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Riesen-Bohrer sichert Hang Im Sand

Rauschenberg Riesen-Bohrer sichert Hang Im Sand

Die Stichstraße Im Sand zählt zu den kleinsten Rauschenberger Straßen. Aber sie ist Schauplatz der spektakulärsten Baustelle, die die Stadt derzeit zu bieten hat.

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Projektleiter Thomas Barg (kleines Foto, links) erklärte den Ablauf der Bauarbeiten Im Sand. Auf dem Bild sind (von rechts) Markus Szabo, eine Anwohnerin und Michael Emmerich zu sehen.

Rauschenberg. Es geht um die Sicherung der steil abfallenden Böschung, die die kleine Straße trägt. Nachdem sich die nur zu zwei Häusern führende Fahrbahn talwärts geneigt und sich im Straßenbelag Risse gebildet hatten, bestand Handlungsbedarf. Der ursprüngliche Plan, den Hang mit Spundwänden zu sichern, scheiterte im vergangenen Jahr an einer massiven Felsnase auf den ersten Straßenmetern unten im Tal, wie diese Zeitung ausführlich berichtete. Ein Alternativ-Modell, den Hang durch vertikal einzubringende Beton- und Stahlkerne zu sichern, musste von Statikern erst geprüft und berechnet werden, so dass die Arbeiten in dieses Jahr verschoben werden mussten.

Die Kirchhainer Baufirma Geissler hat inzwischen mit den Arbeiten begonnen. Bei einer Baubesprechung mit den Anliegern, mit Bürgermeister Michael Emmerich und mit Markus Szabo, der in der Stadtverwaltung für die Bauverwaltung zuständig ist, nannte Projektleiter Thomas Barg die wichtigsten Details.Demnach stehen am Anfang Verschalungsarbeiten. Auf der Talseite der Straße muss ein Betonstreifen aus Magerbeton gegossen werden. Dieser Betonstreifen wird nicht bleiben. Sein Zweck: Er soll dem Bohrer saubere Ansatzpunkte zum Eindringen in den felsigen Untergrund bieten.

Vorarbeiten in drei Wochen abgeschlossen

Thomas Barg erwartet, dass dieser Betonstreifen zum großen Teil schon durch die Bohrarbeiten zerstört wird. Und die haben es in sich. Bohrer mit dem stolzen Durchmesser von 43 Zentimetern werden bis zu acht Meter tief ins Erdreich getrieben. Jedes dritte Loch wird mit einem Stahlträger gefüllt. In die übrigen Bohrlöcher wird Beton gespritzt. Thomas Barg erwartet, dass die Vorarbeiten in drei Wochen abgeschlossen sind. Der drei Meter breite Spezialbagger der Firma Thyssen mit einem 15 Meter hohen Bohrmast soll in vier Wochen die Arbeit aufnehmen.

Die Maschine, die die ganze Straßenbreite ausfüllen wird, soll den Hang von unten schrittweise sichern, damit dieser die Last des Bohr-Kolosses tragen kann. Gut 50 Bohrlöcher sind geplant, für deren Verfüllung zusätzlich eine Betonpumpe eingesetzt wird. Etwa zwei bis drei Wochen nach Ostern sollen diese Arbeiten nach Thomas Bargs Schätzung abgeschlossen sein. Ein Anhaltspunkt: Die halbseitige Sperrung der im Tal gelegenen Hauptstraße Richtung Sindersfeld und Richtung Himmelsberg ist bis zum 17. April beantragt. In dieser Zeit regelt eine Ampel den Verkehr. Danach könnten allenfalls noch Restarbeiten erledigt werden, erklärte der Projektleiter. Während der Baggerphase wird für die Anwohner selbst der Fußweg zu ihren Häusern zum Balanceakt. Das Passieren der großen Maschine wird nur nach vorherigem Blickkontakt mit dem Baggerführer möglich sein.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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