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Scheidender Kommandeur verteilt Lob

Marlow folgt auf Zorn Scheidender Kommandeur verteilt Lob

Feierlich ging es am Mittwoch während des Übergabeappells in der Herrenwaldkaserne zu. Nur das Mikro spielte nicht mit - was den Zuschauern das Zuhören erschwerte, die Protagonisten aber mit stoischer Ruhe hinnahmen.

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Andreas Marlow und sein Vorgänger Eberhard Zorn nutzten einen stillen Moment des feierlichen, von Musik und militärischen Gepflogenheiten geprägten Übergabeappells, um einander die Hände zu schütteln.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. „Die Soldaten der Division beherrschen ihr Handwerk“, freute sich General Carsten Jacobson, der stellvertretende Inspekteur des Heeres, am Ende seiner Rede während des Übergabeappells - um dann von seinem Skript abzuweichen: „Das Mikrofon leider nicht.“

Es war schon fast bewundernswert, wie viel Leidensfähigkeit er und sein Vorredner an den Tag legten. Besonders dem scheidenden Kommandeur Eberhard Zorn hätten es wahrscheinlich weder die Ehrengäste noch die ihm unterstellten Soldaten übel genommen, wenn er das immer wieder aussetzende Mikro genommen und quer über den Appellplatz geworfen hätte.

Rückblick auf die vergangenen 15 Monate

Doch der Generalmajor, der ab Donnerstag, 1. Oktober, im Bundesministerium für Verteidigung tätig ist, legte Disziplin an den Tag und sprach - während er auch noch eine aufdringliche Wespe abwehrte - einfach etwas lauter. In seiner Rede blickt er zurück auf die vergangenen 15 Monate. Besonders hob er hervor, dass erstmals in der Geschichte mit der 11. Luchtmobielen Brigade ein niederländischer Großverband einer deutschen Division unterstellt wurde - mit dem Auftrag, bis 2018 einen binationalen, luftbeweglichen Gefechtsverband aufzustellen.

Danach sprach er seinen Kameraden Lob aus: Die Division stelle immer die „Kräfte der ersten Stunde“. In den vergangenen 15 Monaten hätten sie mehrmals geplant, Deutsche -oder andere Europäer -aus Krisengebieten zu evakuieren: „Am Ende wurde alles diplomatisch gelöst. Aber Sie, meine Kameraden, haben der Politik jeweils ein glaubwürdiges Paket an militärischen Optionen angeboten. So bleibt unser Land in jeder Weise handlungsfähig.“ Zudem stellte der scheidende Kommandeur heraus, dass die Division das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge derzeit mit rund 750 Soldaten in der Flüchtlingshilfe unterstütze - natürlich auch am Standort Stadtallendorf.

Kritik an der materiellen Einsatzbereitschaft

Zorn übte aber auch Kritik: Die „flachen Strukturen“ in den Regimentern müssten noch ihre Bewährungsprobe bestehen. Des Weiteren monierte er - wie auch schon im Gespräch mit dieser Zeitung: „Die materielle Einsatzbereitschaft unserer neuen Hubschrauber ist unverändert niedrig. Es wird auch hier noch dauern, bis wir in einen eingeschwungenen Zustand kommen, der eine reibungslose Ausbildung unseres Personals und eine umfassende materielle Einsatzbereitschaft gewährleistet.“

Anschließend übergab er die Fahne der Division und somit das Kommando an Jacobson, der beides an Generalmajor Andreas Marlow weiterreichte. Der „Panzermann mit Sprungerfahrung“ war von 1997 bis 1999 Stabsoffizier in der Panzerbrigade 14 in Neustadt, sammelte im Balkan und in Afghanistan Einsatzerfahrung und war mit seiner Brigade der Erste, der vor einigen Jahren beim Elbehochwasser den Menschen half. „Sie wissen, worauf es bei der Führung ankommt“, betonte Jacobson. Marlow war bereits Kommandeur des Panzerbataillons 403 in Schwerin und der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ in Torgelow.

  • Mehr über Generalmajor Andreas Marlow erfahren Sie in der Freitag-Ausgabe der OP.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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