Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Rauschenberg legt die Karten offen

Heute Bürgerversammlung zur Windkraft Rauschenberg legt die Karten offen

Im RauschenbergerGemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune findet heute ab 19.30 Uhr eine Bürgerversammlung statt. Zentrales Thema: der Ausbau der Windkraft rund um Rauschenberg.

Voriger Artikel
Einst Befürworter, nun eher Skeptiker
Nächster Artikel
Bürgerhelfer gehen nächsten Schritt

Wie niedriges Gebüsch wirken die Bäume im Burgholzer Forst im Vergleich zu den mehr als 200 Meter hohen Windrädern vom Typ Nordex 117. Vier Windräder dieses Typs sollen 2015 auch im Rauschenberger Stadtwald entstehen. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Offiziell wird Stadtverordnetenvorsteher Norbert Ruhl heute Abend den Tagesordnungspunkt „Vorstellung der Themenkarte zur Standortuntersuchung zur Steuerung von Windenergieanlagen im Bereich der Stadt Rauschenberg“ aufrufen. Die Übersetzung aus dem spröden Bürokratendeutsch lieferte Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Danach hat die Stadt ein Planungsbüro mit den Vorarbeiten für die Flächennutzungsplanänderung Windkraft beauftragt. Das Büro hat - so der Bürgermeister - alle Flächen herausgearbeitet, die nach den rechtlichen Vorgaben für die Windkraft in Frage kämen - unabhängig von der Windgeschwindigkeit, die für neue Windkraftanlagen in Hessen nicht unter einem Durchschnittswert von 5,75 Metern pro Sekunde liegen soll.

Alle diese Flächen sollen heute Abend vorgestellt und mit den Bürgern besprochen werden. „Wir wollen die Bürger rechtzeitig und umfassend informieren und mit ihnen ins Gespräch kommen“, nannte Emmerich das Ziel der Bürgerversammlung. Der Bürgermeister machte deutlich, dass längst nicht alle Flächen eine realistische Chance auf Verwirklichung besäßen. Sie seien entweder zu klein für einen Windpark oder genügten in Sachen Wind nicht den Anforderungen. So werde eine Fläche bei Josbach durchs Raster fallen, weil sie nur für ein Windrad Platz biete. Einzelne Windräder sollten aber nicht mehr gebaut werden, erklärte Michael Emmerich.

Zwischen Josbach und Ernsthausen gibt es bereits einen Rauschenberger Windpark in der Gemarkung „Auf der Hecke“. Ein zweiter soll im Stadtwald auf dem Höhenzug zwischen Kernstadt und Sindersfeld folgen. Die Breidenbacher Firma Krug will als Vertragspartner der Stadt in diesem Wald die Standorte für vier Windrad-Riesen vom Typ Nordex 117 (siehe nebenstehendes Foto) entwickeln und dafür das alleinige Planungsrisiko tragen. Zwei Windräder wird das Unternehmen selber bauen und betreiben, zwei weitere Standorte überlässt sie der Stadt und ihren Bürgern. Mit diesem Rauschenberger Modell ist eine rentierliche genossenschaftliche Trägerschaft zweier Windräder für die Bürgerschaft möglich.

Untersuchungen bestätigen Standort Stadtwald

Wie der Bürgermeister erklärte, hat sich die Tauglichkeit der vier Standorte im Stadtwald durch die Untersuchung des Planungsbüros bestätigt. Allerdings müssten die einzelnen Standorte geringfügig verschoben werden, um das von der Wiesbadener Firma Abo Wind bei Sindersfeld geplante Windrad nicht zu stören.

Die naturschutzfachlichen Untersuchungen für die Flächennutzungsplanänderung seien inzwischen angelaufen. Der Satzungsbeschluss für diese könne im Herbst durch das Stadtparlament folgen. Nach der Prüfung durch das Regierungspräsidium könne das Baurecht für den Windpark frühestens im ersten Quartal 2015 vorliegen, skizzierte Michael Emmerich den Zeitplan.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr