Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Junge "Archäologin" schrubbt Erde von Fliesen

Ferienspiele Junge "Archäologin" schrubbt Erde von Fliesen

95 Kinder- und Jugendliche erlebten während der Ferienspiele eine Woche lang eine spannende Zeit, die sie unter dem Motto "Indiana Jones" auch in die Rauschenberger Vergangenheit führte.

Voriger Artikel
Mit 23 Grad Wassertemperatur in die neue Saison

Geschützt vor dem Regenwetter säuberten die jungen Nachwuchsarchäologen die Fundstücke ­unter einem aufgestellten Pavillon. Die siebenjährige Sara (rechts) hatte zwei ganz besondere Ofenkachelstücke gefunden, über die sich auch Ludwig Pigulla (zweiter von rechts) von der IG Schloßberg freut.

Quelle: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Stolz hält die siebenjährige Sara ihren aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammenden Fund in die Kamera und schrubbt mit einer Zahnbürste noch den letzten Rest ­Erde von dem Ofenkachelstück. Darauf erkennbar ist ein Teil des hessischen Wappens mit dem Ziegenhainer Stern, der später in das Rauschenberger Wappen übernommen wurde.

Der Fund sorgt auch bei der IG Schloßberg für Begeisterung, was den Entdeckerdrang der jungen Nachwuchs-Archäologen natürlich noch weiter anstachelt. Die IG Schloßberg feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum und übernahm in Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege ein Teil der Ferienspielbetreuung. Als im Jahre 1992 die Sanierungsarbeiten an der Burgruine Rauschenberg begannen wurde bemerkt, dass der Abraum sehr stark mit Keramikscherben und Schieferbruchstücken versetzt war. Drei bis vier Lkw-Ladungen wurden damals notgesichert und zwischengelagert. Die IG Schloßberg stellte ein Teil des Abraums am Parkplatz „Im Hainwinkel“ zum Aussieben zur Verfügung. Und die Kinder zeigten sich absolut neugierig darauf, was man in der Erde finden kann. Steine wurden verglichen, Tonscherben geprüft, vorsichtig nach Verborgenem gesucht und Gefundenes gründlich gereinigt und in kleinen Kästchen verwahrt. ­Darunter Teile von Kranzkacheln, Architekturrahmenkacheln, „ein Pferdezahn des Landgrafen“, Kieferknochen und Halswirbelknochen von Schweinen, Tonscherben und Dachziegeln mit Fingerabrücken, die während des Herstellungsprozesses dort hinterlassen wurden.

Kinder sollen sich mit Berg identifizieren

Gute Vorarbeit hatte Ludwig Pigulla geleistet, der zu Beginn über die Geschichte des Schlosses und die Entstehung des 1820 eingerichteten Tanzplatzes informiert hatte. „Das Fieber, das heute die Kinder gepackt hat, kann man gut mit unseren Empfindungen in der damaligen Zeit vergleichen“, erzählt Jürgen Damm von der IG Schloßberg, der neben Ludwig Pigulla, Martha Henkel, Hennig Kaiser und Uli Stein die Kinder im Wechsel betreut. Die Mitglieder erhoffen sich, dass so eine Identifikation der Kinder zu ihrem Schlossberg entsteht. Alle Fundstücke kommen in die Sammlung der IG Schloßberg. Damit die Kinder nicht leer nach Hause gehen, wurden zahlreiche Glasmurmeln in den beiden Erdhaufen versteckt. Neben dem Aussieben erwartet die Kinder auf dem Ferienspielgelände am Waldsportplatz ein abwechslungsreiches Programm mit Töpfern, basteln von Schmuck- und Lederbändern, bauen von Waldhütten, Fußball spielen, ein Kletterparcours. Aufgeteilt in fünf Gruppen betreuten Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich und zehn Teamer die Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 13 Jahren. Wobei ein Teil der Jugendlichen die Teamer unterstützten.

Stefan Ullrich ist froh über die vielen Ehrenamtlichen, die Unterstützung leisten und die Zahl der Ferienspielkinder, die in diesem Jahr weiter gewachsen ist. Einzig das verregnete Wetter und die angekündigten Unwetter hatten im Vorfeld bei Eltern und Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich für Sorgenfalten gesorgt. „Bei einem Gewitter müssen die Kinder sofort raus aus dem Wald“, erklärt er.

Für diesen Fall war ein komplettes zweites Programm erarbeitet worden. Bei richtig schlechtem Wetter standen die Kratz‘sche Scheune und das Gemeindehaus zur Verfügung. Die Kinder seien motiviert und begeistert bei der Sache, berichtete Stefan Ullrich.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr