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Rauschenberg ist jetzt Bioenergiestadt

Regionaltag Rauschenberg ist jetzt Bioenergiestadt

Zufriedene Gesichter gab es am Ende des ersten Regionaltags mit dem Thema „Klimaschutz und Mobilität“, der am Sonntag im Rauschenberger Gemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune stattfand.

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Rüdiger Heß (von links) übergab den Nachhaltigkeitspreis an Dieter Bartelmeß (Nahwärme Rauschenberg), Helmut Schmid (Bioenergiedorf Schwabendorf) und Michael Emmerich (Bioenergiedorf Josbach) im Beisein von Landrätin Kirsten Fründt, Regionalmanager Stefan Schulte und Landrat Dr. Reinhard Kubat (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Foto: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Besonders freute sich Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) über die Ernennung der Rauschenberger Kernstadt zur Bioenergiestadt und die Verleihung des Nachhaltigkeitspreises.

Mit einem gelungenen Auftakt startete am Sonntag der Regionaltag, der von der Region Burgwald-Ederbergland in Kooperation mit der Stadt Rauschenberg zum ersten Mal durchgeführt wurde. Die Veranstaltung löst die Burgwaldmesse ab und wird zukünftig alljährlich stattfinden. Ein vielseitiges Programm mit vielen Informationen zum Thema „Klimaschutz und Mobilität“ und zahlreiche Erlebnismöglichkeiten für Kinder boten rund um die Kratz‘sche Scheune ein spannendes Programm.

Laut Organisatoren besuchten im Laufe des Tages rund 1000 Besucher die Veranstaltung. Auf großes Interesse stieß die Gelegenheit, Elektrofahrräder, ein Twike sowie Elektroautos Probe zu fahren. Gut angenommen wurde auch die Möglichkeit, im Repair-Café Cölbe Geräte reparieren zu lassen. Hessen Forst sensibilisierte die Kinder an einem Stand für den Natur- und den Klimaschutz. Die Kindern durften beim Pflanzen einer Winterlinde und beim Bau eines Insektenhotels helfen. Um Klimaschutz ging‘s auch beim Theaterstück „Immer dem Nordwind nach“.

Rauschenbergs Leitbild wird in Schiefer gegenwärtig

Das Team der Fahrradwerkstatt, ein Projekt der Flüchtlingshilfe Rauschenberg, reparierte Fahrräder von Besuchern. Die Stadtjugendpflege betreute die Kinder in der „Familienstadt mit Herz“, wie Rauschenberg sich nennt. Und Helmut Nau, Begründer der Rauschenberger Lehmbau-Seminare, setzte das Leitbild der Stadt mit Handwerkskunst ins Werk, indem er vorsichtig Herzen aus Schieferplatten schlug und diese an Besucher verschenkte.

Die DRK-Ortsgruppe Rauschenberg verkaufte Kaffee. Am Stand der Region Burgwald-Ederbergland gab es regionale Spezialitäten vom Hof Fleckenbühl und bei einem Glücksrad zum Thema Klimaschutz gab es Preise zu gewinnen.

„Das war ein guter Auftakt, wir werden überlegen, in welcher Form wir den Tag weiterführen, grundsätzlich ist das Konzept mit Informationen und Erlebnismöglichkeiten für Kinder gut angenommen worden“, erklärte Regionalmanager Stefan Schulte. Die Informationen rund um die Leader-Projekte seien auf großes Interesse gestoßen, und auch die regionalen Köstlichkeiten seien stark nachgefragt worden.

In Sachen erneuerbare Energien ist Rauschenberg eine Vorzeigekommune. Die Bürger und politischen Gremien haben sich schon früh auf den Weg gemacht, um erneuerbare Energien zu etablieren. Das wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung honoriert: Die Region Burgwald-Ederbergland unter Beteiligung von Landrätin Kirsten Fründt, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Kreis Waldeck-Frankenberg, sowie dem Vorsitzenden der Region Burgwald-Ederbergland, Rüdiger Heß, verlieh erstmalig den Nachhaltigkeitspreis. Zugleich wurde die Kernstadt offiziell zur ersten Bioenergiestadt im Landkreis ernannt. Rauschenberg ist vermutlich die erste wirkliche Bioenergiestadt in Deutschland, die flächendeckend Nahwärme im Kernstadt-Gebiet anbietet.

Der mit 1000 Euro dotierte Preis wurde gedrittelt und zu gleichen Teilen an die Genossenschaft Bioenergiedorf Josbach, Nahwärme Rauschenberg und die Bioenergiegenossenschaft Schwabendorf vergeben.

Warum Rauschenberg als heimliche Hauptstadt der erneuerbaren Energien den 1. Regionaltag zum Thema „Klimaschutz und Mobilität“ ausrichtete, führte Bürgermeister Michael Emmerich aus. Bereits im Jahr 2000 habe die Stadtverordnetenversammlung die rechtlichen Voraussetzungen für den ersten Windpark des Landkreises in den Gemarkungen Ernsthausen und Josbach geschaffen. Der zweite Windpark im Stadtwald werde in Kürze folgen. An den Standorten von drei Biogasanlagen seien durch bürgerschaftliches Engagement drei Nahwärmenetze entstanden, die von Genossenschaften betrieben würden, sagte Emmerich, der als Motor des zweiten heimischen Bioenergiedorfs Josbach selbst zu den Bio­nergie-Pionieren der Region gehört.

Die Stadt sorge auch dafür, dass Gebrachtes seinen Nutzwert behalte. Emmerich verwies auf den kommunalen Secondhand-Laden „Schatzkiste“, die von Ehrenamtlichen betriebene Fahrradwerkstatt und die ehrenamtlich von Helmut Nau und Markus Semmler angebotenen Lehmseminare, die sich großer Nachfrage erfreuten. Die Elektromobilität solle ein neuer städtischer Schwerpunkt werden, kündigte der Bürgermeister an. Die Stadt habe sich dafür als Modellstandort für ein Vorhaben des Bundesministeriums beworben.

„Wir sind heute zu 100 Prozent am richtigen Ort“

„Wir sind heute zu 100 Prozent am richtigen Ort“, betonte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, gleichzeitig auch Vorsitzender der Region Burgwald-Ederbergland. Rauschenberg erzeuge mehr Energie, als die Stadt verbrauche. Von daher passe der Titel Bioenergiestadt, erklärte Heß.

„Hier seht Ihr, wie Klimaschutz gemacht wird“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt. Klimaschutz funktioniere nur dann, wenn er von den Bürgern getragen werde, betonte Fründt. Dr. Reinhard Kubat, Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg, ermunterte Emmerich, den Weg weiter zu gehen, wünschte viel Durchhaltevermögen. Der Preisverleihung folgte ein Vortrag von Professor Heiner Monheim, vom Institut für Raumentwicklung und Kommunikation aus Trier zum Thema „Nachhaltige Verkehrsformen im ländlichen Raum“. „Die Besucherzahlen waren gut, aber es hätten noch einige mehr kommen können“, resümierte Bürgermeister Michael Emmerich. Er lobte das fachkundige Publikum, das intensiv die Möglichkeit genutzt habe, sich zu informieren. Auch die Aussteller zeigten sich zufrieden, weil das Fachpublikum zahlreich vertreten war.

von Karin Waldhüter

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