyn Leukel.

Mitglieder der Großseelheimer Arbeitsgemeinschaft und der Bewertungskommissin vor dem mit Schiefer verkleideten ältesten Fachwerkhaus des Dorfes.

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Die Burschen pflasterndie Friedhofswege

Dabei erfuhr die Kommission, dass es in Großseelheim keinen Leerstand gibt, dass Senioren im Ort dank guter Infrastruktur lange autark leben und für sich einen eigenen Fahrdienst eingerichtet haben, dass in Großseelheim die Burschenschaft die Friedhofswege pflastert und die Kinder bei Evelyn Leukel die ersten Volkstänze erlernen. Und die Mitglieder nahmen mit, dass man in Großseelheim vom Bio-Blumenkohl über italienische Spitzenweine, Fleisch und Wurstwaren aus Hausschlachtungen, einen gefüllten Benzintank bis zum schlüsselfertigen Haus fast alles kaufen kann, was wertig ist. Dazu kommen vielfältige Dienstleistungen.

Aber das allein macht Großseelheim nicht aus. Dazu kommen die von der leider früh verstorbenen Großseelheimer Unternehmer-Persönlichkeit Peter Gade initiierte Konzeption für die neue Nutzung der landwirtschaftlich nicht mehr benötigten Höfe und das Generationen übergreifende Gemeinschaftsprojekt. Die Großseelheimer nähmen Dinge in die Hand, die die notleidende Schutzschirm-Kommune Kirchhain nicht mehr leisten könne, erklärte Helmut Hofmann. Dabei verwies er auf Beiträge zur Dorfverschönerung, die komplette Pflege des geradezu riesigen Friedhofs durch 45 Ehrenämtler und das große Gemeinschaftsprojekt Adventsmarkt mit jährlich 6000 Besuchern, der Geld in die Gemeinschaftskasse spüle.

Was macht Großseelheim zukunftsfähig? Vielleicht lässt sich diese Frage mit den Schlüsselwörtern Vielfalt und Kreativität beantworten. Zumindest nannte Architekt Christian Spitzner diese beiden Begriffe in seinem Schlussvortrag. Wie vielfältig und kreativ in Großseelheim gelebt und gearbeitet wird, erfuhr die Kommission bei Besuchen in der Öko-Kiste, auf dem Direktvermarkter-Hof Klingelhöfer und im Werkhof.

„Die Wertschöpfung bleibt bei Ihnen im Ort, und Sie haben eine tolle Dorfgemeinschaft. Das ist beeindruckend“, lobte Margot Schneider zum Abschluss.

von Matthias Mayer

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