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Sammlung schlägt Brücke zur Kindheit

Serie: Ich sammle... Sammlung schlägt Brücke zur Kindheit

Grün und weiß sollten die Modelle von deutschen Polizeiautos sein, um das Interesse von Herbert Fischer zu wecken. Die blau-silbernen Fahrzeuge lassen ihn kalt: "Das ist irgendwie nicht mein Ding."

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Herbert Fischer betrachtet einen Teil seiner Sammlung. Vor ihm stehen ein Mercedes 170 V und der geliebte Wasserwerfer.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Ich weiß nicht, ob meine Leidenschaft für Modelle von Polizeiautos etwas damit zu tun hat, dass ich Polizist war. Es könnte eventuell auch umgekehrt sein: Schon als Kind spielte ich nämlich gerne mit Polizeiautos“, sagt Herbert Fischer, überlegt kurz und betont: „Feuerwehrautos fand ich auch klasse. Eigentlich alles, was mit Tatütata zu tun hat.“

Vater, Onkel und Großvater engagierten sich in der Feuerwehr, und doch faszinierte Walter Mühle den jungen Herbert Fischer, der im Alter von etwa acht Jahren den Polizisten am Marburger Rudolphsplatz beim Regeln des Verkehrs voller Faszination beobachtete. „Ich wollte unbedingt mal in einem Polizeiauto sitzen - und er hat es möglich gemacht“, berichtet der inzwischen 64-jährige, frischgebackene Großvater.

Damals konnte Fischer noch nicht wissen, dass er noch viele weitere Male in Polizeifahrzeugen sitzen würde - unter anderem in einem Wasserwerfer: „Weil ich bei der Feuerwehr war, wusste ich, wie man einen Tank befüllt - und so saß ich plötzlich im Wasserwerfer am Motor, mit dem man die Spritzen regelte“, erinnert er sich.

Der Wasserwerfer ist sein Ein und Alles

Die Lieblinge in seiner Sammlung sind eigentlich die zahlreichen Modelle der Oldtimer „Mercedes 170 V“ und „BMW 502“ - vornehmlich im Maßstab 1:44. Und doch hängt sein Herz besonders an einem kleinen Wasserwerfer, den er einst in einem Geschäft auf Westerland in einer Seitenstraße entdeckte - während einer für seine Urlaube typischen Stöbertouren: „120 Mark sollte er kosten. Das war sehr teuer. Meine Frau Lucia hat geschimpft, und ich habe ihn nicht gekauft.“ Doch das Modell ließ ihn nicht los: „Also bin ich später noch einmal alleine losgezogen und habe den Wasserwerfer doch noch mitgenommen.“ Seiner Frau beichtete Fischer den Kauf erst auf der Rückreise nach Amöneburg: „Ich wollte ihr ja den Urlaub nicht verderben.“

Seit dem Anfang der 1980er sammelt Amöneburgs Ortsvorsteher Modelle von deutschen Polizeiautos und -motorrädern. Wie es dazu kam, weiß er nicht mehr: „Ich glaube, ich habe im Urlaub gleich mehrere auf einmal gekauft.“ Und auch das Warum kann er nicht genau erläutern: „Wahrscheinlich war das ein Brückenschlag zu meiner Kindheit.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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