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Kathrin Wittich-Jung nimmt Abschied

Pfarrerin verlässt Rauschenberg Kathrin Wittich-Jung nimmt Abschied

„Ich war gerne ihre ­Pfarrerin“, so Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung in ihren Dankesworten anlässlich des Empfangs zu ihrem Abschied im Storchennest. Dem war ein Gottesdienst in der Dorfkirche vorausgegangen.

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Der Kirchen- und Frauenchor Rauschenberg sang zum Abschied für Kathrin Wittich-Jung „Only you“.

Quelle: Karin Waldhüter

Ernsthausen. Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung strahlt: „Ich freue mich, dass sie gekommen sind“, eröffnete sie ihren letzten Gottesdienst in der brechendvollen Dorfkirche. Alle Gemeindemitglieder, deren Weg die Pfarrerin über mehr als fünf Jahre begleitet hatte, wollten auch beim ­Abschied dabei sein. Vertreter von Vereinen und Organisationen, Pfarrer aus den umliegenden Dörfern, städtische Amtsträger und Gemeindemitglieder aus Rauschenberg und Ernsthausen – vom Kind bis zum Senior.

Für einen festlichen Rahmen sorgte der Posaunenchor Ernsthausen unter der Leitung von Elena Stil, der Gemischte Chor Ernsthausen, geleitet von Robert Lauks, und der 12-köpfige Kirchenvorstand wirkten bei der Gestaltung des Gottesdienstes mit. Für den schweren Tag des Abschieds hatte die Pfarrerin als zentrales Thema und für ihre letzte Predigt in der Gemeinde die ermutigenden Worte des Propheten Jesaja gewählt: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir“.

Manchmal müsse man einander Mut machen, solche Tage gebe es, wenn der Abschied naht, die Augen mit Tränen gefüllt seien und man sich frage: „Wie wird es sein?“. Manchmal sehe man Gottes Licht nicht, dennoch sei es da. „Auch bei uns hat es geleuchtet, bei den Frauenabenden im Storchennest, wenn die Stimmen der Chöre und Posaunen erklungen sind, und gewaltig hat es gestrahlt, als die neuen Glocken in Betrieb genommen wurden“, so die Pfarrerin.

Gute Zusammenarbeit mit benachbarten Pfarrern

Geleuchtet habe es bei der Feier des Abendmahls, aber auch bei den Sanierungsarbeiten an der Rauschenberger Kirche, die nun im neuen Glanz erstrahle. „Wir haben miteinander gelacht – bei den vielen Taufen und Trauungen, in den Frauenkreisen, bei den Konfis. Wir haben auch miteinander geweint, immer dann, wenn wieder eine oder einer gehen musste“, sagte Wittich-Jung.

Die offizielle Verabschiedung übernahm Dekan Hermann Köhler. „Sie kamen als frisch ordinierte Pfarrerin im Probedienst in eine sehr große Gemeinde mit einer Bemessungszahl, die weit über dem Durchschnitt lag“, hob Dekan Hermann Köhler hervor. Zwei, beziehungsweise drei Kirchen, viele Gemeindegruppen, ein riesiger Kindergarten und dazu noch ein Seniorenheim und Religionsunterricht in der Schule, beschrieb er die Fülle der Aufgaben.

Und der Dekan würdigte den Fleiß, das große Durchhaltevermögen und die Freude, mit der sie die Aufgaben angegangen sei. Er hob die gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Pfarrern hervor.
Seit 2013 hatte Wittich-Jung den Vorsitz im Diakonieausschuss des Kirchenkreises Kirchhain inne.

Sie vertrat den Kirchenkreis sowohl im Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf als auch bei der Diakonie Hessen. Zudem habe die scheidende Pfarrerin maßgeblich dafür gesorgt, dass es seit drei Jahren den Konfirmandentag gebe, erklärte der Dekan. Mit einem persönlichen Segen entließ Dekan Köhler, unterstützt von zwei Mitgliedern des Kirchenvorstandes, Pfarrerin Wittich-Jung aus ihren Dienst in der Gemeinde.

Pfarrer Dierk Brüning
übernimmt die Vakanz

Ab sofort übernimmt Pfarrer Dierk Brüning, Pfarrer in Schwabendorf und in Bracht, die Vakanz. Dekan Köhler zeigte sich zuversichtlich, dass die Pfarrstelle bis zum Sommer wieder besetzt sein wird.
Die Mitarbeiter der Kindertagesstätte „Mäuseburg“ hatten sich eine besondere Überraschung ausgedacht.

Was die Kita-Kinder der Pfarrerin mit auf den Weg geben, hatten sie filmisch festgehalten und auf eine Leinwand projiziert. Herzerfrischend wünschten die Kinder der Pfarrerin viel Sonne, Blumen, eine Rose, Glück und Segen. Und ein Kind wollte ihr sogar seinen „Bulldog“ mitgeben. „Es war spürbar, dass Kinder ihnen am Herzen liegen.

Sie haben sie Religion mit allen Sinnen erleben lassen“, erklärte Kindergartenleiterin Ilona Gerbitz-Mess und überreichte den Film als Geschenk. Eine Rose nach der anderen überreichten dann die Krippenspielkinder.
Mit Grußworten und Geschenken und anschließendem Kaffeetrinken setzte sich die Verabschiedung im bis auf den letzten Platz gefüllten Storchennest fort.

Geschenke und Lob für Pfarrerin

170 Stühle waren aufgestellt worden, die aber längst nicht ausreichten. Bürgermeister Michael Emmerich, Gerhard Friedrich vom Förderverein der Stadtkirche Rauschenberg, Monika Friedrich vom Kirchen- und Frauenchor Rauschenberg, Werner Linker für den Gemischten Chor Ernsthausen, Pfarrer Helmut Golin für die benachbarte Pfarrerschaft, Gerda Scheuffler vom Frauenkreis Ernsthausen, Ludwig Pigulla für den Kriseninterventionsdienst und Helmut Klingelhöfer und Beate Dönges für den Kirchenvorstand sagten mit bewegenden Worten „Danke“.

Sie überreichten Geschenke und lobten die „wunderbare Gabe der Pfarrerin, mit Worten zu spielen“, dankten für die Unterstützung und wünschten, das sie sich ihre Eigenschaft „immer mit dem ganzem Herzen dabei zu sein“ weiter bewahre.

Zum Abschied gab der Kirchen- und Frauenchor der Pfarrerin den Song „Only you“ mit auf den Weg. „Ich war gerne eure Pfarrerin und habe es geliebt, mit euch Gottesdienst zu feiern. Bleibt behütet“, gab Kathrin Wittich-Jung ihrer Gemeinde mit auf den Weg und dankte allen für die Unterstützung.

von Karin Waldhüter

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