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Sanierung dauert drei Monate länger

Hallenbad Stadtallendorf Sanierung dauert drei Monate länger

Auf der Hallenbad-Baustelle in der Stadtmitte gibt es Bewegung. Mit Ende der Frostperiode sind jetzt auch Betonarbeiten wieder möglich.

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Ein Betonkübel schwebte gestern Richtung Keller, wo eine Bodenplatte gegossen wurde.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Einschalbretter liegen über einem Teil des Kellergeschosses. Gestern legten Arbeiter die Bewehrungsmatten für die Filigrandecke auf. In den nächsten Tagen fließt der Beton. Die ursprüngliche Kellerdecke des Hallenbades hatte abgerissen werden müssen, weil sie nicht mehr den Brandschutzstandards entsprach (die OP berichtete). An den Lärm dieser Abrissarbeiten werden sich Anlieger noch gut erinnern. Seinerzeit hatte es bereits erhebliche Bauverzögerungen gegeben.

Inzwischen ist endgültig, dass der Fertigstellungstermin, der auf dem Baustellenschild am Parkplatz zu lesen ist, nicht mehr zu halten ist. Dort ist der Januar 2016 angegeben. „Wir rechnen derzeit mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten“, erklärt Bürgermeister Christian Somogyi im Gespräch mit der OP. Genaueres lasse sich aber erst sagen, wenn das Gebäude wieder geschlossen sei, sprich, wenn die Fassade steht.

Somogyi will wirtschaftlichen Risiken meiden

Es war nach Angaben der Stadt nicht nur die Dauer des Abrisses, der zu dem Verzug geführt hat. Auch der Frost hat sich später verzogen, als es zumindest seitens der Bauverantwortlichen und der beteiligten Firmen erhofft wurde. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Sanierung eines solchen Gebäudes mit Risiken im Hinblick auf den Zeitfaktor und die Kosten verbunden seien, sagte Somogyi.

Beim Stichwort Beton hat der Frost der vergangenen Wochen auch noch an anderer Stelle geschadet. Auch die Sanierung vorhandenen Betons ist nur möglich, wenn Tag und Nacht bestimmte Mindesttemperaturen erreicht sind, bei neuem Beton zum Beispiel fünf Grad Celsius. Ansonsten übernehmen Unternehmen keine Haftung für ihre Arbeiten. „Und wirtschaftliche Risiken werden wir nicht eingehen, bei Schäden wird es ansonsten sehr teuer für uns“, macht Somogyi klar.

Aktuelle Ausschreibungen liegen im Rahmen

Immerhin: Es hat in den vergangenen Monaten keine weiteren bösen Überraschungen bei den Baukosten mehr gegeben, was den Bauherren und damit auch die Steuerzahler freut. Die bisher letzte Kostenkalkulation aus dem Dezember hat nach wie vor Bestand. Derzeit kalkulieren die Stadtwerke respektive die Stadt also mit rund 9,04 Millionen Euro Sanierungskosten. Die jüngsten Ausschreibungsergebnisse lägen allesamt im Rahmen der Erwartungen, sagt Somogyi.

Der Stadtallendorfer Bürgermeister nutzt das Gespräch über das Hallenbad auch noch, um das Thema anzusprechen, das ihn und viele Kommunalpolitiker im Moment am meisten sorgt: die voraussichtlichen Folgen des kommunalen Finanzausgleichs für Stadtallendorf. Es sei in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich, dass eine Stadt zu ihrem Bad stehe und es erhalte. Er hoffe, dass das auf Dauer möglich sein werde, wenn Stadtallendorf zum Sparen gezwungen werde.

Höher gelegener Bereich für Liegen

Die Hallenbad-Baustelle im Herzen der Stadt führt immer wieder zu Verständnisfragen bei Passanten, die an den Zäunen entlanggehen. So tauchte jüngst die Frage danach auf, warum die neue Betonwand an der dem Parkplatz zugewandten Seite so hoch ausfällt. Das Bad wird an den beiden Längsseiten um drei Meter erweitert. An der Parkplatzseite entsteht - gemessen am Beckenrand -ein höher gelegener Bereich, wo künftig Badegäste liegen und sich erholen sollen. An dieser Seite des Badgebäudes werden für die Fassade außerdem noch Stützsäulen für die Fassadenkonstruktion entstehen.

Manche Arbeiten, die auf der Baustelle laufen, sind inzwischen nicht mehr sichtbar. Dort sind aktuell Experten für Betonsanierungen bei der Arbeit. Betonelemente werden bis auf den Bewehrungsstahl geöffnet, er wird geprüft, Risse werden mit Spezialmörtel wieder verschlossen. Das wird auch bei einem Teil der Betonstützen geschehen. „Dort lagen die Chloridwerte so, das wir sanieren müssen“, erklärt Projektleiterin Julia Werner auf Nachfrage.

von Michael Rinde

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