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Retter stehen vor einer Riesenaufgabe

Stadtallendorf Retter stehen vor einer Riesenaufgabe

Hunderttausende Besucher weilen beim Hessentag. Darauf müssen sich Feuerwehren und Sanitätsdienste einstellen.

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Ein Sanitäter leitete einen Rettungswagen beim Hessentag in Langenselbold vor wenigen Wochen durch die Besucher.

Quelle: Tanja Bruske-Guth

Stadtallendorf. Samstag, 4. Juni, beim Hessentag in Langenselbold: Zahlreiche ältere Hessentagsbesucher müssen auf ihre Busse warten, die im Stau auf der Autobahn stehen. Einige Senioren bekommen Kreislaufprobleme, Sanitäter helfen ihnen. Gleichzeitig geht bei der Einsatzleitung die Meldung ein, dass der Dachstuhl eines Hauses mitten in der Innenstadt in Flammen steht. Auf solche Situationen mit zeitgleichen Einsätzen müssen sich Feuerwehr und Rettungsdienste auch beim Hessentag im nächsten Jahr in Stadtallendorf einstellen.

Für die Stadtallendorfer Feuerwehr stellt der Hessentag mit mehreren hunderttausend Besuchern, mit annähernd 1.000 ganz unterschiedlichen Veranstaltungen eine noch nicht gekannte Herausforderung dar. Die gesamte Organisation – auch für den Sanitätsdienst – liegt in der Hand der Stadtallendorfer Wehr, unterstützt vom Landkreis mit seinen Ressourcen. Seit Monaten arbeiten Arbeitsgruppen konzentriert am Einsatzkonzept für diese zehn Tage im nächsten Jahr. Auch wenn die Vorbereitungszeit knapp ist, Zeitnot befürchtet Stadtallendorfs Stadtbrandinspektor Maik Klein nicht.

Allein können die Stadtallendorfer Wehren den Hessentag nicht stemmen. Sie werden während der zehn Tage Hessentag die Grundsicherung für das Stadtgebiet übernehmen. Dann geht es im Stützpunkt an der Straße des 17. Juni zu wie bei einer Berufsfeuerwehr. Die Wache ist rund um die Uhr mit Feuerwehrleuten besetzt, im Zwei-Schicht-Betrieb. Dafür sind allein 40 Feuerwehrleute Tag für Tag nötig.

Hinzu kommt die Brandsicherung. Bei den Veranstaltungen im Hessentagsgelände, egal ob im Kinderland im Park oder der Hessentags-Arena vor der Stadt, müssen Feuerwehrleute in Bereitschaft stehen. „Welche Brandsicherung nötig ist, hängt immer von der Art der Veranstaltung ab“, erklärt Klein. Darum kann es auch erst eine Feinplanung geben, wenn das Programm bis ins Detail fertig gestellt ist.

Doch ist klar, dass allein für diese Brandsicherungsdienste massive Hilfe von anderen Wehren aus dem Kreisgebiet erforderlich ist. Bürgermeister Manfred Vollmer hat seine Kollegen im Kreis und in den angrenzenden Städten schon um Hilfe gebeten. Wie viele Feuerwehrleute nötig sind, verdeutlicht eine Zahl: Die Planer rechnen allein für die Feuerwehren mit rund 1.000 Schichten. Diese Schichten werden dabei unterschiedlich lang ausfallen.

Auch für die Rettungsdienste stellt ein Hessentag einen Großeinsatz dar. Mit ehrenamtlichen Helfern allein geht es nicht. „Wir werden alle drei im Kreis ansässigen Rettungsdienst-Organisationen einbeziehen", sagt Dr. Sebastian Schiel, der Stadtallendorfer Feuerwehr-Arzt. Er ist an der Planung des Rettungsdienstkonzeptes beteiligt. Für den Einsatz der Rettungsdienste wird die Stadt zahlen müssen, voraussichtlich einen fünfstelligen Betrag.

Das Konzept sieht vier Unfallhilfsstellen im Stadtgebiet vor. Dort werden ständig Sanitäter und zum Teil auch Ärzte vor Ort sein. Auch für die Feuerwehren sind die Unfallhilfsstellen kleine Basen im Stadtgebiet, um im Fall der Fälle schnell vor Ort sein zu können. Eine Unfallhilfsstelle besteht aus zwei Containern.

Bei den Planungen setzen die Arbeitsgruppen auf die Erfahrungen früherer Hessentage. „Unsere Herausforderung besteht darin, die Fläche abdecken zu können“, sagt Schiel.

Sebastian Bleser ist bei der Stadtallendorfer Feuerwehr für die Erarbeitung von Einsatzszenarien zuständig. Diese Szenarien sollen ab Herbst eingeübt werden.

Während des Hessentags wird es eine zentrale Einsatzleitung geben. Wie die der Polizei wird sie im Jugendzentrum untergebracht sein. Das muss dafür vor dem Fest der Hessen entsprechend hergerichtet werden. Auch der Landkreis ist gefordert. So müssen Zuständigkeiten geklärt werden, der Kreis muss feststellen, welcher Bedarf an Rettungswagen und Notärzten besteht und wie er gedeckt werden kann. „Außerdem beteiligen wir uns mit Personal und Gerät, zum Beispiel bei der Einsatzleitung“, sagt Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

von Michael Rinde

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