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Sanierer stehen in den Startlöchern

Rüstungs-Altlasten Sanierer stehen in den Startlöchern

Zahlreiche Bäume rund um die frühere Füllstelle I des Wasag-Werkes sind zwischenzeitlich gefallen. Ab August will das hessische Baumanagement im Auftrag des Bundes die Rüstungsaltlasten sanieren.

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Auf der Sanierungsfläche rund um die frühere Füllgruppe I sind bereits zahlreiche Bäume gefällt worden. 

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Eine kleine Delegation rund um den Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour zog gestern Mittag in den Forst, um sich dort das Gelände der Füllstelle I der Wasag mehr oder weniger aus der Nähe anzusehen. Nouripour, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, besuchte gestern die Divison Spezielle Operationen an ihrem Standort Stadtallendorf.

Ein Schwerpunktthema bei Nouripours Besuch war die seit Jahrzehnten anstehende Sanierung der Rüstungsaltlasten auf Bundesgelände. Es geht um die Überreste des Sprengstoff- und Munitionswerkes der Wasag. Zunächst will der Bund nunmehr die Füllstelle I sanieren (diese Zeitung berichtete). Das sich auf dem Gelände nahe der Artilleriestraße nun etwas tun wird, hat sich in den zurückliegenden Wochen bereits gezeigt. Der Bundesforst „verjüngte“ den Wald rund um die alten Bunkergebäude der Füllstelle - und zwar auf einer Fläche von 400 mal 400 Metern.

Bund muss rund 20 Mio. Euro einplanen

Rund vier Millionen Euro zahlt der Bund dafür, dass diese ehemalige Abfüllstelle nun saniert wird. Sie grenzt direkt an die Wohnhäuser an, deren Grundstücke das Land bereits von Rüstungsaltlasten befreit hat.

Nouripour und seine Begleiter bekamen gestern von Volker Gebhardt vom hessischen Baumanagement und Klaus Töpper, dem Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Homberg (Efze) einen Überblick darüber, was in Sachen Rüstungsaltlasten auf Bundesflächen noch zu tun ist. Im Oktober soll das Gesamtkonzept vorgestellt werden. Dieses Konzept wird alle Flächen betrachten, die dem Bund an den Standorten in Stadtallendorf, Neustadt und auch in Kirtorf gehören und wo Altlasten saniert werden müssen. Gebhardt nannte gestern einen Betrag von rund 20 Millionen Euro, den der Bund im Laufe der nächsten Jahre wohl wird aufbringen müssen.

Zum Vergleich: Das Land Hessen hat im Gebiet des früheren Sprengstoffwerkes der DAG innerhalb mehrerer Jahrzehnte rund 170 Millionen Euro ausgegeben, um die Rüstungsaltlasten zu beseitigen. Doch Gebhardt, der die Sanierungen auf dem Wasag-Gelände der Bundeswehr mitplant, machte auch klar, dass alle Kostenschätzungen nur vorläufigen Charakter haben. „Wir müssen, wenn wir anfangen so lange sanieren, bis sich auch in der letzten Baggerschaufel keine Altlasten mehr befinden“, sagte Gebhardt während des Besuchs der künftigen Sanierungsflächen.

Nouripour sucht den Kontakt zur Truppe

Nouripours Fazit: „Es ist gut, dass der Bund diese Problematik in Stadtallendorf nun angeht.“ Doch gebe es weiteren Handlungsbedarf, Sanierungen scheiterten aber am Geld.Der Bundestagsabgeordnete regt in diesem Zusammenhang die Schaffung eines Fonds an, aus dem vor allem die Altlastensanierung an verschiedenen Bundeswehr-Standorten vorangetrieben werden könnte.

Dem Mitglied des Verteidigungsausschusses ging es aber auch darum, in Gesprächen mit Vertrauensleuten der Soldaten mehr über die Situation der Einheiten vor Ort zu erfahren. Die DSO ist aktuell Leitverband in Afghanistan. „Der Verband ist derzeit durch den Einsatz sehr belastet. Für mich war der Besuch in Stadtallendorf vor diesem Hintergrund sehr informativ“, sagte er im Anschluss im Gespräch mit dieser Zeitung.

Konkret sprach Nouripour unter anderem die Problematik fehlender Betreuungseinrichtungen für Soldaten am Standort Stadtallendorf an - ein Thema, auf das die Divisionsführung in der Vergangenheit bereits mehrfach hingewiesen hat.

von Michael Rinde

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