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Schlamm bleibt großes Problem für Schönbach

Oberflächenwasser bereitet Sorgen Schlamm bleibt großes Problem für Schönbach

Schönbach hat wieder einen Feuerlöschteich, der diesen Namen auch verdient. Das nahm der Schönbacher Ortsbeirat während seiner Sitzung am Donnerstagabend zufrieden zur Kenntnis.

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Der Schönbacher Feuerlöschteich führt nach dem Ausbaggern wieder richtig Wasser. Der Teich war zuletzt völlig verschlammt.

Quelle: Matthias Mayer

Schönbach. Ortsvorsteher Dieter Lauer hatte das Thema „Oberflächenwasserableitung“ auf die Tagesordnung des Ortsbeirats gesetzt, der diesmal in kleiner Besetzung in der Garage der Freiwilligen Feuerwehr tagte. Das Gemeinschaftshaus war wegen einer Terminüberschneidung besetzt. Den drei Ortsbeiräten Fionn Wittkowsky, Peter Rein und Dieter Lauer saß ein halbes Dutzend interessierter Bürger gegenüber. Diese waren nicht zuletzt wegen des Themas „Oberflächenwasserableitung“ gekommen.

Mit dem Starkregen kommt der Schlamm

Das Oberflächenwasser hat nach Starkregen-Ereignissen Schönbach in der Vergangenheit immer wieder mal verschlammt. Dabei ist das Problem offenbar zweigeteilt. Dieter Lauer sprach von einer Trichterfunktion Schönbachs. Das von der oberhalb Schönbachs gelegenen großen Freifläche talwärts strömende Wasser werde in der Ortslage zusammengeführt und lagere dort seinen Schlamm ab. Laut Ortsbeirat Peter Rein kommt ein zweites, hausgemachtes Problem hinzu. Die Ortsdurchfahrt habe im Zuge der Kanalverlegung ein höheres Niveau bekommen. Das Ergebnis: bei Unwettern wirke die Straße wie ein Damm, an dem sich Wasser und Schlamm stauten. Begünstigt werde dies durch den Wegfall der Straßengräben in der Ortsdurchfahrt.

Die Stadt Kirchhain wolle den Löschteich künftig regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf alle fünf Jahre ausbaggern, teilte Dieter Lauer dem Kollegium mit. Eine Lösung für das Hochwasser- und Schlammproblem sei dies jedoch nicht. Der Ortsvorsteher kritisierte, dass der Auslauf des vom Schönbach gespeisten Teichs nicht deutlich verbreitert worden sei. So bestehe auch nach dem Fällen mehrerer Bäume am Teich die Gefahr, dass das Schutzgitter vor dem Eintritt in den talwärts verrohrten Bach sich durch Laub zusetze und der Teich wieder überlaufe.

Der Feldspeicher wird nicht gebaut

Enttäuscht zeigte sich der Ortsvorsteher vom Rückzieher der Stadt Kirchhain in Sachen Feldspeicher. Bei einem Ortstermin mit dem Ortsbeirat und den betroffenen Grundeigentümern im Quellengebiet oberhalb von Schönbach sei vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung die erfreuliche Offerte gekommen, an dieser Stelle einen Speicher für das Oberflächenwasser zu bauen. Die Baukosten - so die damalige Aussage - sollten durch Mittel der Ausgleichsabgabe für dem Bau des Windparks Emsdorf finanziert werden, erklärte Dieter Lauer. „Das wäre eine ideale Lösung für unser Dorf gewesen. Der Feldspeicher hätte den Schlamm schon oberhalb des Dorfes aufgefangen, so dass dieser gar nicht erst in den Löschteich hätte gespült werden können“, beklagte Dieter Lauer den Umstand, dass die Gelder aus dem Emsdorfer Windpark letztlich komplett in Projekte in der Kernstadt fließen werden.

Um so wichtiger ist dem Ortsbeirat, dass ein von der Stadt zugesagtes Hochwasserschutzprojekt für Schönbach tatsächlich umgesetzt wird. Dabei handelt es sich um die Umlegung des Entwässerungsgrabens für die Baugebiete Am Heydwolf und Am Pieckacker. Auch dieser Graben mündet in die „Wasser-Rückstauzone“ an der Ortsdurchfahrt. Der Graben soll jetzt in Richtung Großseelheim umgeleitet werden.

„Das ist ein uraltes Projekt des Ortsbeirats“

„Das ist ein uraltes Projekt des Ortsbeirats. Darum haben wir schon in den achtziger Jahren gebeten und mussten uns sagen lassen, dass wir keine Ahnung haben“, gab der ehemalige Ortsvorsteher Peter Schnell einen Einblick in die Historie dieses Vorhabens.

Nun aber soll es werden. Dieter Lauer nannte schon die wichtigsten Details. Der Graben solle auf ganzer Länge auf 1,40 Meter Breite und 40 Zentimeter Tiefe ausgebaggert werden. Außerdem würden sämtliche Durchlass-Rohre ausgetauscht. Die alten Rohre mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern müssten Rohren mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern weichen.

Laut Ortsvorsteher gibt es zwei Varianten für die Umlegung des Grabens. Die kürzere und preisgünstigere Variante könne nur verwirklicht werden, wenn ein Anlieger ein Stück Land dafür hergebe.

von Matthias Mayer

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