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SPD setzt auf einen "Moderator" und "Manager"

Kandidatenkür SPD setzt auf einen "Moderator" und "Manager"

Es hat niemanden so wirklich überrascht, dass sich Amtsinhaber Christian Somogyi (SPD) erneut für das Bürgermeisteramt in Stadtallendorf bewirbt. Seine Partei steht hinter ihm.

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Amtsinhaber Christian Somogyi will über den März 2018 hinaus auf dem Stuhl im Bürgermeisterbüro sitzen. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Es dauerte am Freitagabend nicht lange. In geheimer Wahl stimmten 34 von 34 Mitglieder für Christian Somogyi . Der hatte sich zuvor in einer kurzen Rede um dieses neuerliche Vertrauen der Sozialdemokraten bemüht. Überzeugungsarbeit brauchte der 60-Jährige dabei im Vorfeld nicht mehr zu leisten. Das machte Jürgen Behler, Vorsitzender des Kernstadt-Ortsvereins, gegenüber der OP klar: „Der Vorstand hat Christian Somogyi im Januar einstimmig der Mitgliederversammlung empfohlen. Wir freuen uns alle sehr, dass er erneut antritt.“

Für Somogyi wird es im September die dritte Bürgermeister­wahl. 2005, bei der Premiere, trennten ihn ganze 224 Stimmen vom damaligen Wahlsieger Manfred Vollmer, 2011 schaffte er dann in der Stichwahl einen eindeutigen Sieg. Nunmehr ist er der „Platzhirsch“. Vieles von dem, was er sich 2011 vorgenommen habe, sei geschafft, anderes müsse noch erreicht werden, hält er im Gespräch mit der OP fest. Fortschritte sieht er bei seinem wichtigsten Anliegen, Stadtallendorf zum Mittelzentrum weiterzuentwickeln.

Behler und Thomas Berle vom Ortsvereins-Vorstand heben spontan Somogyis Moderatorenfähigkeiten in den vergangenen Jahren hervor; vor allem angesichts der Tatsache wichtig, dass er sich Mehrheiten im Stadtparlament immer wieder suchen muss. „Man darf diese Stadt eben nicht nur verwalten, man muss sie managen“, sagt der Amtsinhaber.

Rund 100 Millionen Euro hätten Unternehmen, er nennt Ferrero, die Eisengießerei Winter, aber auch Edeka, in den zurück­liegenden Jahren investiert. 10 Millionen Euro davon gehen allein auf Edeka zurück. 13800 Arbeitsplätze gebe es inzwischen in der Stadt, die Verschuldung Stadtallendorfs sei seit seinem Amtsantritt von 13,7 Millionen auf 9,4 Millionen Euro 2017 gesunken (vorausgesetzt, der Haushaltsentwurf wird genehmigt).

Die Selbstverwaltung erfolgreich bewahrt

Für ihn auch Erfolge seiner Arbeit. Seit 2014 seien alle Haushalte ausgeglichen. „Damit habe ich Stadtallendorf die kommunale Selbstverwaltung erhalten“, unterstreicht er. Welchen Wert das besitzt, sieht man angesichts immer drastischerer Erlasse für Kommunen mit Haushaltsdefiziten. Er weiß aber auch, dass weiter investiert werden muss, trotz Fertigstellung von Hallenbad und Baubetriebshof. Die Feuerwehrge­rätehäuser in Erksdorf und der Kernstadt stehen an. Und dann ist dort noch der abgestimmte Masterplan für das Herrenwaldstadion. Behler als Eintracht-Abteilungsleiter erinnert daran, wie lange es unvorstellbar gewesen sei, dass ein solcher Plan überhaupt entsteht.

Herausforderungen bleiben aus Somogyis Sicht noch mehr als genug für eine weitere Amtszeit im Rathaus. Wohnraumschaffung nennt er, verweist auf die Ausweisung von Baugebieten, auf Bemühungen, gemeinsam mit Wohnungsbaugesellschaften voranzukommen.

Bei der Infrastruktur steht für ihn die Niederkleiner Straße auf der Prioritätenliste weit oben angesichts der Verkehrsbelastung dort. Ist die alte Idee, einen Innenstadtring zu bilden (mit einer Querspange und weiterer Querung der Main-Weser-Bahn), sein Favorit? „Es kann die Querspange werden, das muss es aber nicht“, sagt Somogyi und verweist darauf, dass für diese Entscheidung noch Zeit vorhanden ist. Er setzt auf Gespräche mit der Industrie bei der Suche nach der optimalen Lösung. Dabei erkennt Somogyi Fortschritte. „Die Belastung auf der Niederkleiner Straße ist für die Anwohner inzwischen unzumutbar“, wird er deutlich.

Über drei Jahrzehnte ist Somogyi mittlerweile Sozialdemo­krat. Im Jahr 2011, nach dem Wahlsieg, wechselte er nach 33 Jahren von der Fraport AG in den öffentlichen Dienst, ein Einschnitt, wie er heute immer noch sagt. Dass er sich als Bürgermeister auf seine SPD stützt, empfindet er als Gewinn. „Eine Partei im Hintergrund ist auch ein Regularium für die eigene Arbeit“, sagt Somogyi.

Und dass er für eine zweite Amtszeit bereitstehen wird, habe er schon 2011 für sich selbst entschieden, natürlich wie immer in enger Absprache mit seiner Frau und seinen drei Kindern.

von Michael Rinde

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