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Schatzkiste Rauschenberg soll bleiben

Förderung für Bürgerarbeitsplatz läuft aus Schatzkiste Rauschenberg soll bleiben

Rauschenbergs Secondhand-Laden Schatzkiste hat im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von 1124,71 Euro erwirtschaftet. Dies geht aus einem Erfahrungsbericht hervor, den der Magistrat den Stadtverordneten zur Kenntnis gab.

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Die Stadt Rauschenberg möchte den kommunalen Secondhand-Laden Schatzkiste erhalten – auch wenn ab 2015 ein Defizit droht. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Wie Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) vor der Stadtverordnetenversammlung deutlich machte, ist dieses positive Ergebnis des kommunalen Ladens im Herzen der Altstadt der Förderung durch den Bund zu verdanken. Der Bund finanziere über das Bürgerarbeit-Programm den Arbeitsplatz der einzigen hauptamtlichen Beschäftigten des Secondhand-Ladens für jedermann. Und diese Förderung laufe zum Ende des Jahres aus. Finde sich kein Ersatz für diese Förderung, werde die Schatzkiste im Jahr 2015 mit einem Verlust in Höhe von 22489,62 Euro abschließen, sagte der Bürgermeister unter Hinweis auf eine Kostenrechnung der Stadtverwaltung.

Damit zeigte der Kämmerer ein Dilemma auf: Auf der einen Seite sei der von Stadt, Kirche und Diakonischen Werk getragene Laden etabliert, gehöre zum Stadtbild und erfülle seine Treffpunkt-Funktion, auf der anderen Seite könne sich die Stadt ein derart hohes Defizit nicht leisten.

Lösung: mehr einnehmen, weniger ausgeben

Eine zweite Kostenberechnung kommt für 2015 zu einem Verlust in Höhe von 5889,61 Euro. Diese Ersparnis gegenüber dem beibehaltendes Status quo fußt auf zwei Säulen: Die Stundenzahl für den Bürgerarbeitsplatz wird von 30 auf 20 Wochenstunden reduziert, was den Öffnungszeiten des Ladens entspricht. Und hochwertige Marken-Bekleidung soll im Verkauf zu etwas erhöhten Preisen angeboten werden. Derzeit orientieren sich die Preise an der Art der Bekleidungsstücke, nicht an deren Wertigkeit. So reicht die Preisspanne für Damenbekleidung von einem Euro für ungetragene Unterwäsche, Tücher, Ketten und Gürtel bis zu 15 bis 20 Euro für Kostüme und Hosenanzüge. Für Herrenbekleidung werden zwischen einem Euro für ungetragene Unterwäsche, Krawatten und Gürtel bis zu 10 Euro für Mäntel verlangt. Gegen Vorlage eines Ausweises bezahlen Bedürftige nur die Hälfte.

Wie der Bürgermeister weiter berichtete, sind Kirche und Diakonie bereit, die Arbeit der Schatzkiste durch eine Kraft zu unterstützen, die den Ausbau des ehrenamtlichen Engagements rund um den Laden koordiniert. Derzeit absolviert eine ehrenamtliche Mitarbeiterin wöchentlich 14 Stunden.

Auf eine Frage der Stadtverordneten Claudia Vaupel (Bündnis 90/ Die Grünen) stellte der Bürgermeister klar, dass sich das Geschäft nicht ausschließlich mit Ehrenamtlichen betreiben lasse. Die Stadt plane zumindest für die nächsten beiden Jahre mit der jetzigen hauptamtlichen Mitarbeiterin.

Mit der Zukunft der Schatzkiste wird sich demnächst der Ausschuss Kultur, Sport und Soziales ausführlich befassen.

Jeweils einstimmig billigte das unter Vorsitz von Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl tagende Parlament den Verbleib der Stadt in der Region Burgwald-Ederbergland sowie die Umsetzung der Umgestaltung der Josbacher Ortsmitte im Zuge der Dorferneuerung.

Wie die OP berichtete, hat die Stadt nun die Möglichkeit, ein seit fast 25 Jahre lang leerstehendes Fachwerkhaus zum Schätzpreis von 5000 Euro zu kaufen. Das auf einem dreieckigen Grundstück stehende Gebäude soll abgerissen werden und die Fläche am Fuße des Kirchbergs in eine Grünfläche mit Sitzgruppen und Info-Tafeln umgestaltet werden. Die Gesamtkosten belaufen sich - so die Aufstellung eines Planungsbüros, auf 85810,90 Euro. Der Bürgermeister zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass dieser Betrag wegen der mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung verabredeten Eigenleistungen deutlich unterschritten werde. Für das zweite Projekt, die Sanierung des Wildpflasters am Herscheidsweg und den Einbau eines Fußweges seien Eigenleistungen nur eingeschränkt möglich. Die Wi-Bank fördert die Vorhaben mit 115000 Euro.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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