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Rauschenberg hat ausgeglichenen Etat

Haushaltsentwurf Rauschenberg hat ausgeglichenen Etat

Zwischen 2009 und 2013 wies der Rauschenberger Haushalt hohe Defizite zwischen 1,2 und 1,7 Millionen Euro auf. Diese schlimmen Zeiten sind vorbei.

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Rauschenbergs Bürgermeister präsentiert den Haushalt 2017, dessen Titelseite der Stadtteil Bracht ziert. In Bracht wird ein Baugebiet mit elf Bauplätzen erschlossen.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) brachte am Montagabend in Albshausen den Haushaltsentwurf 2017 in die Stadtverordnetenversammlung ein, und dieser Haushalt ist der erste seit vielen, vielen Jahren, der im Plan ein ausgeglichenes Ergebnis aufweist.

Das gilt sowohl für den Ergebnishaushalt, aus dem die Stadt ihre laufenden Ausgaben bezahlt, als auch für den Finanzhaushalt, in dem die Mittel für die geplanten Investitionen stehen. Im Ergebnishaushalt erzielt die Stadt bei Einnahmen in Höhe von 8,3 Millionen Euro einen Überschuss in Höhe von 32031 Euro. Und das, obwohl im kommenden Jahr die Rauschenberger Abschreibungskosten den Etat mit 735000 Euro belasten werden.

Das sind im Vergleich zum laufenden Haushaltsjahr Mehrkosten in Höhe von gut 100000 Euro. Diese Zahlen nannte Michael Emmerich vorab im Haushaltsgespräch mit dieser Zeitung. Für dieses Ergebnis müssen die Rauschenberger Bürger - vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtparlaments - bei den Grundsteuern A und B tiefer in die Tasche greifen. Der Hebesatz für die zuletzt 2012 erhöhte Grundsteuer A wird von 320 auf 390 Prozent erhöht. Das bringt 16000 Euro zusätzlich in die Kasse. Der Hebesatz für die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke steigt von 440 auf 550 Prozent.

Mehreinnahmen für die Stadt: 320000 Euro. Michael Emmerich hat ausgerechnet, dass dies für sein eigenes Grundstück mit einem Zweifamilienhaus eine jährliche Mehrbelastung von 80 Euro und für ein durchschnittliches Altstadt-Grundstück von 50 Euro ist.

Kreisumlage ist enorm gestiegen

Der Kämmerer legt Wert auf die Feststellung, dass es nicht die Grundsteuer ist, die für den Haushaltsausgleich steht und verweist auf die Tatsache, dass die Kreis- und Schulumlage für Rauschenberg seit 2011 um 700000 auf jetzt 2,54 Millionen Euro gestiegen ist. Für den Bürgermeister steht der Haushaltsausgleich auf vier Säulen:

Konsolidierung: Der 2014 eingeschlagene Prozess der Haushaltskonsolidierung führte Jahr für Jahr zu einer Absenkung des Defizits von 1,3 Millionen Euro 2013 auf zuletzt 551000 Euro. n Steuereinnahmen: Die Steuereinnahmen steigen um 400000 Euro an.

Schlüsselzuweisungen: Die Schlüsselzuweisungen des Landes Hessen steigen um 300000 Euro auf 1,764 Millionen Euro. n Gewerbesteuer: Jahrelang dümpelten die Erträge aus ­dieser Steuer um die 250000 Euro. Dieser Betrag hat sich ­inzwischen mehr als vervierfacht, 1,1 Millionen Euro sind für den Haushalt 2017 veranschlagt. Und ein Ende dieser positiven Entwicklung ist nicht in Sicht.

Investitionen in Höhe von 933000 Euro

„Ich habe Anfragen von niederlassungswilligen Firmen, die ich derzeit nicht bedienen kann. Deshalb werden wir in Rauschenberg ein neues Gewerbegebiet verwirklichen müssen. Entsprechende Vorgespräche mit der Genehmigungsbehörde RP folgen in Kürze“, sagte Michael Emmerich, der bereits eine Erfolgsmeldung hatte.

In einer ehemaligen Schreinerei hat sich ein bundesweit tätiges Unternehmen niedergelassen, dass sich auf den Handel mit gebrauchten Büromöbeln spezialisiert hat. „Das sind 14 zusätzliche Arbeitsplätze in Rauschenberg“, stellte der Bürgermeister zufrieden fest.

Für das Haushaltsjahr 2017 plant die Stadt mit Investitionen in Höhe von 933000 Euro. Der dickste Brocken ist mit 328000 Euro die Erschließung des Baugebiets Wolfsgarten im Stadtteil Bracht. 280000 Euro kostet die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf die hellere und stromsparende LED-Technik, die mit sagenhaften 90 Prozent gefördert wird. Der Ausbau der Westender Straße ist mit 130000 Euro veranschlagt.

100000 Euro sind für den Beginn der energetischen Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Schwabendorf vorgesehen, 58000 Euro für den Breitband-Ausbau. 30000 Euro gibt die Stadt für einen Grundstückskauf aus, 10000 Euro fließen in eine Überdachung am Gemeinschaftshaus Storchennest in Ernsthausen. Da die Aufnahme neuer Kredite um 20200 Euro unter der Tilgungsrate liegt, weist auch der Rauschenberger Finanzhaushalt 2017 ein positives Ergebnis auf.

von Matthias Mayer

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