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Rauschenberger Windpark kommt

Baugenehmigung Rauschenberger Windpark kommt

Was lange währt, wird endlich gut: Das Regierungspräsidium hat der Firma Krug Energie die Baugenehmigung für den Rauschenberger Windpark erteilt - mit eineinhalb Jahren Verspätung gegenüber dem Zeitplan.

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Blick auf den Windpark im Burgholzer Forst. Der ist die Blaupause für die Sicht auf den Rauschenberger Windpark aus Richtung Sindersfeld. Der Rauschenberger Windpark entsteht auch auf einem Hochplateau im Wald, wo – inklusive des des Sinderfelder Windrads – fünf Anlagen entstehen werden.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Das zur Breidenbacher Krug-Gruppe gehörende und in Wollmar beheimatete mittelständische Unternehmen will im Rauschenberger Stadtwald auf dem Roten Küppel vier Windenergie-Anlagen bauen. Ein fünftes Windrad baut Krug Energie unweit des Rauschenberger Windparks in der Gemarkung Sindersfeld. Das Wiesbadener Unternehmen Abo Wind hatte dort ein Windrad projektiert und dann das Baurecht verkauft.

Bürgermeister Michael Emmerich verkündete die lang erwartete Botschaft am Sonntag beim Regionaltag Klimaschutz und Mobilität in der Kratz‘schen Scheune. Vorab hatten Hans Hermann Zacharias, der Bereichleiter Erneuerbare Energie bei Krug Energie und der Bürgermeister die OP über die erfreuliche Entwicklung unterrichtet. „Die Genehmigung ist vollumfänglich da. Am Dienstag, 6. September, habe ich einen entsprechenden Anruf bekommen. Das war eine Riesenfreude - nach eineinhalb Jahren zusätzlicher Arbeit“, gab der Projektleiter einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Für die Verzögerungen im Genehmigungsverfahren sind nach seiner Einschätzung hohe Anforderungen an den Naturschutz gewesen, die ständig nach oben geschraubt worden seien. „Unsere Untersuchungsergebnisse erforderten weitere Untersuchungen zu naturschutzrechtlichen Betrachtungen. So mussten wir beispielsweise zusätzlich die Flugbewegungen der Großvögel und deren Nahrungshabitate untersuchen“, sagte Zacharias. Dabei habe sich gezeigt, dass die Greifvögel nicht im Stadtwald, sondern in der Wohra-Aue jagen.

Höhlen für den Nachwuchsder Wildkatzen

So gehört die Verlegung der oberirdischen Stromtrasse in der Wohra-Aue zwischen Hardt-Mühle und Pumpstation unter die Erde zu den Naturschutz-Projekten, die Krug Energie als Ausgleich für den Eingriff in den Wald verwirklichen muss. Zu diesen gehören auch das Anlegen von Hohlräumen unter Baumstümpfen, die den Jungtieren von Wildkatzen als Schutzraum dienen. An von Krug Energie gesetzten Lockstöcken erbrachten Haarspuren den Nachweis, dass die geschützte Art im Stadtwald lebt.

Der von Hans Hermann Zacharias skizzierte Bauzeitenplan sieht für Anfang Oktober die Rodungsarbeiten an den vier Aufstellorten im Stadtwald vor. Danach erfolgt der Bau der Fundamente, die einen Durchmesser von 23,5 Metern und eine Tiefe von 3,60 Metern haben. 1100 Kubikmeter Stahlbeton werden in die Fundamente verbaut.

Noch vor Weihnachten sollen die Fundamente fertig sein. Sie werden Türme der Firma Enercon tragen, die mit einer Nabenhöhe von 149 Metern, mit Rotor 206,5 Metern, die höchsten Gebäude des Landkreises sein werden. Die Maschinen vom Typ Enercon E 115 setzen zudem für die Region mit einer Leistung von 3 Megawatt neue Maßstäbe. Und sie bringen von Hause aus die umweltfreundliche, weil flüsterleise getriebelose Technik mit, die zudem nur sehr wenig Öl benötigt.

Diese Technik möchte Krug Energie auch auf dem Sindersfelder Standort bauen. Allerdings gilt die Baugenehmigung dort für ein wesentlich lauteres, leistungsschwächeres und billigeres Windrad vom Typ Nordex 117, wie sie bei Emsdorf und bei Burgholz stehen. Hans Hermann Zacharias setzt darauf, dass das Regierungspräsidium Gießen den beantragten Bau der Enercon-Maschine am Standort Sindersfeld noch rechtzeitig genehmigen werde. Er hofft mit Blick auf die ständig sinkende Einspeise-Vergütung, dass der Windpark bis Ende März 2017 ans Netz gehen kann. Bis dahin müsse dann allerdings auch die zehn Kilometer lange Stromtrasse vom Windpark bis zum Kirchhainer Umspannwerk fertig sein.

Bürgermeister Michael Emmerich zeigte sich erfreut über das glückliche Ende einer langen Geschichte. Rauschenberg setze seit Jahren auf erneuerbare Energien. Diese seien in der Stadt positiv besetzt. Im Zusammenhang mit dem ersten Windpark habe es nie Probleme gegeben.

Bedenken zum zweiten Windpark seien im Vorfeld abgearbeitet worden, sagte er. Sein Ziel sei es, die Energie-Anbieter Rauschenberg unter einem Dach zusammenzuführen, die Energieformen zu koppeln und die Elektro-Mobilität voranzubringen.

von Matthias Mayer

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