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Sack für Sack füllt sich der Lastwagen

Sammelaktion Sack für Sack füllt sich der Lastwagen

Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" sammelten die Kolpingfamilien in der ganzen Diözese Fulda Kleider und Schuhe, um mit dem Erlös Bedürftigen in anderen Ländern zu helfen.

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Die Amöneburger Mitglieder der Kolpingfamilie laden die von ihnen gesammelten Säcke um.

Quelle: Klaus Böttcher

Ostkreis. Gegenüber dem Hallenbad, bei den beruflichen Schulen, steht ein großer Lastwagen, dessen Ladefläche noch verhältnismäßig leer ist. Davor hält ein Traktor mit Anhänger. Erwachsene und Kinder sind dabei, Säcke voller Kleidung umzuladen. „Die kommen aus Emsdorf“, erzählt Birgit Gruß, die sich um die organisatorischen Fragen kümmert und die Aktion leitet. Sie ist Vorsitzende der Kolpingfamilie Kirchhain und des Bezirks und seit Kurzem auch stellvertretende Vorsitzende des Kolpingwerks in der Diözese Fulda. „Hier ist der Verladepunkt für die Sammlungen aus verschiedenen Orten des Ostkreises“, erzählt Gruß und führt als Beispiele Kirchhain, Emsdorf, Amöneburg oder Anzefahr an. Es gebe aber noch weitere Umladepunkte im Ostkreis.

Kolpingfamilie in Amöneburg mit Sprinter unterwegs

Schwitzend kommt derweil Matthias Schäfer vom Lastwagen. Der Anhänger aus Emsdorf ist leer. Das nächste Gespann wartet schon darauf, vorzufahren. Diesmal handelt es sich um ein Auto aus Amöneburg, das einen großen Anhänger zieht. „Wir haben keinen großen Lkw bekommen, da fahren wir mit Hängern“, sagt Norbert Döring.

Mit einem weiteren Anhänger und einem kleinen Sprinter waren Mitglieder der Kolpingfamilie in Amöneburg von Haus zu Haus gefahren, um Säcke voller Kleidung und alter Schuhe einzusammeln.

Mardorf und Rüdigheim hätten sie gleich miterledigt, berichten die Amöneburger und freuen sich, dass es in den beiden Stadtteilen etwas einfacher war, da dort die Säcke an einem zentralen Ort gesammelt wurden.

Dann kommen auch noch „Einzelablieferer“ an den Treffpunkt, die entweder die Säcke im Kofferraum ihres Autos haben oder einen kleinen Anhänger nutzen, um die Kleiderspenden zu transportieren.

Kleidung wird auf Qualität untersucht

Mit einem Kleinlastkraftwagen kommt eine „Mannschaft“ der Kirchhainer Kolpingfamilie angefahren. Mit dabei ist Arnold Gruß, der von Anfang an dabei war und im Laufe der Jahre lustige Episoden erlebte, die ihm im Gedächtnis haften blieben. „1968 war das erste Mal. Da hat die Bundeswehr riesige Faun-Fahrzeuge genutzt. Wir Kleinen bekamen kaum die Säcke da hoch.“ Dann seien die Säcke auf fünf große Eisenbahnwaggons verladen worden - und am Rande der Gleise sei Tee gekocht worden.

Sie werde immer wieder gefragt, was mit der gesammelten Kleidung passiere, ob die Säcke nach Brasilien geschickt würden, weil die Sammlung „Aktion Brasilien“ heiße, betont Gruß und erklärt: „Wir vom Bezirk Oberhessen haben uns die Kolping Recycling GmbH in Salzgitter angesehen.“ Dort sortieren die Mitarbeiter die Kleidungsstücke. Was noch gut ist, geben sie zum Verkauf frei. Was unbrauchbar sei werde geschreddert, an die Industrie verkauft und zu Dämm- und Putzmaterial verarbeitet. „Kolping international entscheidet, wo die Erlöse hingehen“, betont Gruß. Das sei nicht immer Brasilien, sondern in vielen anderen Ländern sei Hilfe nötig.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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