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Rauschenberg hat jetzt ‘ne Prinzenstraße

Närrische Umbenennung Rauschenberg hat jetzt ‘ne Prinzenstraße

Für gut vier Wochen und mit Genehmigung von Bürgermeister Michael Emmerich hat Rauschenberg temporär einenneuen Straßennamen. Es ist die Prinzenstraße.

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Das Straßenschild zeigt es an: Ute und Matthias Schmidt sowie Tochter Emma wohnen jetzt nicht mehr Im Sand, sondern in der Prinzenstraße. Fotos: Heinz-Dieter Henkel

Rauschenberg. Rund 40 zumeist behütete Narren des Karnevalskomitees der Liedertafel Treysa (KKdLT) hatten keine Probleme, sich nach altem Stadtplan in Rauschenberg zurechtzufinden. Sie erreichten zeit- und punktgenau das Wohnhaus, in dem Matthias Schmidt, Ehefrau Ute und Töchterchen Emma leben, um - ihrer Tradition folgend - die lokale Rauschenberger Straße Im Sand in die Prinzenstraße umzubenennen.

Matthias II. von der virtuellen Wolke, Ute I. von Kreylings Winkel und Emma I. von Klavier und Tanz werden in dieser Session das Prinzenpaar und die Kinderprinzessin des Treeser Karnevals und damit das erste in Rauschenberg beheimatete Prinzenpaar überhaupt sein.

Jürgen Walter stand auf der Leiter und mühte sich redlich. das neue Straßenschild an dem etwas widerspenstigen Fallrohr des Hauses anzubringen. Es dauerte seine Zeit, bis er unter dem Jubel der anwesenden Narren, interessierten Rauschenbergern, Verwandten und Freunden sowie von Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich und dem 1. Stadtrat von Schwalmstadt Detlef Schwierzeck sein Werk vollbracht hatte.

Von Kindesbeinen an hineingewachsen

Nach der Begrüßung des so geehrten Faschingsprinzen Matthias, versicherte Bürgermeister Emmerich in Versform, dass er sich der hoheitlichen Gewalt beuge und den neuen Straßennamen für die Faschingszeit wohl tolerieren müsse. Auch Schwalmstadts Erster Stadtrat freute sich über das weitab wohnende Prinzenpaar, das doch dem Treeser Karneval sehr verbunden ist.

Der gebürtige Treysaer Matthias Schmidt, den es um der Liebe willen nach Rauschenberg verschlug, ist inzwischen der dritte Faschingsprinz der Familie Schmidt. Bereits im Jahre 1965 waren Papa Wolfgang und dessen Schwester Brigitte das erste Geschwisterpaar auf dem Treysaer Narrenthron. Vor genau 20 Jahren stellten seine Geschwister Uwe und Petra das Prinzenpaar. So war es nur eine Frage der Zeit, dass auch Matthias, der bereits häufiger dem Elferrat angehörte, einmal dieses Ehrenamt übernehmen würde.

„Ich bin da von Kindesbeinen an über den Papa hineingewachsen“, verriet der neue Prinz dieser Zeitung. Heute ist Matthias Schmidt in der Organisation der drei Veranstaltungen des KKdlT engagiert und selbst im Männerballett „Die Gazellen“ aktiv.

Passende Prinzessin fehlt noch

Noch fehlen Prinzessin, Prinz und Kinderprinzessin ein standesgemäßes Kostüm, was derzeit maßgeschneidert wird. Dann kann es losgehen mit „Hardtberg Helau“, „Trees alleweil“ wie der närrische Treysaer Schlachtruf heißt.

Mit einem improvisierten Tanz von Hanna und Christina, zwei Jugendlichen aus der Treeser Garde, bei reichlich Essen und Trinken wurde in einer nahe gelegenen, ehemaligen Schmiede noch einige Stunden das Ereignis gefeiert.

Den neuen Straßennamen wusste Postbote Helmut Klingelhöfer bereits vor der Namensänderung. Und wer das überprüfen möchte, der soll doch einmal eine Karte in die Prinzenstraße nach Rauschenberg schicken und abwarten, ob sie auch ankommt.

von Heinz-Dieter Henkel

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