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Rauschenberg stellt drei Deutsche Meister

Cobigolf Rauschenberg stellt drei Deutsche Meister

„Es kommt auf die Konzentration an“, verrät der beste Cobigolf-Spieler bei der Deutschen Meisterschaft in Schwabendorf. Dort strebt auch ein junger Lokalmatador auf.

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Zwei Champions: Björn Klingelhöfer wurde auf seiner Heimbahn Deutscher Meister der Junioren.

Quelle: Yanik Schick

Schwabendorf. Auf einmal wird Björn Klingelhöfer nervös. Der 17-Jährige hat die Chance, zum ersten Mal in seiner Karriere Deutscher Einzelmeister im Cobigolf zu werden. Zwischen ihm und dem Titel steht nur noch eine letzte Hürde - die Finalrunde in seiner Klasse „Jugend männlich“. Einmal noch muss Klingelhöfer also die 18 Cobigolf-Bahnen hinter dem Hotel „Schöne Aussicht“ in Schwabendorf spielen. Er kennt die Anlage in- und auswendig. Als Mitglied des Ausrichters CGC Rauschenberg hat der Jugendliche dort unzählige Stunden verbracht, hat geputtet, hat nach den besten Bällen gesucht und die Hindernisse vor den Löchern studiert. All dieser Aufwand soll sich jetzt auszahlen.

Bis dahin spielt Klingelhöfer ein vorzügliches Turnier. Nach neun Wertungsrunden, die für jeden Spieler bei der Deutschen Meisterschaft Pflichtprogramm sind, liegt er mit insgesamt 237 Schlägen auf Platz eins. Sein bestes Ergebnis erzielte der Nachwuchs-Bahnengolfer in Runde vier, als er mit 20 Schlägen nur einen Schlag über Bahnrekord lag. Gegen Ende allerdings baute Klingelhöfer etwas ab - die neunte Runde war mit einer 31 seine schwächste und brachte Haupt-Konkurrent Jan van Eickelen (BGV Bergisch Land) noch einmal in Stellung. Das ärgert den Lokalmatadoren vor dem Finale: „Vielleicht lag es an der Aufregung. Teilweise waren einfach keine schönen Schläge dabei“, gibt er zu.

Im Finale dürfen die Fans ganz nah ran

Nun also die Finalrunde: jeweils die besten Drei einer jeden Klasse müssen in einem zusätzlichen Durchgang, dem zehnten insgesamt, noch einmal auf die Bahnen. Auch das Publikum darf nun die Absperrbänder übertreten und zum Zuschauen auf die Anlage kommen. „Es ist ein besonderer Stress, aber auch eine besondere Würdigung für die Sportler“, weiß Tobias Brandt, der Vorsitzende des CGC Rauschenberg, um den besonderen Charakter dieser entscheidenden Runde. Er gibt seinem angespannten Schützling Björn Klingelhöfer, der mit sieben Schlägen vor Jan van Eickelen liegt, mit auf den Weg: „Schau‘ einfach auf dein Spiel, dann läuft das schon.“ Und damit behält Brandt Recht: Ruhig arbeitet sich der 17-Jährige von Bahn zu Bahn. Wenn es mal kein Ass wird, versenkt er den Ball mit dem zweiten Schlag - van Eickelen, der nicht wirklich aufholen kann, spielt am Ende eine um einen Schlag bessere Runde als der Rauschenberger. Das reicht nicht. Klingelhöfer ist Deutscher Meister. „Es ist schon ein unglaublicher Druck, der abfällt“, sagt er.

Dass Cobigolf in erster Linie Kopfsache ist, demonstriert Ralf Schmidt-Hess von den MGF Waldshut wie kein Zweiter. „Er spielt momentan in einer anderen Welt“, adelt Tobias Brandt den 51-Jährigen. Schmidt-Hess stellte zuvor den Doppelrunden-Rekord (41 Schläge) der Anlage ein und verbesserte den Dreierrunden-Rekord sogar um einen Schlag (63). Am Ende holt er sich souverän den Titel als Deutscher Meister in der stärksten Klasse, den „Senioren männlich I“. Erstaunlich ist dabei Schmidt-Hess‘ Vorbereitung auf seinen Schlag: wenn seine Konkurrenten spielen, sieht er fast gar nicht hin, wirft stattdessen einen fokussierten Blick nach unten. Parallel wärmt der Badener seinen Ball in der Hosentasche, damit der anschließend schneller läuft. Wenn der Ball dann auf der Bahn platziert ist, steht Schmidt-Hess 15 Sekunden wie angewurzelt davor, ehe er langsam mit den Armen ausholt. „Man spielt den Schlag gedanklich noch einmal durch“, verrät er später, „es kommt in dem Moment einfach auf die Konzentration an.“

Eine Anforderung an die Cobigolfer, die auf Dauer Kraft kostet. Heidi Moll, die in Rauschenberg wohnt, allerdings für den Essener CGC startet, kennt das. Sie konnte mit Rückenproblemen kaum trainieren. Bei den „Senioren weiblich II“ wird Moll Zweite. „Irgendwann wird man in so einem langen Turnier müde, wenn die Fitness fehlt“, erklärt sie. „Beim Cobigolf entscheiden Zentimeter, ob der Ball ins Loch rollt oder nicht.“

von Yanik Schick

Deutsche Meister

Schüler weiblich: Hanna Schmidt (CGC Rauschenberg, 374 Schläge)

Schüler männlich: Matti Linker (CGC Rauschenberg, 298)

Jugend männlich: Björn Klingelhöfer (CGC Rauschenberg, 264)

Senioren weiblich II: Ingeborg Schmitz (BGC Assindia Essen, 335)

Senioren weiblich I: Anita Stamm (1. Essener CGC Blau Gold, 268)

Senioren männlich II: Winfried Lüttenberg (1. Essener CGC Blau Gold, 243)

Senioren männlich I: Ralf Schmidt-Hess (MGF Waldshut, 231)

Damen: Stefanie Tomkowitz (KSV Baltrum, 264)

Herren: Thomas Barke (1. Essener CGC Blau Gold, 252)

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